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    <title>Bündnis gegen Antisemitismus Bremen</title>
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    <description>Recent content on Bündnis gegen Antisemitismus Bremen</description>
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    <item>
      <title>Bericht: Veranstaltungsreihe „Antisemitismus im Spiegel zeitgenössischer Diskurse“</title>
      <link>https://bgabremen.de/posts/bericht-veranstaltungsreihe-antisemitismus-spiegel-diskurse/</link>
      <pubDate>Fri, 19 Jun 2026 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/posts/bericht-veranstaltungsreihe-antisemitismus-spiegel-diskurse/</guid>
      <description>Rückblick auf drei Vorträge an der Universität Bremen</description>
      <content:encoded><![CDATA[<h2 id="veranstaltungsreihe-an-der-uni-bremen">Veranstaltungsreihe an der Uni Bremen</h2>
<p>Das Bündnis gegen Antisemitismus Bremen und der <a href="https://vjsnord.de" target="_blank">Verband Jüdischer Studierender Nord</a> (VJSNord) haben im Jahr 2026 an der Universität Bremen eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Antisemitismus im Spiegel zeitgenössischer Diskurse“ organisiert.</p>
<p>In drei Vorträgen warfen Expert*innen einen kritischen Blick auf Antisemitismus an Hochschulen, postkoloniale Theorie und Narrative der Palästina-Solidarität. Die Veranstaltungen fanden jeweils um 18 Uhr im Raum GW2 B1410 statt; der Eintritt war frei. Alle Termine wurden im Rahmen eines Sicherheitskonzepts durch eine uni-externe Sicherheitsfirma begleitet.</p>
<blockquote>
<p><strong>Organisation:</strong>
Prof. Dr. Anne Levin, Bündnis gegen Antisemitismus Bremen, <a href="https://vjsnord.de" target="_blank">Verband Jüdischer Studierender Nord</a></p>
</blockquote>
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  <figure>
    <a href="/images/veranstaltungsreihe-antisemitismus-spiegel-diskurse/veranstaltungsreihe-uni-bremen-2026-vjsnord.jpg" data-caption="Poster zur Veranstaltungsreihe an der Universität Bremen">
      <img src="/images/veranstaltungsreihe-antisemitismus-spiegel-diskurse/veranstaltungsreihe-uni-bremen-2026-vjsnord.jpg" alt="Poster zur Veranstaltungsreihe Antisemitismus im Spiegel zeitgenössischer Diskurse">
    </a>
    <figcaption>Poster zur Veranstaltungsreihe an der Universität Bremen</figcaption>
  </figure>
</div>
<h2 id="vortrag-1-antisemitismus-im-hochschulkontext-13-januar-2026">Vortrag 1: Antisemitismus im Hochschulkontext (13. Januar 2026)</h2>
<p>Den Auftakt machte Andreas Stahl, Leiter der Beratungsstelle gegen Antisemitismus an deutschen Hochschulen in NRW. In seinem <a href="/events/antisemitismus-im-hochschulkontext/">Vortrag</a> ging er auf den Umgang mit antisemitischen Vorfällen an Hochschulen ein und stellte die Arbeit und Unterstützungsangebote seiner Beratungsstelle vor. Stahl war bereits im Oktober 2024 bei unserer Podiumsdiskussion „Ehrbarer Antisemitismus Heute“ im Theater Bremen zu Gast gewesen.</p>
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  <figure>
    <a href="/images/veranstaltungsreihe-antisemitismus-spiegel-diskurse/veranstaltungsreihe-vortrag-stahl-hochschulkontext.jpg" data-caption="Andreas Stahl beim Vortrag „Antisemitismus im Hochschulkontext“">
      <img src="/images/veranstaltungsreihe-antisemitismus-spiegel-diskurse/veranstaltungsreihe-vortrag-stahl-hochschulkontext.jpg" alt="Andreas Stahl beim Vortrag Antisemitismus im Hochschulkontext an der Uni Bremen">
    </a>
    <figcaption>Andreas Stahl beim Vortrag „Antisemitismus im Hochschulkontext“</figcaption>
  </figure>
</div>
<h2 id="vortrag-2-postkoloniale-theorie-als-querfrontdiskurs-21-april-2026">Vortrag 2: Postkoloniale Theorie als Querfrontdiskurs (21. April 2026)</h2>
<p>Im zweiten Vortrag der Reihe sprach Ingo Elbe, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Privatdozent am Institut für Philosophie der Universität Oldenburg, zum Thema <a href="/events/postkoloniale-theorie-querfrontdiskurs-antisemitismus/">„Postkoloniale Theorie als Querfrontdiskurs: Antisemitismus und epistemischer Ethnorelativismus“</a>. Er analysierte die Verbindung postkolonialer Theorie mit antisemitischen Diskursen und dem Phänomen des epistemischen Ethnorelativismus.</p>
<div class="gallery single-image">
  <figure>
    <a href="/images/veranstaltungsreihe-antisemitismus-spiegel-diskurse/veranstaltungsreihe-vortrag-elbe-postkolonial.jpg" data-caption="Ingo Elbe beim Vortrag über postkoloniale Theorie und Antisemitismus">
      <img src="/images/veranstaltungsreihe-antisemitismus-spiegel-diskurse/veranstaltungsreihe-vortrag-elbe-postkolonial.jpg" alt="Ingo Elbe beim Vortrag Postkoloniale Theorie als Querfrontdiskurs an der Uni Bremen">
    </a>
    <figcaption>Ingo Elbe beim Vortrag über postkoloniale Theorie und Antisemitismus</figcaption>
  </figure>
</div>
<h2 id="vortrag-3-psychoanalyse-der-linken-palästina-solidarität-13-mai-2026">Vortrag 3: Psychoanalyse der linken Palästina-Solidarität (13. Mai 2026)</h2>
<p>Mit dem <a href="/events/psychoanalyse-linken-palaestina-solidaritaet/">Vortrag</a> von Prof. Dr. Christine Kirchhoff, Professorin für Theoretische Psychoanalyse, Subjekt- und Kulturtheorie an der IPU Berlin, endete die Veranstaltungsreihe. Unter dem Titel „Psychoanalyse der linken Palästina-Solidarität“ bot sie eine psychoanalytische Perspektive auf linke Solidaritätsnarrative.</p>
<div class="gallery single-image">
  <figure>
    <a href="/images/veranstaltungsreihe-antisemitismus-spiegel-diskurse/veranstaltungsreihe-vortrag-kirchhoff-psychoanalyse.jpg" data-caption="Prof. Dr. Christine Kirchhoff beim Abschlussvortrag der Reihe">
      <img src="/images/veranstaltungsreihe-antisemitismus-spiegel-diskurse/veranstaltungsreihe-vortrag-kirchhoff-psychoanalyse.jpg" alt="Prof. Dr. Christine Kirchhoff beim Vortrag Psychoanalyse der linken Palästina-Solidarität">
    </a>
    <figcaption>Prof. Dr. Christine Kirchhoff beim Abschlussvortrag der Reihe</figcaption>
  </figure>
</div>
<h2 id="abschluss-und-dank">Abschluss und Dank</h2>
<p>Mit dem Vortrag von Prof. Dr. Christine Kirchhoff endete unsere Veranstaltungsreihe „Antisemitismus im Spiegel zeitgenössischer Diskurse“. Wir bedanken uns herzlich bei allen Referent*innen, den zahlreichen Besucher*innen sowie insbesondere beim VJSNord und bei Prof. Dr. Anne Levin für die Organisation.</p>
<div class="gallery single-image">
  <figure>
    <a href="/images/veranstaltungsreihe-antisemitismus-spiegel-diskurse/veranstaltungsreihe-vortrag-kirchhoff-psychoanalyse-2.jpg" data-caption="Das Publikum bei einem der Vorträge der Reihe">
      <img src="/images/veranstaltungsreihe-antisemitismus-spiegel-diskurse/veranstaltungsreihe-vortrag-kirchhoff-psychoanalyse-2.jpg" alt="Publikum bei der Veranstaltungsreihe an der Universität Bremen">
    </a>
    <figcaption>Das Publikum bei einem der Vorträge der Reihe</figcaption>
  </figure>
</div>
<p>Wir freuen uns, in Zukunft weitere Veranstaltungen dieser Art anbieten zu können – gegen jeden Antisemitismus!</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Einordnung: Antisemitische Graffiti und Schmierereien</title>
      <link>https://bgabremen.de/posts/einordnung-antisemitische-graffiti-schmierereien-bremen/</link>
      <pubDate>Sun, 24 Aug 2025 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/posts/einordnung-antisemitische-graffiti-schmierereien-bremen/</guid>
      <description>Diffamierung Israels mit NS-Symbolik</description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1 id="beispiele-der-schmierereien">Beispiele der Schmierereien:</h1>
<div class="gallery">
  <figure>
    <a href="/images/antisemitische-graffiti/antisemitische-graffiti-1.jpg" data-caption="Ammerländer Heerstraße und Schützenweg in Oldenburg">
      <img src="/images/antisemitische-graffiti/antisemitische-graffiti-1.jpg" alt="Antisemitische Graffiti Beispiel 1">
    </a>
    <figcaption>Ammerländer Heerstraße und Schützenweg in Oldenburg</figcaption>
  </figure>
  <figure>
    <a href="/images/antisemitische-graffiti/antisemitische-graffiti-2.jpg" data-caption="Kaiserstraße Oldenburg">
      <img src="/images/antisemitische-graffiti/antisemitische-graffiti-2.jpg" alt="Antisemitische Graffiti Beispiel 2">
    </a>
    <figcaption>Kaiserstraße Oldenburg</figcaption>
  </figure>
  <figure>
    <a href="/images/antisemitische-graffiti/antisemitische-graffiti-3.jpg" data-caption="Abraham Straße Oldenburg">
      <img src="/images/antisemitische-graffiti/antisemitische-graffiti-3.jpg" alt="Antisemitische Graffiti Beispiel 3">
    </a>
    <figcaption>Abraham Straße Oldenburg</figcaption>
  </figure>
  <figure>
  <a href="/images/antisemitische-graffiti/antisemitische-graffiti-4.jpg" data-caption="Nahe Ansgarikirchhof Bremen">
    <img src="/images/antisemitische-graffiti/antisemitische-graffiti-4.jpg" alt="Antisemitische Graffiti Beispiel 4">
  </a>
  <figcaption>Nahe Ansgarikirchhof Bremen</figcaption>
</figure>
<figure>
  <a href="/images/antisemitische-graffiti/antisemitische-graffiti-5.jpg" data-caption="Ansgaritorwallstraße Bremen">
    <img src="/images/antisemitische-graffiti/antisemitische-graffiti-5.jpg" alt="Antisemitische Graffiti Beispiel 5">
  </a>
  <figcaption>Ansgaritorwallstraße Bremen</figcaption>
</figure>
<figure>
  <a href="/images/antisemitische-graffiti/antisemitische-graffiti-6.jpg" data-caption="Ansgaritorwallstraße Bremen">
    <img src="/images/antisemitische-graffiti/antisemitische-graffiti-6.jpg" alt="Antisemitische Graffiti Beispiel 6">
  </a>
  <figcaption>Ansgaritorwallstraße Bremen</figcaption>
</figure>
</div>
<p>In <strong>Bremen</strong> tauchte am 23.08. &ldquo;FCKZIONZS&rdquo; in unmittelbarer Nähe zum Ansgarikirchhof auf. Zudem wurde dort in einer weiteren Schmiererei &ldquo;FUCK HAMAS&rdquo; zu &ldquo;FUCK ISRAEL &ndash; HAMAS IS SELF DEFENSE&rdquo; abgeändert. Damit wird eine offene Solidarisierung mit der antisemitischen Terrororganisation propagiert und das tausendfache Ermorden von Jüdinnen und Juden am 7. Oktober als &ldquo;Selbstverteidigung&rdquo; gerechtfertigt. Auch in der Bremer Innenstadt tauchten ähnliche Schmierereien auf. Beim Aufkleber “VfB Oldenburg Fans gegen jeden Antisemitismus” wurde zudem der Davidstern übermalt.</p>
<p>In <strong>Oldenburg</strong> wurde u. a. in der Kaiserstraße eine Hauswand sowie an der Ammerländer Heerstraße in unmittelbarer Nähe zur Uni eine Litfaßsäule mit den Worten &ldquo;FCK ZIO NZS&rdquo; und &ldquo;ISRAEL = NAZITERROR&rdquo; beschmiert. Das Wort Israel wurde mit zwei Sig-Runen, dem Kennzeichen der SS, geschrieben. Des Weiteren wurde im Stadtgebiet mehrfach &ldquo;FCK ZIO NZS&rdquo; (FUCK ZIO NAZIS) geschmiert. In der Oldenburger Innenstadt befinden sich diese Schmierereien auch in der Abraham Straße. Diese wurde 1942 von den Nationalsozialist*innen wegen des jüdisch klingenden Namens in &ldquo;Winkelgang&rdquo; umbenannt. Erst 2001 erfolgte die Rückbenennung.</p>
