Deutschsprachige Hochschulen sind seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 kein sicherer Hort mehr für jüdisches Leben. Antisemitismus prägt seither auch den akademischen Raum: in hasserfüllten Demonstrationen, Besetzungen und Boykottaufrufen – und jenseits der sichtbaren Fälle in einer nachhaltig vergifteten Atmosphäre. Was macht diese Entwicklung mit jüdischen Menschen, die an den Hochschulen tätig sind? In über sechzig Selbstzeugnissen von Mitgliedern des Netzwerks jüdischer Hochschullehrender in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie ihres Unterstützungskreises schildern Betroffene Zurückweisung, Ausgrenzung und Vereinsamung in jener Lebenswelt, die einst ihre geistige Heimat war – und zugleich ihre Handlungsfähigkeit unter erschwerten Bedingungen. Ein ebenso bestürzender wie aufschlussreicher Blick auf die prekäre Lage jüdischer Hochschulangehöriger.
Prof. Dr. Julia Bernstein ist Antisemitismusforscherin, Frankfurt University of Applied Sciences, sowie Vorsitzende des Netzwerks Jüdischer Hochschullehrender e.V.
Wo? Universität Bremen // GW2 B2900
Wann? 09.11. // 18 Uhr
Eine Veranstaltung des Bündnis gegen Antisemitismus Bremen in Kooperation mit der Gesellschaft für kritische Bildung e.V. und der Antonio Amadeu Stiftung.
Julia Bernstein, Alfred Bodenheimer, Elisabeth Schilling (Hg.): Ausnahmezustand. Hochschulen im deutschsprachigen Raum seit dem 7. Oktober. Zeugnisse von Betroffenen. Wallstein Verlag, Göttingen 2026 · 552 Seiten · ISBN 978-3-8353-6192-8 · 34,00 €
📅 9. November 2026
🕖 18 Uhr
📍 Universität Bremen // GW2 B2900