<h1 id="antisemitische-täter-opfer-umkehr-und-ns-symbolik">Antisemitische Täter-Opfer-Umkehr und NS-Symbolik</h1>
<p>Mit diesen Aussagen werden der <strong>Staat Israel</strong> sowie <strong>zionistische Jüdinnen und Juden</strong> und alle, die mit ihnen solidarisch sind, als <strong>Nazis diffamiert</strong> und damit eine <strong>antisemitische Täter-Opfer-Umkehr</strong> betrieben.</p>
<ul>
<li>Knapp zwei Jahre nach dem 7. Oktober 2023 werden die Opfer des Hamas-Terrors zu Täter*innen erklärt und öffentlich mit denen gleich gesetzt, die im Nationalsozialismus ihre Familien verfolgten und ermordeten.</li>
<li>Auf besonders widerwärtige Art kommt dies in der verwendeten <strong>NS-Symbolik</strong> zum Ausdruck. Die <strong>Schutzstaffel</strong> (kurz SS) war eine Organisation der NSDAP, die als Terror- und Unterdrückungsorgan fungierte und maßgeblich verantwortlich war für die Planung und Durchführung der Shoah. Die Verwendung der Symbolik der Schutzstaffel ist in Deutschland strafbar und ein gern genutztes Symbol von Rechtsextremen.</li>
<li>Die <strong>Gleichsetzung Israels bzw. des Zionismus mit dem Nationalsozialismus</strong> ist eine perfide Verdrehung historischer Tatsachen und offenbart ein antisemitisches Bedürfnis. Indem die zahlreich in Israel lebenden Nachfahren der jüdischen NS-Opfer als Täter*innen dargestellt werden, wird die Schuld der Deutschen und all jener, die die nationalsozialistische Vernichtungsmission unterstützen, relativiert und diese somit entlastet.</li>
<li>Der Zionismus als Idee der staatlichen Selbstbestimmung von Jüdinnen und Juden entstand als Reaktion auf den Antisemitismus in den bürgerlichen Nationalstaaten. Da der Holocaust offenbarte, dass kein anderer Staat der Welt Jüdinnen und Juden vor der Vernichtung schützt, ist die Existenz Israels als jüdischer Staat eine unmittelbare Konsequenz daraus.</li>
</ul>
<h1 id="raumnahme-radikalisierter-israelfeinde">Raumnahme radikalisierter Israelfeinde</h1>
<p>Im Zeitraum des Auftauchens der Schmierereien fand am Ansgarikirchhof ein <strong>israelfeindliches Camp der links-islamischen Gruppe &ldquo;Seeds of Palestine&rdquo;</strong> statt.</p>
<ul>
<li>Bei früheren Demonstrationen der Gruppe wurde bereits in Parolen und Reden <strong>Terror gegen Jüdinnen und Juden verherrlicht</strong> und die <strong>Vernichtung Israels propagiert</strong>.</li>
<li>Ebenso störte die Gruppe 2024 am Jahrestag des 7. Oktobers lautstark das Gebet des Rabbiners und die Trauerreden für ermordete israelische Geiseln.</li>
<li>Die Schmierereien zeugen von einer weiteren <strong>Raumnahme eines radikalisierten israelfeindlichen Milieus in Oldenburg und Bremen</strong>. Die antisemitischen Inhalte werden immer offener kommuniziert und sind durchaus als <strong>Drohung</strong> an vermeintliche Feinde zu verstehen: In erster Linie sind das Jüdinnen und Juden, israelsolidarische Menschen und nicht zuletzt alle, die nicht in das menschenverachtende Weltbild der Täterin bzw. des Täters passen.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Zum antisemitischen Charakter des „Handala-Camps“ an der Universität Bremen</title>
      <link>https://bgabremen.de/posts/einordnung-antisemitismus-handala-camp-uni-bremen/</link>
      <pubDate>Wed, 30 Jul 2025 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/posts/einordnung-antisemitismus-handala-camp-uni-bremen/</guid>
      <description>Eine kritische Einordnung</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Die veranstaltenden Gruppen, <strong>„Uni(te) for Palestine“ und „Seeds of Palestine“</strong>, sind als <strong>Treiber für antisemitische Aktivitäten</strong> an der Universität schon länger bekannt. Wir hoffen, mithilfe der Universitätsleitung in Zukunft auch andere, antisemitismuskritische Stimmen an der Universität hörbar zu machen, um die ewige Kakophonie des Hasses und der Propaganda zu durchbrechen.</p>
<p>Warum das Handala-Camp als antisemitisch verurteilt wird, soll an einigen Beispielen verdeutlicht werden, die die verschiedenen Spielarten <strong>antisemitischer Ideologie</strong> einfangen: vor allem den <strong>israelbezogenen Antisemitismus, Post-Shoah-Antisemitismus und die De-Realisierung oder gar Unterstützung islamistischen Terrors</strong>.</p>
<h2 id="1-desinformation-und-geschichtsrevisionismus">1. Desinformation und Geschichtsrevisionismus</h2>
<ul>
<li>In einer Broschüre sowie auf einem Transparent wird die als <strong>„Kartentrick“ bekannte Propagandalüge vom „Palestinian land loss“</strong> gezeigt, eine Darstellung, die die Geschichte der Region in Form von Kartenmaterial gezielt verfälscht.<sup id="fnref:1"><a href="#fn:1" class="footnote-ref" role="doc-noteref">1</a></sup></li>
<li>Auf einem Flyer wird unter anderem behauptet, die Stadt <strong>Tel Aviv</strong>, die 1909 von jüdischen Siedlern gegründet wurde, heiße eigentlich <strong>„Tal Al-Rabih“</strong>.</li>
<li>Diese historisch unhaltbare Behauptung basiert ausschließlich auf einer palästinensischen Kindersendung, in der eine Mickey-Maus-Kopie mit einem älteren Mann spricht, der behauptet, das Land, aus dem er stamme, heiße „Tal Al-Rabi“ – und „die Juden“ hätten es nach der „Besetzung“ in „Tel Aviv“ umbenannt. Die Sendung wurde wiederholt als antisemitisch und gewaltverherrlichend eingestuft.</li>
</ul>
<div class="gallery">
  <figure>
    <a href="/images/handala-camp/handala-camp-1.jpg" data-caption="Der Flyer mit der Falschbehauptung zu Tel-Aviv">
      <img src="/images/handala-camp/handala-camp-1.jpg" alt="Der Flyer mit der Falschbehauptung zu Tel-Aviv">
    </a>
    <figcaption>Der Flyer mit der Falschbehauptung zu Tel-Aviv</figcaption>
  </figure>
  <figure>
    <a href="/images/handala-camp/handala-camp-2.jpg" data-caption="Die antisemitische und gewaltverherrlichende Mickey-Maus-Kopie">
      <img src="/images/handala-camp/handala-camp-2.jpg" alt="Die antisemitische und gewaltverherrlichende Mickey-Maus-Kopie">
    </a>
    <figcaption>Die antisemitische und gewaltverherrlichende Mickey-Maus-Kopie</figcaption>
  </figure>
  <figure>
    <a href="/images/handala-camp/handala-camp-3.jpg" data-caption='Die als „Kartentrick“ bekannte Propagandalüge vom „Palestinian land loss“'>
      <img src="/images/handala-camp/handala-camp-3.jpg" alt="Die als „Kartentrick“ bekannte Propagandalüge vom „Palestinian land loss“">
    </a>
    <figcaption>Die als „Kartentrick“ bekannte Propagandalüge vom „Palestinian land loss“</figcaption>
  </figure>
</div>
<h2 id="2-relativierung-des-holocaust">2. Relativierung des Holocaust</h2>
<ul>
<li>Auf einem Stickermotiv wird die <strong>Lehre aus der Shoah</strong> (dem Massenmord an Juden durch die Nazis) als anti-rassistischer Einsatz für die Menschenrechte der Palästinenser gedeutet.</li>
<li>Dadurch wird Israel als Zufluchtsort für Shoah-Überlebende und Juden unter der Hand auf die <strong>Ebene von Nazi-Deutschland</strong> gehoben.</li>
</ul>
<h2 id="3-genozidvorwurf">3. Genozidvorwurf</h2>
<ul>
<li>An diversen Stellen wird behauptet, Israel begehe einen <strong>Genozid in Gaza</strong> und betreibe <strong>„systematischen Massenmord“</strong> (Handala Camp Broschüre).</li>
<li>Zum Begriff des Genozids gehört aber Intentionalität, d.h. es müsste nachgewiesen werden, dass zivile Opfer bewusst maximiert werden. Die <strong>Evakuierungsaufrufe</strong> des israelischen Militärs an die Bevölkerung in Gaza, um die zivilen Toten so gering wie möglich zu halten, stehen dem Genozidvorwurf fundamental entgegen.</li>
</ul>
<h2 id="4-apartheidsvorwürfe">4. Apartheidsvorwürfe</h2>
<ul>
<li>Die Verurteilung Israels als <strong>Apartheidsstaat</strong> ist dämonisierend und daher mit der IHRA-Definition von Antisemitismus als antisemitisch einzuordnen, weil sie die Realität bewusst verzerrt darstellt. Die israelische Gesellschaft ist multiethnisch, multireligiös und gewährt gleiche bürgerliche Rechte.</li>
<li>Auch bei dem Vorwurf einer <strong>„Apartheidsmauer“</strong> wird der Kontext ausgeblendet. Der Mauerbau in den umstrittenen Gebieten ist eine Reaktion auf die zweite Intifada mit arabischen Selbstmord- und Bombenanschlägen. Durch die Mauer konnte die Zahl der Anschläge stark reduziert und Sicherheit gewährleistet werden.</li>
<li>Dämonisierend ist auch die Rede von Israel als <strong>„Israhell“</strong>.</li>
</ul>
<div class="gallery">
  <figure>
    <a href="/images/handala-camp/handala-camp-4.jpg" data-caption="Auf einem Stickermotiv wird die Lehre aus der Shoah (dem Massenmord an Juden durch die Nazis) als anti-rassistischer Einsatz für die Menschenrechte der Palästinenser gedeutet">
      <img src="/images/handala-camp/handala-camp-4.jpg" alt="Auf einem Stickermotiv wird die Lehre aus der Shoah (dem Massenmord an Juden durch die Nazis) als anti-rassistischer Einsatz für die Menschenrechte der Palästinenser gedeutet">
    </a>
    <figcaption>Auf einem Stickermotiv wird die Lehre aus der Shoah (dem Massenmord an Juden durch die Nazis) als anti-rassistischer Einsatz für die Menschenrechte der Palästinenser gedeutet</figcaption>
  </figure>
  <figure>
    <a href="/images/handala-camp/handala-camp-5.jpg" data-caption="Genozidvorwurf in der Broschüre des Handala Camps">
      <img src="/images/handala-camp/handala-camp-5.jpg" alt="Genozidvorwurf in der Broschüre des Handala Camps">
    </a>
    <figcaption>Genozidvorwurf in der Broschüre des Handala Camps</figcaption>
  </figure>
  <figure>
    <a href="/images/handala-camp/handala-camp-6.jpg" data-caption='Die Verurteilung Israels als Apartheidsstaat ist dämonisierend und daher mit der IHRA-Definition von Antisemitismus als antisemitisch einzuordnen'>
      <img src="/images/handala-camp/handala-camp-6.jpg" alt="Die Verurteilung Israels als Apartheidsstaat ist dämonisierend und daher mit der IHRA-Definition von Antisemitismus als antisemitisch einzuordnen">
    </a>
    <figcaption>Die Verurteilung Israels als Apartheidsstaat ist dämonisierend und daher mit der IHRA-Definition von Antisemitismus als antisemitisch einzuordnen</figcaption>
  </figure>
</div>
<h2 id="5-bds-unterstützung">5. BDS-Unterstützung</h2>
<ul>
<li>Auf Flyern von „Seeds of Palestine“ wird die <strong>BDS-Kampagne</strong> (Boykott, Desinvestition, Sanktionen) unterstützt.</li>
<li>Vom Bundestag wird diese Bewegung als <strong>gesichert antisemitisch eingestuft</strong>.</li>
</ul>
<div class="gallery">
  <figure>
    <a href="/images/handala-camp/handala-camp-8.jpg" data-caption="Flyer von „Seeds of Palestine“: Hier wird die BDS-Kampagne unterstützt">
      <img src="/images/handala-camp/handala-camp-8.jpg" alt="Flyer von „Seeds of Palestine“: Hier wird die BDS-Kampagne unterstützt">
    </a>
    <figcaption>Flyer von „Seeds of Palestine“: Hier wird die BDS-Kampagne unterstützt</figcaption>
  </figure>
  <figure>
    <a href="/images/handala-camp/handala-camp-7.jpg" data-caption="Flyer von „Seeds of Palestine“: Hier wird für eine Israel-Boykott-App geworben">
      <img src="/images/handala-camp/handala-camp-7.jpg" alt="Flyer von „Seeds of Palestine“: Hier wird für eine Israel-Boykott-App geworben">
    </a>
    <figcaption>Flyer von „Seeds of Palestine“: Hier wird für eine Israel-Boykott-App geworben</figcaption>
  </figure>
  <figure class="placeholder"></figure>
</div>
<h2 id="6-auslöschung-israels">6. Auslöschung Israels</h2>
<ul>
<li>Auf T-Shirts, Anhängern und im Flyer von „Seeds of Palestine“ ist <strong>Israel ausgelöscht und durch Palästina ersetzt</strong> worden.</li>
<li>Dass die Absichten der Hamas, den Massenmord an Juden fortzusetzen, von den Handala-Protestlern an keiner Stelle kritisiert werden, während gleichzeitig das Ziel der Auslöschung Israels geteilt wird, hinterlässt den Eindruck, Mord und Vertreibung der jüdischen Bevölkerung würde zumindest duldend in Kauf genommen.</li>
<li>Das spiegelt sich auch in der ebenfalls von der Hamas verwendeten <strong>Parole „From the river to the Sea“</strong> wider (welche als „from the censored to the censored“ auf einem Plakat aufgegriffen wird).</li>
</ul>
<div class="gallery">
  <figure>
    <a href="/images/handala-camp/handala-camp-9.jpg" data-caption="Auf T-Shirts, Anhängern und im Flyer von „Seeds of Palestine“ ist Israel ausgelöscht und durch Palästina ersetzt worden">
      <img src="/images/handala-camp/handala-camp-9.jpg" alt="Auf T-Shirts, Anhängern und im Flyer von „Seeds of Palestine“ ist Israel ausgelöscht und durch Palästina ersetzt worden">
    </a>
    <figcaption>Auf T-Shirts, Anhängern und im Flyer von „Seeds of Palestine“ ist Israel ausgelöscht und durch Palästina ersetzt worden</figcaption>
  </figure>
  <figure>
    <a href="/images/handala-camp/handala-camp-10.jpg" data-caption="Die von der Hamas verwendete Parole „From the river to the Sea“ („from the censored to the censored“) auf einem Plakat des Handala Camps">
      <img src="/images/handala-camp/handala-camp-10.jpg" alt="Die von der Hamas verwendete Parole „From the river to the Sea“ („from the censored to the censored“) auf einem Plakat des Handala Camps">
    </a>
    <figcaption>Die von der Hamas verwendete Parole „From the river to the Sea“ („from the censored to the censored“) auf einem Plakat des Handala Camps</figcaption>
  </figure>
  <figure>
    <a href="/images/handala-camp/handala-camp-11.jpg" data-caption='Auf T-Shirts, Anhängern und im Flyer von „Seeds of Palestine“ ist Israel ausgelöscht und durch Palästina ersetzt worden'>
      <img src="/images/handala-camp/handala-camp-11.jpg" alt="Auf T-Shirts, Anhängern und im Flyer von „Seeds of Palestine“ ist Israel ausgelöscht und durch Palästina ersetzt worden">
    </a>
    <figcaption>Auf T-Shirts, Anhängern und im Flyer von „Seeds of Palestine“ ist Israel ausgelöscht und durch Palästina ersetzt worden</figcaption>
  </figure>
</div>
<h2 id="7-intifada-bezug">7. Intifada-Bezug</h2>
<ul>
<li>Die <strong>Intifada</strong> steht für Terroranschläge in Israel, die explizit gegen jüdisches Leben gerichtet sind.</li>
<li>Dies wird in einem positiven Bezug in <strong>„Long live the student INTIFADA“</strong> aufgegriffen.</li>
</ul>
<h2 id="8-nutzung-von-hamas-symbolen">8. Nutzung von Hamas-Symbolen</h2>
<ul>
<li>Das <strong>rote nach unten gerichtete Dreieck</strong> wird von der Hamas zur <strong>Feindmarkierung und Kennzeichnung von Angriffszielen</strong> genutzt.</li>
<li>Hamas-Sympathisanten weltweit nutzen das Symbol, um Orte zu bedrohen, die einen positiven Bezug zu Israel oder zum Jüdischen haben bzw. sich gegen Antisemitismus positionieren.</li>
<li>Die Nachricht ist klar: Es blüht euch das, was den Feinden der Hamas passierte – den Juden und Nichtjuden, die am 7. Oktober 2023 niedergemetzelt wurden.</li>
<li>Die Nutzung des roten Dreiecks durch das „Handala Camp“ kann schwerlich anders denn als <strong>Sympathiebekundung mit der Hamas</strong> und als Unterstützung antisemitischer und islamistischer Terrorangriffe gedeutet werden.</li>
</ul>
<div class="gallery">
  <figure>
    <a href="/images/handala-camp/handala-camp-12.jpg" data-caption="Die Intifada steht für Terroranschläge in Israel, die explizit gegen jüdisches Leben gerichtet sind">
      <img src="/images/handala-camp/handala-camp-12.jpg" alt="Die Intifada steht für Terroranschläge in Israel, die explizit gegen jüdisches Leben gerichtet sind">
    </a>
    <figcaption>Die Intifada steht für Terroranschläge in Israel, die explizit gegen jüdisches Leben gerichtet sind</figcaption>
  </figure>
  <figure>
    <a href="/images/handala-camp/handala-camp-13.jpg" data-caption="Das rote nach unten gerichtete Dreieck wird von der Hamas zur Feindmarkierung und Kennzeichnung von Angriffszielen genutzt">
      <img src="/images/handala-camp/handala-camp-13.jpg" alt="Das rote nach unten gerichtete Dreieck wird von der Hamas zur Feindmarkierung und Kennzeichnung von Angriffszielen genutzt">
    </a>
    <figcaption>Das rote nach unten gerichtete Dreieck wird von der Hamas zur Feindmarkierung und Kennzeichnung von Angriffszielen genutzt</figcaption>
  </figure>
  <figure>
    <a href="/images/handala-camp/handala-camp-14.jpg" data-caption='Die Nutzung des roten Dreiecks durch das „Handala Camp“ kann schwerlich anders denn als Sympathiebekundung mit der Hamas und als Unterstützung antisemitischer und islamistischer Terrorangriffe gedeutet werden'>
      <img src="/images/handala-camp/handala-camp-14.jpg" alt="Die Nutzung des roten Dreiecks durch das „Handala Camp“ kann schwerlich anders denn als Sympathiebekundung mit der Hamas und als Unterstützung antisemitischer und islamistischer Terrorangriffe gedeutet werden">
    </a>
    <figcaption>Die Nutzung des roten Dreiecks durch das „Handala Camp“ kann schwerlich anders denn als Sympathiebekundung mit der Hamas und als Unterstützung antisemitischer und islamistischer Terrorangriffe gedeutet werden</figcaption>
  </figure>
</div>
<div class="footnotes" role="doc-endnotes">
<hr>
<ol>
<li id="fn:1">
<p>Prägnant wird der Kartentrick bspw. hier dekonstruiert: <a href="https://katapult-magazin.de/de/artikel/wie-eine-karte-die-geschichte-des-israel-palaestina-konfliktes-verfaelscht" target="_blank">Katapult Magazin. Wie eine Karte die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts verfälscht</a>.&#160;<a href="#fnref:1" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
</ol>
</div>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Bericht: Ein Jahr Bündnis gegen Antisemitismus Bremen</title>
      <link>https://bgabremen.de/posts/1-jahr-buendnis-gegen-antisemitismus-bremen/</link>
      <pubDate>Tue, 27 May 2025 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/posts/1-jahr-buendnis-gegen-antisemitismus-bremen/</guid>
      <description>Gründung, Aktivitäten und Ausblick</description>
      <content:encoded><![CDATA[<h2 id="gründung">Gründung</h2>
<p>Gegründet hat sich das BGA als Reaktion auf die antisemitische Campusbesetzung durch islamistische und linke Gruppen am 08. Mai 2024 &ndash; und auf die unserer Ansicht nach unzureichenden Stellungnahmen des Rektorats der Uni Bremen. Dies haben wir in unserem <a href="/posts/ueber-uns-about-bga-bremen-buendnis-gegen-antisemitismus/">Selbstverständnis</a> und in unserem ersten <a href="/posts/offener-brief-universitaet-bremen-antisemitismus-protestcamp/">offenen Brief an das Rektorat der Uni Bremen</a> ausgeführt.</p>
<div class="gallery">
  <figure>
    <a href="/images/1-jahr-bga/1-jahr-bga-1.jpg" data-caption="Der erste offene Brief an das Rektorat der Universität Bremen ...">
      <img src="/images/1-jahr-bga/1-jahr-bga-1.jpg" alt="offener Brief an das Rektorat der Uni Bremen">
    </a>
    <figcaption>Der erste offene Brief an das Rektorat der Universität Bremen ...</figcaption>
  </figure>
  <figure>
    <a href="/images/1-jahr-bga/1-jahr-bga-4.jpg" data-caption="... wurde auch am Campus verteilt ...">
      <img src="/images/1-jahr-bga/1-jahr-bga-4.jpg" alt="offener Brief an das Rektorat der Uni Bremen geflyert">
    </a>
    <figcaption>... wurde auch am Campus verteilt ...</figcaption>
  </figure>
  <figure>
    <a href="/images/1-jahr-bga/1-jahr-bga-3.jpg" data-caption='... und unter dem Titel <a href="https://www.anzeiger-verlag.de/osterholz/artikel/fatales-signal" target="_blank">"Fatales Signal"</a> im Osterholzer Anzeiger besprochen.'>
      <img src="/images/1-jahr-bga/1-jahr-bga-3.jpg" alt="offener Brief an das Rektorat der Uni Bremen besprochen im Osterholzer Anzeiger">
    </a>
    <figcaption>... und unter dem Titel <a href="https://www.anzeiger-verlag.de/osterholz/artikel/fatales-signal" target="_blank">"Fatales Signal"</a> im Osterholzer Anzeiger besprochen.</figcaption>
  </figure>
</div>
<h2 id="intervention-auf-der-breminale">Intervention auf der Breminale</h2>
<p>Während der letztjährigen Breminale vom 03.07. bis 07.07.2024 kam es zu einer <a href="/posts/breminale-antisemitismus-dokumentation/">weiteren Intervention</a> unsererseits, bei der wir eine Reihe antisemitischer Vorfälle durch mehrere Artists und den Umgang mit diesen anprangerten. Im Zuge dessen wurden wir für einen kurzen buten un binnen-Beitrag angefragt und hielten dort unser erstes <a href="https://www.butenunbinnen.de/videos/breminale-antisemitsmus-zwischenfall-100.html" target="_blank">Interview</a>. Der Titel des Beitrags war: Antisemitismus auf Breminale-Bühnen? Kritik von Bremer Bündnis gegen Antisemitismus.</p>
<div style="width:100%; display:flex; flex-direction:column; align-items:center;">
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    Dein Browser unterstützt das Video-Tag nicht.
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  <p style="font-size:0.9em; color:gray; margin-top:4px; text-align:center;">
    Quelle: <a href="https://www.butenunbinnen.de/videos/breminale-antisemitsmus-zwischenfall-100.html" target="_blank" style="color:gray; text-decoration:none;">buten un binnen, 2024</a>
  </p>
</div>
<h2 id="veranstaltungen-und-reden-september-bis-dezember-2024">Veranstaltungen und Reden (September bis Dezember 2024)</h2>
<p>Nachdem wir am 14.09. im zakk eine Infoveranstaltung organisierten, auf der wir das Bündnis vorstellten, hielten wir auf der Gedenkkundgebung am 06. Oktober in Oldenburg einen Redebeitrag. Die <a href="/posts/rede-gedenken-7-oktober-23-oldenburg-bremen/">Langfassung des Textes</a> haben wir in den darauffolgenden Wochen auch verteilt.</p>
<!--

<div style="text-align:center;">
  <div style="position:relative; width:100%; max-width:420px; aspect-ratio:16/9; margin:auto; cursor:pointer;"
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         alt="Vorschaubild des Videos"
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    </div>
  </div>
  <p style="font-size:0.9em; color:gray; margin-top:6px;">
    Auszüge aus unserem Redebeitrag auf der Gedenkkundgebung am 06.10.24 in Oldenburg.
  </p>
</div>
-->
<!-- Lightbox -->
<!--
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-->
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    Dein Browser unterstützt das Video-Tag nicht.
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  <p style="font-size:0.9em; color:gray; margin-top:4px; text-align:center;">
    Auszüge aus unserem Redebeitrag auf der Gedenkkundgebung am 06.10.24 in Oldenburg.
  </p>
</div>
<p>Am 16.10.2024 organisierten wir ein <a href="/events/ehrbarer-antisemitismus-heute-theater-bremen/">Podiumsgespräch</a> im Foyer des Theater Bremen mit dem Philosophen Michael Heidemann, Andreas Stahl von der Beratungsstelle gegen Antisemitismus an Hochschulen in NRW und Mark Rozanov vom Verband Jüdischer Studierender Nord.</p>
<div class="gallery">
  <figure>
    <a href="/images/1-jahr-bga/1-jahr-bga-7.jpg" data-caption="Auf der Podiumsdiskussion diskutierten Andreas Stahl, Mark Rozanov, Michael Heidemann und Kolja Witt ...">
      <img src="/images/1-jahr-bga/1-jahr-bga-7.jpg" alt="Podiumsdiskussion (ehrbarer Antisemitismus heute)">
    </a>
    <figcaption>Auf der Podiumsdiskussion diskutierten Andreas Stahl, Mark Rozanov, Michael Heidemann und Kolja Witt ...</figcaption>
  </figure>
  <figure>
    <a href="/images/1-jahr-bga/1-jahr-bga-8.jpg" data-caption="... unter dem Titel 'Ehrbarer Antisemitismus Heute' ...">
      <img src="/images/1-jahr-bga/1-jahr-bga-8.jpg" alt="offener Brief an das Rektorat der Uni Bremen geflyert">
    </a>
    <figcaption>... unter dem Titel 'Ehrbarer Antisemitismus Heute' ...</figcaption>
  </figure>
  <figure>
    <a href="/images/1-jahr-bga/1-jahr-bga-6.jpg" data-caption="... im Foyer des Theater Bremen.">
      <img src="/images/1-jahr-bga/1-jahr-bga-6.jpg" alt="offener Brief an das Rektorat der Uni Bremen besprochen im Osterholzer Anzeiger">
    </a>
    <figcaption>... im Foyer des Theater Bremen.</figcaption>
  </figure>
</div>
<p>Am 07. November 2024 saßen wir auf Einladung auf dem Podium im Haus der Wissenschaft zum Thema Jüdisches Leben in Bremen. Der Titel war: <a href="https://www.spurensuche-bremen.de/podiumsdiskussion-zwischen-alter-tradition-und-neuer-feindseligkeit-juedisches-leben-in-bremen/" target="_blank">Zwischen alter Tradition und neuer Feindseligkeit.</a></p>
<h2 id="zweiter-offener-brief">Zweiter Offener Brief</h2>
<p>Mitte November haben wir zudem einen <a href="/posts/zweiter-offener-brief-universitaet-bremen-antisemitismus/">zweiten offenen Brief</a> an das Rektorat der Uni Bremen geschrieben, da eine Antwort auf den ersten noch ausstand und weiterhin &ndash; über die vorlesungsfreie Zeit bis hin zur O-Woche &ndash; antisemitische Treffen und Veranstaltungen an der Bremer Universität abgehalten wurden. Im Zuge dessen kam es zu unserem zweiten Interview bei buten un binnen. Der Titel des Beitrags war: <a href="https://www.butenunbinnen.de/videos/antisemitismus-uni-studenten-palaestinenser-gaza-100.html" target="_blank">Bündnis fordert von Bremer Uni mehr Einsatz gegen Antisemitismus</a>.</p>
<div style="width:100%; display:flex; flex-direction:column; align-items:center;">
  <video style="width:100%; max-width:640px; height:auto;" controls>
    <source src="https://rbprogressivedl-a.akamaihd.net/clips/145/145851/145851_00570325_video_540p.mp4" type="video/mp4">
    Dein Browser unterstützt das Video-Tag nicht.
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  <p style="font-size:0.9em; color:gray; margin-top:4px; text-align:center;">
    Quelle: <a href="https://www.butenunbinnen.de/videos/antisemitismus-uni-studenten-palaestinenser-gaza-100.html" target="_blank" style="color:gray; text-decoration:none;">buten un binnen, 2024</a>
  </p>
</div>
<h2 id="weihnachtsbar-und-glühweinabend">Weihnachtsbar und Glühweinabend</h2>
<p>Zum Jahresausklang veranstalteten wir am 17.12.2024 unseren <a href="/events/bga-weihnachtsfeier-barabend/">Weihnachtsbar- und Glühweinabend im zakk</a>. Das Motto war: &ldquo;Das Jahr ausklingen lassen. Shai mit dem BGA&rdquo;. Es gab Snacks, Getränke, Musik. Es legten auf: Kukc a.m. [Punk/New Wave] und Friend Fyna [Elektronisch].</p>
<h2 id="podiumsdiskussion-shalom-libertad">Podiumsdiskussion „Shalom Libertad“</h2>
<p>Am 17.04.2025 organisierten wir zusammen mit der Autonomen Gruppe Neustadt eine Podiumsdiskussion im Kukoon mit dem Titel <a href="/events/shalom-libertad-linke-zwischen-solidaritaet-und-antisemitismus/">„Shalom Libertad“</a>. Die Diskussion befasste sich mit Solidarität und Antisemitismus &ndash; einer überfälligen Umorientierung. Es debattierten: Buchautor Dietrich Schulze-Marmeling (&ldquo;Antisemitismus Reloaded&rdquo;), Henriette Quade (ehemaliges Mitglied der PdL), Kolja Witt vom BGA und ein Vertreter der Autonomen Gruppe Neustadt.</p>
<div class="gallery">
  <figure class="placeholder"></figure>
  <figure>
    <a href="/images/1-jahr-bga/1-jahr-bga-11.jpg" data-caption="Die Langfassung des auf der Kundgebung am 6.10.24 in Oldenburg gehaltenen Redebeitrags haben wir in den darauffolgenden Wochen auch als Broschüre verteilt">
      <img src="/images/1-jahr-bga/1-jahr-bga-11.jpg" alt="Die Langfassung des auf der Kundgebung am 6.10.24 in Oldenburg gehaltenen Redebeitrags haben wir in den darauffolgenden Wochen auch als Broschüre verteilt">
    </a>
    <figcaption>Die Langfassung des auf der Kundgebung am 6.10.24 in Oldenburg gehaltenen Redebeitrags haben wir in den darauffolgenden Wochen auch als Broschüre verteilt</figcaption>
  </figure>
  <figure class="placeholder"></figure>
</div>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>standing united against the islamic regime</title>
      <link>https://bgabremen.de/posts/standing-united-against-the-islamic-regime/</link>
      <pubDate>Fri, 23 May 2025 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/posts/standing-united-against-the-islamic-regime/</guid>
      <description>Redebeitrag</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>46 Jahre nach der Islamischen Revolution ist vom einst breit getragenen Gründungsmythos kaum etwas übrig. Brannten sich damals die Bilder der radikalen Studenten, die am 4. November 1979 die US-Botschaft in Teheran stürmten und 52 Amerikaner_innen 444 Tage lang als Geiseln hielten, genauso ins kollektive Gedächtnis ein wie jubelnde Menschenmengen mit Khomeini-Porträts, voller Begeisterung für die Islamische Revolution, so dominieren heute Massendemonstrationen gegen das Regime. Massendemonstrationen wie nach der am 12. Juni 2009 verkündeten zweiten Präsidentschaftswahl Ahmadineschāds oder die „Frauen, Leben, Freiheit“-Bewegung. Genauso wie die Bilder von Frauen ohne und Männern mit Verhüllung als Akt des Widerstands, die Reportagen übe eine breit florierende Underground-, Party- und Subkulturszene – online sowie im echten Leben – und eine ganze Schar an oppositionellen exiliranischen Stimmen. Auch wenn die Widerstandsbewegung immer noch in ein linkes, das monarchistische und verschiedene andere Lager gespalten ist, so geht man doch davon aus, dass ein Großteil der Iranerinnen und Iraner sich in Opposition zur iranischen Gesinnungsdiktatur befindet und nichts als Verachtung gegenüber einem Regime empfindet, das seine Halbwertszeit längst überschritten hat.</p>
<p>Dennoch oder gerade deswegen unterdrückt die Islamische Republik Iran das Freiheitsstreben der eigenen Bevölkerung aufs Brutalste. Wer nicht dem patriarchalen, islamischen Sittenkodex entspricht oder es wagt, sich dem Regime entgegenzustellen, wird verfolgt, eingekerkert, gelyncht oder – wie im weltweit bekannten Fall von Jina Mahsa Amini – von der Polizei zu Tode geprügelt.
Um den inneren Zerfall zu verhindern, braucht das Regime einen äußeren Feind. Antisemitismus ist der ideologische Kitt, der zusammenhalten soll, was sich längst im Zerbrechen befindet.</p>
<p>Dieser kommt als bewusst eingesetztes Propagandamittel zum Einsatz, so wurden 2016 die „Protokolle der Weisen von Zion“ als 50-teilige Fernsehserie vom Staat verfilmt – in erster Linie ist der Antisemitismus aber von den Herrschern selbst geglaubte Ideologie. Eine Ideologie, die sie veranlasst, einen beträchtlichen Teil des Staatshaushalts für die Finanzierung von Terrororganisationen wie der Hamas im Gazastreifen, den Huthis im Jemen, den Aufbau von Proxy-Armeen wie der Hisbollah im Libanon oder diversen Milizen im Irak und Syrien auszugeben. Diese tragen den Terror in die gesamte Region und arbeiten maßgeblich auf ein Ziel hin: die Vernichtung Israels und aller kosmopolitisch über die Welt verstreuten Juden, wie die Verwicklung in Anschläge auf die jüdische Gemeinde in Buenos Aires oder auf israelische Touristen zeigt.</p>
<p>Zudem war es der Iran selbst, der nicht nur über seine libanesische Schattenarmee Hisbollah eine ähnliche Infiltration Israels geplant hatte, wie sie die Hamas am 7. Oktober durchführte, was durch die israelische Armee verhindert wurde, sondern Israel auch zweimal direkt von seinem eigenen Staatsgebiet aus angegriffen hat.</p>
<p>Antisemitismus hat im Iran eine lange Tradition. Nach einer im schiitischen Islam verankerten Doktrin gelten Juden als unrein, weshalb sie beispielsweise öffentliche Bäder nicht nutzen dürfen. Eine von vielen Regelungen, die im Iran bis heute gültig sind und den Dhimmi-Status jüdischer Menschen manifestieren. Zur offiziellen Staatsdoktrin wurde der Antisemitismus im Iran jedoch erst mit der Islamischen Revolution von 1979. Deren Führer Ruhollah Chomeini war begeisterter Hörer von Radio Zeesen, einem vom nationalsozialistischen Deutschland betriebenen Propagandasender für die islamische Welt, organisiert durch den Großmufti von Jerusalem und Hitlerverbündeten Amin al-Husseini.
Nach der Revolution ließ Chomeini politische Gegner unter dem Vorwurf der „Kriegsführung gegen Allah“ als Munafeqin hinrichten, ein Begriff, den der Prophet Mohammed ursprünglich für Kollaborateure mit Juden verwendete. Auch nach dem Tod Chomeinis 1989 änderte sich nichts am antisemitischen Wahn im Iran. Der neue Ajatollah Ali Chamenei übersetzte unter anderem die Schriften des Begründers der Muslimbruderschaft und maßgeblichen Stichwortgebers des islamischen Antisemitismus, Sayyid Qutb, ins Persische und bezeichnet Israel in nationalsozialistischer Rhetorik als „Krebsgeschwür“. Nicht zu vergessen ist auch die sogenannte Holocaust-Leugner-Konferenz im Iran, die am 11. und 12. Dezember 2006 neben Islamisten auch zahlreiche Neonazis und Rechtsextreme jeglicher Couleur nach Teheran mit dem Ziel zog, durch die Relativierung oder Leugnung des Holocausts Israel das Existenzrecht abzusprechen und seine seit 1979 gegenüber Israel hervorgebrachte Vernichtungsabsicht moralisch zu unterfüttern.</p>
<p>Dass der politische Wechsel iranischer Präsidenten, wie vom Hardliner Mahmud Ahmadineschād zum vermeintlich moderaten Hassan Rohani, für die existentielle Bedrohung Israels keine Bedeutung hat, zeigt nicht zuletzt das unbeirrte Festhalten am Atomprogramm, das sich nur als „zivil“ zurechtlügen lässt, wenn man den Antisemitismus des iranischen Regimes reproduziert.</p>
<p>Das iranische Nuklearprogramm, das bereits in den 1950er Jahren unter Schah Mohammad Reza Pahlavi entstand, wurde nach der Islamischen Revolution 1979 zunächst ausgesetzt, nur um dann ab den 1980er Jahren im Geheimen wiederaufgenommen und weiterentwickelt zu werden; ab den 1990er Jahren dann unter dem Druck internationaler Isolation und Sanktionen. 2015 wurde der Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA), das sogenannte Atomabkommen, zwischen Iran und den sechs größten Wirtschaftsstaaten sowie der gesamten EU unter maßgeblicher Führung Obamas abgeschlossen, das dem Iran ein Nuklearprogramm zur zivilen Nutzung zugestand. Im Gegenzug zu den damit verbundenen Kontrollen und Verpflichtungen hob der Westen Sanktionen auf und erlaubte dem Iran ein wirtschaftliches Wiederaufleben.
Bereits vor dem Atomdeal hatte der Iran zentrale Aspekte seines Programms geheim gehalten, militärisch relevante und potenziell nicht zivile Anlagen wie in Fordo oder Natanz verschwiegen. Nach dem Atomabkomen, sowohl vor als auch nach dem US-Ausstieg 2018, hat der Iran gegen wichtige Verpflichtungen verstoßen, der Internationalen Atomenergiebehörde zeitweise den Zugang zu militärischen Anlagen verweigert und ein ballistisches Raketenprogramm aufgenommen. Auch von der offen verkündeten Absicht, Israel vernichten zu wollen, wurde nie abgerückt.
Die Sanktionslockerungen durch den Westen verhalfen dem Iran zu neuer politischer, wirtschaftlicher und ideologischer Stärke. Schon vor dem Ausstieg aus dem Atomabkommen durch Donald Trump wurde die Hamas über Revolutionsgarden und Quds-Brigaden finanziell und logistisch beliefert. Ebenso wurde durch den Atomdeal die Bereitschaft noch weiter gefördert, Proxy-Gruppen in der gesamten Region aufzurüsten und ein eigenes ballistisches Raketenprogramm zu entwickeln. Nach der einseitigen Aufkündigung durch die USA kam es zusätzlich zur Intensivierung der Urananreicherung auf fast kernwaffenfähige 60 Prozent, zur Installation von mehr als erlaubten Zentrifugen und zur Ausweisung von Inspekteuren.</p>
<p>Entscheidend ist aber: Die Aufrüstung der Proxys in der Region durch logistische, finanzielle und militärische Hilfe, die Entwicklung des eigenen Raketenprogramms sowie der Zeitvorsprung beim Atomprogramm waren nur durch die indirekte Mithilfe und passive Billigung des Westens im Zuge des Atomdeals möglich.</p>
<p>Die notwendige Intervention, durch das israelische Militär gegen dieses, kann nur jene optimistisch stimmen, die nicht nur an der Seite Israels stehen, sondern auch an der Seite der iranischen Zivilbevölkerung, die von der antisemitischen Propaganda nichts wissen will und den Ajatollah lieber heute als morgen gestürzt sähe. Der Kampf gegen Antisemitismus und der Kampf gegen das iranische Regime gehen Hand in Hand.</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Die sogenannte Palästinasolidarität auf Bremer Demonstrationen</title>
      <link>https://bgabremen.de/posts/einordnung-palaestina-solidaritaet-demos-bremen/</link>
      <pubDate>Wed, 16 Apr 2025 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/posts/einordnung-palaestina-solidaritaet-demos-bremen/</guid>
      <description>Eine kritische Einordnung</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Am 01. Mai, dem inzwischen zum &ldquo;Tag der Arbeit&rdquo; herabgesetzten &ldquo;Kampftag der Arbeiterbewegung&rdquo;, versammeln sich seit 135 Jahren weltweit Menschen, höhere Löhne, bessere Arbeitszeiten oder konsequent die radikale Aufhebung der kapitalistischen Ausbeutung zu fordern. Seit 114 Jahren wird am 8. März für die rechtliche Gleichstellung und Emanzipation der Frau demonstriert. Und nach wie vor finden regelmäßig die 2018 erstmals begonnenen Klimastreiks statt. All diesen Demonstrationen ist gemeinsam, dass sie in letzter Zeit zunehmend von Gruppen eingenommen werden, die der islamisch-aktivistischen (nicht selten mit Verbindungen zu islamistischen Akteuren) und antiimperialistischen Szene zuzuordnen sind. Teile der Demonstrationen sind gespickt mit Kufiyahs (auch Palästinenser-Tuch genannt), ein Symbol, das seit 1936 untrennbar mit dem teils arabisch-ethnozentrischen, teils islamistisch-antisemitischen Terror gegen Juden verknüpft ist<sup id="fnref:1"><a href="#fn:1" class="footnote-ref" role="doc-noteref">1</a></sup>, immer wieder sind antisemitische Sprechchöre wie „Kindermörder Israel&quot; zu hören.</p>
<div class="gallery">
  <figure>
    <a href="/images/sogenannte-pali-soli/pali-soli-1.jpg" data-caption="Autoritäre Linke am 1. Mai bei der DGB-Demo. Der Hintergrund des Transparents symbolisiert die arabische Kufiyah.">
      <img src="/images/sogenannte-pali-soli/pali-soli-1.jpg" alt="Autoritäre Linke am 1. Mai bei der DGB-Demo. Der Hintergrund des Transparents symbolisiert die arabische Kufiyah.">
    </a>
    <figcaption>Autoritäre Linke am 1. Mai bei der DGB-Demo. Der Hintergrund des Transparents symbolisiert die arabische Kufiyah.</figcaption>
  </figure>
  <figure>
    <a href="/images/sogenannte-pali-soli/pali-soli-2.jpg" data-caption="Autoritäre Linke bei der 8. März-Demonstration des Feministischen Streiks Bremen. Die Befreiung der Frau von repressiven religiösen Sitten und islamistischer Herrschaft ist hier wohl nicht gemeint. Stattdessen soll durch assoziative Verknüpfung von Feminismus und Palästinasolidarität der Eindruck erweckt werden, das eine hätte irgendetwas mit dem anderen zu tun.">
      <img src="/images/sogenannte-pali-soli/pali-soli-2.jpg" alt="Autoritäre Linke bei der 8. März-Demonstration des Feministischen Streiks Bremen. Die Befreiung der Frau von repressiven religiösen Sitten und islamistischer Herrschaft ist hier wohl nicht gemeint. Stattdessen soll durch assoziative Verknüpfung von Feminismus und Palästinasolidarität der Eindruck erweckt werden, das eine hätte irgendetwas mit dem anderen zu tun.">
    </a>
    <figcaption>Autoritäre Linke bei der 8. März-Demonstration des Feministischen Streiks Bremen. Die Befreiung der Frau von repressiven religiösen Sitten und islamistischer Herrschaft ist hier wohl nicht gemeint. Stattdessen soll durch assoziative Verknüpfung von Feminismus und Palästinasolidarität der Eindruck erweckt werden, das eine hätte irgendetwas mit dem anderen zu tun.</figcaption>
  </figure>
  <figure>
    <a href="/images/mp4/pali-soli-antizionismus-parolen.mp4" data-caption='„Palästinasolidarität“ auf einer Klimademo von Fridays for Future. „Alle zusammen gegen Zionismus“ und „Der Kampf für das Klima, nicht ohne Palästina“ – Auf Argumente, warum der Klimakampf mit Palästina und gegen Israel ausgefochten werden muss, darf man abseits von suggestiven Slogans nicht hoffen.' data-type='video'>
      <img src="/images/sogenannte-pali-soli/pali-soli-3.jpg" alt="„Palästinasolidarität“ auf einer Klimademo von Fridays for Future. „Alle zusammen gegen Zionismus“ und „Der Kampf für das Klima, nicht ohne Palästina“ – Auf Argumente, warum der Klimakampf mit Palästina und gegen Israel ausgefochten werden muss, darf man abseits von suggestiven Slogans nicht hoffen.">
    </a>
    <figcaption>„Alle zusammen gegen Zionismus“ und „Der Kampf für das Klima, nicht ohne Palästina“ – Auf Argumente, warum der Klimakampf mit Palästina und gegen Israel ausgefochten werden muss, darf man abseits von suggestiven Slogans nicht hoffen.</figcaption>
  </figure>
</div>
<p>Auf das machistisch-aggressive Auftreten wäre noch einmal gesondert einzugehen. Man muss sich aber auch grundsätzlich fragen, was Emanzipation von Ausbeutung, Sexismus und Naturnutzung mit der palästinensischen Sache zu tun haben. Jene Aktivisten wollen glauben machen, dass in Israel alle Fäden der Unterdrückung zusammenlaufen, dass wiederum alle Kämpfe für Befreiung notwendig mit der Befreiung Palästinas zusammenhängen und mit dieser „intersektional&quot; verknüpft sind. Hinter dieser falsch verstandenen Intersektionalität verbergen sich jedoch erlösungsantisemitische Phantasien: Erst, wenn Israel als größtes Übel der Menschheit von der Landkarte verschwände, sei die Erlösung der Menschheit greifbar.</p>
<p>Stattdessen ist das Vorgehen recht durchschaubar: Progressive soziale Bewegungen sollen für den eigenen Hass gegen den jüdischen Staat gekapert werden. Dass dieser Hass die Motivation hinter der vermeintlichen Solidarität ist, machen die Demonstranten selbst immer wieder deutlich.</p>
<div class="gallery">
  <figure class="placeholder"></figure>
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    <a href="/images/sogenannte-pali-soli/pali-soli-4.jpg" data-caption="Hier wird beispielsweise das rote Dreieck der Terrorgruppe Hamas, das diese zur Feindmarkierung nutzt, auf die Israel symbolisierende Zahl 75 (der israelische Staat besteht seit 75 Jahren) gerichtet.">
      <img src="/images/sogenannte-pali-soli/pali-soli-4.jpg" alt="Hier wird beispielsweise das rote Dreieck der Terrorgruppe Hamas, das diese zur Feindmarkierung nutzt, auf die Israel symbolisierende Zahl 75 (der israelische Staat besteht seit 75 Jahren) gerichtet">
    </a>
    <figcaption> Hier wird beispielsweise das rote Dreieck der Terrorgruppe Hamas, das diese zur Feindmarkierung nutzt, auf die Israel symbolisierende Zahl 75 (der israelische Staat besteht seit 75 Jahren) gerichtet</figcaption>
  </figure>
  <figure class="placeholder"></figure>
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<p>Antisemitismus, ob von links oder rechts, ist mit progressiven sozialen Ideen nicht vereinbar. Trotzdem herrschen in linken und kulturschaffenden Zusammenhängen immer noch Laxheit und Desinteresse vor. Linker und islamischer Antisemitismus bedrohen die Imagination eines geeinten, linken Projekts und die eigene Bündnisfähigkeit, daher werden diese Formen relativiert oder ignoriert. Doch die Ideale der „propalästinensischen&quot; Bewegung sind nicht emanzipatorisch, sie sind destruktiv. Ihre Vorstellung von Befreiung ist die der Vernichtung des nationalen Schutzraums der Juden.</p>
<p>Organisatoren sollten sich fragen, ob sie auch rechte Antisemiten auf ihren Demonstrationen dulden würden und was diese eigentlich von den linken und islamischen trennt oder umgekehrt, was sie selbst mit letztgenannten gemeinsam haben. Wir wünschen uns von Gruppen wie dem DGB, Fridays for Future und dem Feministischen Streik Bremen, dass sie daraus die nötigen Konsequenzen ziehen und dass, wo ein Ausschluss von der Demonstration nicht möglich ist, die entsprechenden Gruppen wenigstens glaubwürdig und öffentlich sichtbar kritisiert werden. Andernfalls werden ihre Demonstrationen, ob gewollt oder ungewollt, zum Vehikel für antisemitische Propaganda.</p>
<div class="footnotes" role="doc-endnotes">
<hr>
<ol>
<li id="fn:1">
<p>Wir verweisen hierzu auf den <a href="https://bgaoldenburg.wordpress.com/wp-content/uploads/2024/09/kufia_neu_2.pdf" target="_blank">Flyer des Bündnisses gegen Antisemitismus Antizionismus Oldenburg&quot;.&#160;<a href="#fnref:1" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
</ol>
</div>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Unsere Antwort auf den Beitrag von buten un binnen</title>
      <link>https://bgabremen.de/posts/richtigstellung-buten-un-binnen/</link>
      <pubDate>Wed, 11 Dec 2024 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/posts/richtigstellung-buten-un-binnen/</guid>
      <description>Richtigstellung bezüglich des Beitrags „Bündnis fordert von Bremer Uni mehr Einsatz gegen Antisemitismus“ vom 23.11.24</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Nach unserem Offenen Brief an das Rektorat der Universität Bremen hat das Regionalmagazin „buten un binnen“ einen Beitrag über Antisemitismus an der Universität ausgestrahlt, in dem auch wir interviewt wurden. Wir möchten „buten un binnen“ für das Interesse an unserer Arbeit danken und sehen in dem Beitrag eine notwendige Intervention gegen die antisemitischen Umtriebe und die mangelnde Handlungsbereitschaft vonseiten des Rektorats. Dennoch müssen wir eine Aussage aus dem Beitrag richtigstellen, da sie die von uns vertretende Position verfälscht.</p>
<p>Am Ende des Beitrags wurde uns folgende Aussage in den Mund gelegt:
„Kritik an Israel sei nicht automatisch judenfeindlich und die allermeisten, die sich für die Anliegen der Palästinenser einsetzen, seien keine Feinde Israels oder gar Judenhasser. Aber es gebe eben radikale Äußerungen und die sollten stärker geahndet werden.“</p>
<p>Die hier zitierten Worte sind von uns nie geäußert worden, da wir entgegen der Behauptung Antisemitismus nicht als Randphänomen, sondern als integralen Bestandteil des gegenwärtigen „pro-palästinensischen“ Aktivismus betrachten. Nicht nur ist das Erscheinungsbild des Aktivismus von eindeutig antisemitischen Parolen und Symbolen geprägt, es sind auch die in der „pro-palästinensischen&quot; Szene fest verankerten antisemitischen Mythen, die in der öffentlichen Debatte in der Regel als harmlos wahrgenommen werden.</p>
<p>Sei es der Nakba-Mythos, der immer wieder erhobene Genozidvorwurf oder die Behauptung, Israel sei ein Apartheidstaat: Es wird deutlich, dass der Kampf für die „palästinensische Sache“ eins ist mit der Delegitimierung und Dämonisierung Israels. Das Zeigen von Landkarten, auf denen Israel nicht mehr existiert, oder auch das Tragen des „Palästinensertuch“, dessen Symbolgehalt mit der Politisierung durch Mohammed Amin al-Husseini klar auf die Vernichtung Israels ausgerichtet ist, verdeutlichen das Movens der Bewegung. Anders wäre auch kaum zu erklären, warum sich die „pro-palästinensischen“ Aktivisten erst für die „Anliegen der Palästinenser“ interessieren, wenn sie meinen, Israelis als Täter ausmachen zu können. Über die Terrorherrschaft der Hamas und der Fatah, den ausgeprägten Antisemitismus in der palästinensischen Bevölkerung schweigt man hingegen.</p>
<div style="text-align: center;">
  <video style="width:100%; max-width:640px; height:auto; cursor:pointer;" controls onclick="openLightbox(this)">
    <source src="https://rbprogressivedl-a.akamaihd.net/clips/145/145851/145851_00570325_video_540p.mp4" type="video/mp4">
    Dein Browser unterstützt das Video-Tag nicht.
  </video>
  <p style="font-size: 0.9em; color: gray; margin-top: 4px;">
    Der genannte Videobeitrag. Quelle: <a href="https://www.butenunbinnen.de/videos/antisemitismus-uni-studenten-palaestinenser-gaza-100.html" target="_blank" style="color: gray; text-decoration: none;">buten un binnen, 2024</a>
  </p>
</div>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Zweiter offener Brief an die Universität Bremen</title>
      <link>https://bgabremen.de/posts/zweiter-offener-brief-universitaet-bremen-antisemitismus/</link>
      <pubDate>Sat, 09 Nov 2024 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/posts/zweiter-offener-brief-universitaet-bremen-antisemitismus/</guid>
      <description>Antisemitische Entwicklungen an der Universität Bremen</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrte Prof. Dr. Günther, Fr. Meyer, Prof. Dr. Kucera, Prof. Dr.-Ing. Petersen und Dr. Boehnke,</p>
<p>in unserem offenen Brief von Anfang Juni haben wir Sie darauf hingewiesen, dass am 08. Mai im Zuge der pro-palästinensischen Campus-Besetzung von islamistischen und linken Gruppen sowie Einzelpersonen antisemitische Positionen propagiert und Israel das Existenzrecht abgesprochen wurde. Die Aktivist:innen schreckten nicht einmal davor zurück, das von der Hamas zur Feindmarkierung genutzte rote Dreieck<sup id="fnref:1"><a href="#fn:1" class="footnote-ref" role="doc-noteref">1</a></sup> auf einem ihrer Transparente abzubilden. Damit springen sie auf den Zug der politischen Ästhetisierung des Antisemitismus auf und – entscheidender – machen sich gemein mit der Hamas.<sup id="fnref:2"><a href="#fn:2" class="footnote-ref" role="doc-noteref">2</a></sup></p>
<p>Trotz der von Ihnen veranlassten Räumung verlautbarten Sie in mehreren Statements äquidistante Positionen, die Israels militärische Antwort auf das am besten dokumentierte Pogrom der Menschheitsgeschichte terminologisch in die Nähe des palästinensischen Vernichtungsantisemitismus rückten.<sup id="fnref:3"><a href="#fn:3" class="footnote-ref" role="doc-noteref">3</a></sup> Zudem erwähnten Sie den antisemitischen Charakter der protestierenden Gruppen mit keiner Silbe und kündigten an, mit allen Seiten im Dialog bleiben zu wollen. Nachdem wir ausführlich die Positionen der zum Protest aufrufenden Gruppen darstellten, haben wir auf die allgemein sich immer weiter zuspitzende Bedrohungslage für Jüdinnen:Juden und Israeli:nnen auf deutschen und internationalen Campus aufmerksam gemacht. Zudem baten wir Sie zu überdenken, Akteur:innen als friedlich zu bezeichnen, die anhand der durch den Bundestag ratifizierten Antisemitismusdefinition eindeutig als antisemitisch einzustufen wären und forderten Sie auf, konsequent gegen Antisemitismus an der Universität Bremen vorzugehen.</p>
<p>Eine Antwort haben wir nicht erhalten. Stattdessen wurden weiterhin – über die vorlesungsfreie Zeit bis hin zur O-Woche – antisemitische Treffen und Veranstaltungen an der Bremer Universität abgehalten, ohne dass Sie sich trotz mehrfacher Skandalisierung durch uns und andere dazu berufen fühlten, einzuschreiten und dem etwas entgegenzusetzen. Die in Rede stehenden Veranstaltungen und das dahinterstehende informelle Bündnis aus islamistischen, links-autoritären und postkolonialen Gruppen und Vertreter:innen der Hochschulpolitik möchten wir daher im Folgenden noch einmal auszugsweise dokumentieren, um abermals auf die besorgniserregende Lage an der Bremer Universität aufmerksam zu machen und Sie erneut dazu aufzufordern, Stellung zu beziehen und konsequent gegen Antisemitismus an der Universität Bremen vorzugehen.</p>
<h2 id="fortgesetzte-antisemitische-aktivitäten-auf-dem-campus">Fortgesetzte antisemitische Aktivitäten auf dem Campus</h2>
<ol>
<li>
<p>Einige Wochen nach der Publikation unseres offenen Briefes wiesen wir Sie in einer weiteren E-Mail auf eine Streaming-Veranstaltung hin, die unter dem Titel „Palästina Kongress im Exil“ am 25. Juli im Raum 1460 des MZH-Gebäudes abgehalten worden ist, organisiert von der Gruppe <em>Uni(te) for Pali</em>, die ebenfalls das Bremer Protestcamp initiiert hatte. Angelehnt war das Event an den Berliner „Palästina Kongress“. Dieser war im April unter anderem abgebrochen und nachträglich verboten worden, weil die Kongressteilnehmer:innen eine Videobotschaft von Salman Abu Sitta abspielten. Gegen diesen besteht ein politisches Betätigungsverbot in Deutschland, da er in einem Gastbeitrag auf einer antisemitischen Webseite das Massaker der Hamas bejubelte und verkündete, dass er beim Pogrom der Hamas am 7. Oktober mitgemacht hätte, wenn er jünger und agiler gewesen wäre.<sup id="fnref:4"><a href="#fn:4" class="footnote-ref" role="doc-noteref">4</a></sup> Auch dieser Interventionsversuch durch uns blieb unbeantwortet. Stattdessen wurde gegenüber der Bürgerschaft von Ihnen im Nachgang behauptet: „Für das Screening hat es keine offizielle Anmeldung einer Veranstaltung bei der Universität gegeben, es war kein Raum gebucht. Es ist nicht auszuschließen, dass der Livestream von einzelnen Studierenden ggf. in den Räumen der Universität auf privaten Geräten und aus privaten Motiven verfolgt wurde. Eine Erhebung dieser Sachverhalte, die nicht unmittelbar mit den universitären Aufgaben in Verbindung stehen, würde in das Persönlichkeitsrecht der Studierenden eingreifen.“<sup id="fnref:5"><a href="#fn:5" class="footnote-ref" role="doc-noteref">5</a></sup> Konträr dazu steht allerdings in einem Bericht von Seiten des Senats: „Wenn das Rektorat bzw. die jeweils Verantwortlichen davon erfahren, dass dieser Raum [die Universität] für Hassaufrufe, Antisemitismus und die Relativierung von Gewaltverbrechen genutzt werden, sind sie aufgefordert Hinweisen nachzugehen und alles dafür zu tun, dass der Schutz vor Diskriminierungen und damit auch vor Antisemitismus sichergestellt wird.“<sup id="fnref:6"><a href="#fn:6" class="footnote-ref" role="doc-noteref">6</a></sup> Indessen wurden unsere Hinweise auf den antisemitischen Charakter der Veranstaltung nicht nur ignoriert, laut Protokoll der infrage stehenden Ausschussitzung behauptete Fr. Meyer wahrheitswidrig, „die Universität sei mit der Gruppe [Bündnis gegen Antisemitismus Bremen] in Kontakt und es gebe weitere, flankierende Maßnahmen.“ (Ebd.)</p>
</li>
<li>
<p>Im Verlauf der Orientierungswoche kam es zu mehreren antisemitischen Veranstaltungen und Vorfällen. Nicht nur waren die Stände auf dem Boulevard dominiert von sogenannten ‚roten Gruppen‘, die zum festen Bestandteil der wöchentlich durch Bremen ziehenden antiisraelischen Aufmärsche gehören, auch der <em>Muslimische Hochschulbund Bremen</em> (MHB), der über den <em>Interkulturellen Akademiker Bund</em> (IAG) mittlerweile im Studierendenparlament sitzt, fiel vor Ort durch antisemitische Sybolik auf. Während der IAG die Förderung eines offenen Diskurses an der Uni zum Nahost-Konflikt proklamiert, verteilte der <em>Muslimische Hochschulbund</em> auf dem Boulevard Palästina-Anstecker, auf denen Israel bereits ausgelöscht ist.<sup id="fnref:7"><a href="#fn:7" class="footnote-ref" role="doc-noteref">7</a></sup> Schon zu Beginn der Orientierungswoche wurde im Glaskasten ein Banner mit der Aufschrift „ya allah ya allah intifada“ aufgehängt, zu dem sich wieder einmal die Hochschulgruppe <em>Uni(te) for Pali</em> bekannte<sup id="fnref:8"><a href="#fn:8" class="footnote-ref" role="doc-noteref">8</a></sup> und damit ein weiteres Mal die zwei Terrorwellen glorifizierte, die über 1100 Menschen das Leben kosteten. Diese Gruppe hatte ebenfalls einen Stand auf dem Boulevard, an dem sie gemeinsam mit dem MHB beim sogenannten ‚Watermelon Wednesday‘ Spenden für die Organisation <em>Islamic Relief</em> sammelte, die der islamistischen Muslimbruderschaft zuzurechnen ist.<sup id="fnref:9"><a href="#fn:9" class="footnote-ref" role="doc-noteref">9</a></sup> <em>Uni(te) for Pali</em> organisierte außerdem eigene Veranstaltungen im Zuge der O-Woche. Im selbstorganisierten studentischen Raum ‚Communitas‘, der sonst „ein flauschiger Ort zum Wohlfühlen sein [soll], in dem linke Kultur und ein solidarisches Miteinander ganz normal sind“<sup id="fnref:10"><a href="#fn:10" class="footnote-ref" role="doc-noteref">10</a></sup>, fand am 10. Oktober die Veranstaltung ‚Fighting against the Uni Bremen’s complicity in the Genocide in Gaza‘ statt, auf der Israel des „Genozids“, „systematischen Massenmords“ und eines „rassistischen Apartheidsystems“ beschuldigt wurde. Diese Veranstaltung bewarb der AStA und war Teil der ‚kritischen O-Woche‘ (ebd.). Belohnt wurden die sogenannten <em>Students for Palestine</em> dafür vom kulturwissenschaftlichen Institut der Uni, indem die Gruppe(n) als „keynote Speaker“ auf die Konferenz ‚Abolition/Radical Pedagogy: University Education in Times of Crisis‘ am 17./18. Oktober eingeladen wurde.<sup id="fnref:11"><a href="#fn:11" class="footnote-ref" role="doc-noteref">11</a></sup> Die Hochschulgruppe <em>Kritisch. Radikal. Antirassistisch. Links. Lästig. Emanzipatorisch</em> (KRALLE), die seit vielen Jahren tonangebend im AStA ist, zuletzt allerdings durch entristische Unterwanderung in die Hände von linksautoritären Akteuren geriet, führte am 14. Oktober in Räumen des AStA die Veranstaltung ‚On the situation in Palestine and the resistance at the university‘ durch, auf der die durch Antisemitismus gekennzeichnete Besetzung der Uni als Widerstand bezeichnet wurde.<sup id="fnref:12"><a href="#fn:12" class="footnote-ref" role="doc-noteref">12</a></sup> Um zu verstehen, mit wem man es bei <em>Uni(te) for Pali</em> zu tun hat, hilft auch ein Blick ins kürzlich gemeinsam mit <em>Seeds of Palestine</em> verfasste Statement „Trauer als Kriegswaffe“. In diesem heißt es bezogen auf die Trauerveranstaltung anlässlich des Jahrestags des Pogroms am 07. Oktober: „Als ‚Trauerveranstaltung‘ gelabelt, hatte das Event vor allem einen Zweck: Die Verbreitung der israelischen Kriegspropaganda zur Legitimierung des Völkermordes in Gaza und der Invasion im Libanon (&hellip;) Es ist nicht der Antisemitismus, der zunimmt, sondern die Kriminalisierung der Palästinabewegung“.<sup id="fnref:13"><a href="#fn:13" class="footnote-ref" role="doc-noteref">13</a></sup> Wer auf einer Veranstaltung versucht, lautstark das Gebet des Rabbiners und die Trauerreden für ermordete israelische Geiseln durch Grölen von Parolen wie „Kindermörder Israel“ zu übertönen und hinterher behauptet, nicht antisemitisch, sondern aus „Widerstand“ gehandelt zu haben, hat offenbar nicht begriffen, was Antisemitismus ist, landet folgerichtig bei der kontrafaktischen Bestreitung der Zunahme von Antisemitismus und diskreditiert sich damit vollends als hochschulpolitischer Studierendenverband.
Die Gruppen <em>Seeds of Palestine</em> und <em>Uni4Pali</em> kündigten in gemeinsamer Kooperation auf Instagram an, am 07. November in der Rotunde der Universität die Filmvorführung „Investigating War Crimes in Gaza“ des katarischen Propagandasenders Al Jazeera zu zeigen, der immer wieder durch seine Hamas-Nähe, Holocaust relativierende Dokumentation und diverse antisemitische Erzählungen für Schlagzeilen sorgte.<sup id="fnref:14"><a href="#fn:14" class="footnote-ref" role="doc-noteref">14</a></sup> Graphisch hervorgehoben wurde die Wegbeschreibung des universitätsoffiziellen Veranstaltungsorts abermals durch das eingangs bereits erwähnte rote Hamas-Dreieck, das von den beiden proplästinensichen Gruppen offenbar inflationär und mit völliger Selbstverständlichkeit als Gesinnungsausweis zur Schau getragen wird.<sup id="fnref:15"><a href="#fn:15" class="footnote-ref" role="doc-noteref">15</a></sup></p>
</li>
<li>
<p>Das Universitätsgelände ist übersät mit antizionistischen Graffiti und Aufklebern. Die Parolen reichen von „End Genocide“ über „Destroy Israel“ bis hin zu Solidaritätsbekundungen mit der mittlerweile verbotenen antisemitischen Gruppe <em>Samidoun</em>, deren internationale Koordinatorin Charlotte Kates auf einer Kundgebung in Madrid Judenmord als Befreiung feierte: „We salute October 7th. This was not a dark day. This is a day of the promise of liberation for Palestine, for Lebanon, for the entire Arab region and for everyone who loves justice.“<sup id="fnref:16"><a href="#fn:16" class="footnote-ref" role="doc-noteref">16</a></sup> Es dauert teilweise Monate bis selbst große Graffiti entfernt werden, sodass für jüdische Studierende der Eindruck entsteht, die Universitätsleitung verstehe die Drohkulisse nicht, oder sie sei ihr schlicht egal.</p>
</li>
</ol>
<h2 id="forderung-nach-konsequenzen-und-schutzmaßnahmen">Forderung nach Konsequenzen und Schutzmaßnahmen</h2>
<p>Wir fordern Sie erneut dazu auf, die antisemitischen Umtriebe an der Bremer Universität ernst zu nehmen, endlich wirkmächtig und öffentlich Position zu beziehen und bieten Ihnen dafür gerne den Dialog mit uns an, wie von Frau Meyer in der 13. Bürgerschaftssitzung behauptet. Voraussetzung dafür wäre dafür allerdings eine geteilte Problemanalyse, die auf der Erkenntnis grundieren müsste, dass die Kritik „von Antisemitismus in jeglicher Form“<sup id="fnref:17"><a href="#fn:17" class="footnote-ref" role="doc-noteref">17</a></sup> bis dato auf dem Gelände der Bremer Universität offenkundig gescheitert ist. Antisemitismus und die Bedrohung Israels lassen sich nicht durch verschiedene kulturelle Perspektiven nivellieren. Interkulturelle Bezüge in der Universitätslandschaft scheinen sich mittlerweile an der Realität vieler Migranten vorbei dadurch auszuzeichnen, dass islamistische und antisemitische Welt- und Geschichtsdeutungen hofiert werden.</p>
<p>Auch wenn der Erfolg von Melde- und Beratungsstellen und Sensibilisierungsworkshops hinsichtlich der Bekämpfung von Antisemitismus sicherlich limitiert ist und solche Initiativen klare Ordnungsmaßnahmen wie auch eine tiefergehende theoretische Beschäftigung mit Antisemitismus nicht ersetzen können, wären sie neben der längst überfälligen Skandalisierung des antisemitischen Normalbetriebs auf dem Campus zumindest ein Anfang. Darüber hinaus fordern wir eine zielgerichtete Sicherheitsinfrastruktur durch einen dahingehend geschulten Securitybetrieb, ein konsequentes Vorgehen gegenüber <em>Uni(te) for Pali</em> und eine Überprüfung der maßgeblich durch KRALLE mitgestalteten Aktivitäten des AStA. Die jüngst vom Bundestag auf den Weg gebrachte „Resolution zum Schutz jüdischen Lebens in Deutschland“ fordert klar, dass zukünftig antisemitische Veranstaltungen nicht länger durch öffentliche Geldern gefördert werden sollen. Es wäre ein starkes Zeichen, wenn die Bremer Universitätsleitung nicht erst auf Beschlüsse von höchster Stelle hin Anstrengungen unternähme, sondern autonom dem virulenten Antisemitismus etwas entgegensetzte, Hinweise von uns und anderen auf entsprechende Aktivitäten auf dem Campus, wie vom Bremer Senat gefordert, ernst nähme und dementsprechend handelte.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Das Bündnis gegen Antisemitismus Bremen</p>
<h2 id="verweise">Verweise</h2>
<div class="footnotes" role="doc-endnotes">
<hr>
<ol>
<li id="fn:1">
<p>Inzwischen hat auch das Innenministerium die Bedeutung dieses Symbols erkannt und das Hamas-Verbot dahingehend erweitert, dass auch das rote Dreieck als ein verbotenes Kennzeichen eingestuft wird. <a href="https://www.welt.de/politik/deutschland/article254458574/Israel-Hass-Rotes-Dreieck-und-Portraets-von-Terroristen-Innenministerium-erweitert-Hamas-Verbot.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.welt.de/politik/deutschland/article254458574/Israel-Hass-Rotes-Dreieck-und-Portraets-von-Terroristen-Innenministerium-erweitert-Hamas-Verbot.html</a>
&#160;<a href="#fnref:1" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:2">
<p>Bündnis gegen Antisemitismus Bremen, „Offener Brief an das Rektorat der Universität Bremen betreffs der Campusbesetzung durch das pro-palästinensische Protestcamp.“ <a href="https://bgabremen.de/posts/offener-brief-universitaet-bremen-antisemitismus-protestcamp/">https://bgabremen.de/posts/offener-brief-universitaet-bremen-antisemitismus-protestcamp/</a>&#160;<a href="#fnref:2" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:3">
<p>N. N., „Universitätsleitung zu den Forderungen des Protestcamps“. <a href="https://www.uni-bremen.de/universitaet/hochschulkommunikation-und-marketing/aktuelle-meldungen/detailansicht/universitaetsleitung-zu-den-forderungen-des-protestcamps" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.uni-bremen.de/universitaet/hochschulkommunikation-und-marketing/aktuelle-meldungen/detailansicht/universitaetsleitung-zu-den-forderungen-des-protestcamps</a>
 und N. N., „Universitätsleitung löst Protestcamp auf, bleibt aber im Dialog mit den Studierenden“. <a href="https://www.uni-bremen.de/universitaet/hochschulkommunikation-und-marketing/aktuelle-meldungen/detailansicht/universitaetsleitung-loest-protestcamp-auf-bleibt-aber-im-dialog-mit-den-studierenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.uni-bremen.de/universitaet/hochschulkommunikation-und-marketing/aktuelle-meldungen/detailansicht/universitaetsleitung-loest-protestcamp-auf-bleibt-aber-im-dialog-mit-den-studierenden</a>
&#160;<a href="#fnref:3" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:4">
<p>Salman Abu Sitta „I could have been one of those who broke through the siege on October 7“, in: Mondoweiss, 04.01.2024 <a href="https://mondoweiss.net/2024/01/i-could-have-been-one-of-those-who-broke-through-the-siege-on-october-7/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://mondoweiss.net/2024/01/i-could-have-been-one-of-those-who-broke-through-the-siege-on-october-7/</a>
 und N.N. „Polizei löst umstrittenen ‚Palästina-Kongress‘ auf“, in: Deutschlandfunk, 12.04.2024 <a href="https://www.deutschlandfunk.de/polizei-loest-umstrittenen-palaestina-kongress-auf-104.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.deutschlandfunk.de/polizei-loest-umstrittenen-palaestina-kongress-auf-104.html</a>
&#160;<a href="#fnref:4" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:5">
<p>Ausschuss für Wissenschaft, Medien, Datenschutz, Informationsfreiheit und Digitalisierung „Vorlage VL 21/2720“, 22.08.2024 abrufbar unter: <a href="https://sd.bremische-buergerschaft.de/vorgang/?__=UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZS6v3_ZLTkHKLpXjtERgEZg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://sd.bremische-buergerschaft.de/vorgang/?__=UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZS6v3_ZLTkHKLpXjtERgEZg</a>
&#160;<a href="#fnref:5" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:6">
<p>Ausschuss für Wissenschaft, Medien, Datenschutz, Informationsfreiheit und Digitalisierung „Beschluss zur Vorlage VL 21/2720“, 25.10.2024 abrufbar unter: <a href="https://sd.bremische-buergerschaft.de/vorgang/?__=UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZS6v3_ZLTkHKLpXjtERgEZg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://sd.bremische-buergerschaft.de/vorgang/?__=UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZS6v3_ZLTkHKLpXjtERgEZg</a>
&#160;<a href="#fnref:6" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:7">
<p>Muslimischer Hochschulbund Bremen, Instagram-Story vom 09.10.2024 <a href="/images/briefnov_ref1.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(Screenshot)</a>
&#160;<a href="#fnref:7" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:8">
<p>Uni(te) for Pali, Instagram-Story vom 08.10.2024 <a href="/images/briefnov_ref2.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(Screenshot)</a>
&#160;<a href="#fnref:8" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:9">
<p>Uni(te) for Pali, Instagram-Post vom 04.10.2024 <a href="https://www.instagram.com/mhb_bremen/p/DAsbTrmu_3z/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.instagram.com/mhb_bremen/p/DAsbTrmu_3z/</a>
&#160;<a href="#fnref:9" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:10">
<p>N.N., „Kritische Orientierungswoche 2024“ <a href="https://www.asta.uni-bremen.de/owoche24/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.asta.uni-bremen.de/owoche24/</a>
&#160;<a href="#fnref:10" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:11">
<p>N.N., „Abolition/Radical Pedagogy: University Education in Times of Crisis“ <a href="https://www.uni-bremen.de/kultur/profil/aktuelles/detailansicht/abolition-radical-pedagogy-university-education-in-times-of-crisis" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.uni-bremen.de/kultur/profil/aktuelles/detailansicht/abolition-radical-pedagogy-university-education-in-times-of-crisis</a>
&#160;<a href="#fnref:11" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:12">
<p>Siehe 9&#160;<a href="#fnref:12" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:13">
<p>Uni(te) for Pali, Instagram-Post vom 17.10.2024 <a href="https://www.instagram.com/p/DBONx4puRpA/?img_index=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.instagram.com/p/DBONx4puRpA/?img_index=1</a>
&#160;<a href="#fnref:13" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:14">
<p>Carla Reveland und Pascal Siggelkow „Schützenhilfe für die Hamas“, in: Tagesschau, 05.02.2024 <a href="https://www.tagesschau.de/faktenfinder/kontext/al-jazeera-nahost-100.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.tagesschau.de/faktenfinder/kontext/al-jazeera-nahost-100.html</a>
 und Ohad Merlin „Al-Jazeera’s Holocaust legacy: Justification alongside outright denial“, in: The Jerusalem Post, 06.05.2024 <a href="https://www.jpost.com/middle-east/al-jazeeras-holocaust-legacy-justification-alongside-outright-denial-800079" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.jpost.com/middle-east/al-jazeeras-holocaust-legacy-justification-alongside-outright-denial-800079</a>
&#160;<a href="#fnref:14" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:15">
<p>Uni(te) for Pali, Instagram-Post vom 02.11.2024 <a href="https://www.instagram.com/seeds.of.palestine/p/DB1buOEN5Lw/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.instagram.com/seeds.of.palestine/p/DB1buOEN5Lw/</a>
&#160;<a href="#fnref:15" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:16">
<p>Democ, „Samidoun und Masar Badil feiern Massaker vom 7. Oktober in Madrid“, youtube-Video vom 07.10.2024 <a href="https://www.youtube.com/watch?v=pBeJBWyEOLM" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.youtube.com/watch?v=pBeJBWyEOLM</a>
&#160;<a href="#fnref:16" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:17">
<p>Siehe 2&#160;<a href="#fnref:17" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
</ol>
</div>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Ein Jahr nach dem 7. Oktober – Bedingungslose Solidarität mit Israel</title>
      <link>https://bgabremen.de/posts/rede-gedenken-7-oktober-23-oldenburg-bremen/</link>
      <pubDate>Mon, 07 Oct 2024 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/posts/rede-gedenken-7-oktober-23-oldenburg-bremen/</guid>
      <description>Redebeitrag</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Ein Jahr nach dem siebten Oktober kämpft Israel nunmehr an über fünf Fronten. Die vom Iran subventionierte und gesteuerte Terrormiliz Hisbollah, die große Teile des Libanons kontrolliert, eröffnete direkt nach dem Hamas-Massaker eine Front an der Nordgrenze zu Israel: Durch ihren permanenten Raketenbeschuss sind nach knapp einem Jahr nicht nur Dutzende israelische tote Zivilisten und Soldaten zu beklagen, darunter die zwölf toten Kinder und Jugendliche auf einem Fußballplatz in dem nordisraelischen Dorf Majdal Schams, sondern ebenfalls an die 70.000 israelische Binnenvertriebene zu verzeichnen. Dazu kommen die Angriffe der proiranischen Huthi-Miliz aus dem Jemen; Angriffe und logistische Hilfe aus Syrien; Drohnenbeschuss einer djihadiststischen Gruppe aus dem Irak; Terrorplanung und Anschlagsversuche aus dem Westjordanland und natürlich der Iran selbst, der Israel nun schon zweimal direkt von seinem Staatsgebiet angegriffen hat. Es ist der Iran, der über seine libanesische Schattenarmee Hisbollah eine ganz gleiche Infiltration Israels geplant hatte, wie sie die Hamas am siebten Oktober durchgeführt hat, was durch die israelische Armee verhindert wurde.
Auf politischer Ebene hat das Massaker für die Mörder der Hamas und die mit ihnen direkt paktierenden Staaten den Erfolg nach sich gezogen, dass Palästina als Staat durch Barbados, Jamaika, Trinidad und Tobago, die Bahamas, Norwegen, Spanien, Irland, Slowenien und Armenien anerkannt wurde. Die militärisch unterlegene Hamas konnte sich schnell als medialer Sieger im Krieg um die Bilder präsentieren, ihre Propaganda wird weltweit reproduziert und die schon vorher hohen antisemitischen Übergriffe und Drohungen in westlichen Staaten explodieren. Der jüdische Exodus aus Europa schreitet weiter fort, es ist weltweit zu großen antisemitischen Massenprotesten und Ausschreitungen gekommen. Der angebahnte Friedensprozess Israels mit einigen arabischen Staaten, der unter dem Label Abraham-Abkommen firmiert, ist – wenn auch zum Glück wohl nur kurzzeitig – durch die Pogrome der Hamas behindert worden.</p>
<h2 id="phantasma-zweistaatenlösung">Phantasma Zweistaatenlösung</h2>
<p>Für Annalena Baerbock, Joe Biden, António Guterres, Josep Borrell und sämtliche Repräsentanten westlicher Staaten und Institutionen ist indes klar: Es könne keinen dauerhaften Frieden ohne eine sogenannte Zweistaatenlösung geben. Israel und seine rechte, wenn nicht gleich rechtsextreme Regierung sei mindestens am ‚Zündeln‘; Siedlungsbau und starrer Kriegskurs würden davon zeugen; zudem verhänge Israel eine rächende Kollektivstrafe über die eigentlich friedensgewillten und notleidenden palästinensischen Zivilisten. Dass ein palästinensischer Nationalstaat unter gegenwärtigen Voraussetzungen auf der Basis völkischer Ideologie basieren würde, ist den sich realistisch gebenden westlichen Repräsentanten keinen Zweifel wert. Eine Demokratie, die Gewaltenteilung, Opposition, elementare Bürgerrechte, funktionierende staatliche Institutionen und demokratische Parteien verlangen würde, mag man den Palästinensern schon gar nicht zugestehen.</p>
<p>Leider ist das System Hamas tief in den Menschen im Gazastreifen verwurzelt. Von den dort lebenden 2,2 Millionen Menschen sind Unzählige entweder Mitglieder der Hamas, von ihr bezahlt, mit Mitgliedern verwandt oder haben Freunde bei der Hamas, sind solidarisch mit ihr oder profitieren indirekt ökonomisch von ihrem System. Auch im Westjordanland ist die Zustimmungsrate zur Hamas enorm. Der Diktator Abbas, dessen Fatah-Partei eine ebenso terroristische wie vernichtungsantisemitische Vergangenheit hat, ist weder eine Alternative für ein potentielles palästinensisches Gemeinwesen mit mündigen Bürgern, noch ein Garant für Frieden mit Israel. Angebote für eine Zweistaatenlösung wurden von der Mehrheit der Palästinenser bzw. ihren Administratoren immer abgelehnt und mit Krieg und Terror quittiert. Auch heute lehnt ein Gros der Palästinenser einen gleichwertigen jüdischen Nachbarstaat ab und fordert weiter eine arabo-muslimische Einstaatenlösung.
Die vielen tausend Tote im Gazastreifen gehen daher nicht ausschließlich auf das Konto des von der Hamas vom Zaun gebrochenen Krieges und ihrer Kriegstaktik, die darin besteht, die gesamte Bevölkerung in Gaza zu Kombattanten zu machen, das ganze Territorium in ein Kriegsgebiet zu verwandeln und sich in Häusern, Schulen und Krankenhäusern zu verschanzen und Zivilisten als menschliche Schutzschilder zu missbrauchen – sie gehen auch auf das Konto der UN, die das Morden mit Staatszugeständnissen, milliardenfachen Hilfsgeldern und informeller Solidarität belohnt, den Propagandakrieg der Hamas in den Medien befördert und weiter das Fantasiegebilde einer Zweistaatenlösung reproduziert, dem offenkundig eine Entwaffnung der auch die eigene Bevölkerung terrorisierenden palästinensischen Terrorgruppen überhaupt vorauszugehen hätte.</p>
<h2 id="solidarität-mit-den-verrätern-der-palästinensischen-sache">Solidarität mit den Verrätern der palästinensischen Sache</h2>
<p>Nicht zu vergessen ist: Israel erhält seit Beginn des Krieges zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung des Gaza-Streifens. Die Zahl der Kollaborateure, der Gegner der Hamas, die letztlich unbekannte Zahl derjenigen, die ganz genau wissen, dass für die Freiheit ihrer Liebsten die Hamas beseitigt werden muss, und die sich lange im Klaren darüber sind, dass ihre Nachbarn Mörder und Verbrecher sind, die die eigenen Kinder zum Hass erziehen, dürfte so klein nicht sein. Wer nach den Massakern des 7. Oktober nicht sieht, dass kein Einziger in Gaza den Schlächtern der Hamas überlassen werden darf, einem Unterdrückungsapparat, der über die Jahre mehr Palästinenser als Juden ermordet hat, und dies bis dato tut, soll ehrlich aussprechen, dass ihm die Freiheit der Palästinenser ebenso egal ist wie die Sicherheit von Jüdinnen und Juden.
Es sind israelische Soldaten, die seit dem 7. Oktober ihr Leben riskieren, um den Gaza-Streifen in einem sicherlich grausamen Krieg von der Hamas zu befreien, die auch während des Krieges ihr kriminelles Regime weiter aufrechterhalten konnte. Sie behielt der Bevölkerung Gazas Lebensmittel vor, während die Weltgemeinschaft Lügen über ein absichtliches Aushungern durch Israel verbreitete.
Wir erinnern uns: diejenigen, die die Hamas gar als ein Produkt Israels hinstellen – was in der Linken in typisch antiwestlicher Manier immer wieder vorkommt –, sind die Gleichen, denen zum durch die Hamas verursachten Horror in Gaza über Jahre nichts anderes einfiel, als diesen weiter zu subventionieren.</p>
<p>Im Libanon nördlich der Hisbollah-Gebiete – und hinter vorgehaltener Hand wahrscheinlich auch unter den Flüchtlingen aus dem südlichen Libanon – würde man sich über den Tod von Hizbollah-Chef Nasrallah am liebsten lauter freuen; die iranische Opposition hat schon lange erkannt, dass der Antizionismus nur Schmiermittel einer fanatischen Bande ist, die längst eine Mehrheit dort in Geiselhaft hält. Es sind Politiker wie Annalena Baerbock oder schwer kritische Linke, die in Bremen einen nicht unbeträchtlichen Teil der Zivilgesellschaft ausmachen, die vom Leben der ganz normalen Menschen in Beirut, Tehran, Berlin Neu-Kölln und Ramallah keine Ahnung haben. Mag eine Mehrheit in den genannten Orten auch antisemitisch gestimmt sein – solidarisch sind wir mit den trotzdem sehr vielen, denen das Leben wichtiger ist als der Tod und die für ihre antisemitischen Nachbarn – und sei es vorerst nur im Stillen – nur Verachtung übrighaben. Sie wissen, der frauenfeindliche, der antiwestliche Furor der Antisemiten kann auch sie treffen als heimlich ungläubig, als heimlich schwul oder lesbisch, als heimliche Verräter an der schiitischen oder palästinensischen Sache, an die sie nicht glauben, die sie zu einer Volksgemeinschaft zusammenschweißen will, und die vor allem für Juden, aber auch für sie Tod und Elend bedeutet.</p>
<p>Die deutsche Linke auch in Bremen hüllt sich derweil entweder in beredtes Schweigen, wähnt sich in Äquidistanz oder steigt gleich in den Kanon der globalen antisemitischen Linken ein, die Israel als Siedler-Kolonie brandmarkt, die im Dienste der Weltordnungsinteressen der westlichen Imperialisten stehen würde, womit sie den Staats- und Gründungszweck: Schutzraum für die nach der Shoah weiter verfolgten Juden zu sein, in eine Verschwörung von sinistren westlichen Kräften umlügt. Das Bremer Stadtbild prägen insbesondere im Ostertorviertel Palästinaflaggen und antisemitische Schmierereien, darunter auch das sogenannte rote Hamasdreieck, jenes Zeichen also, das von den Peinigern und Mördern von Hersh Goldberg-Polin zur antisemitischen Feindmarkierung genutzt wird. Nur folgerichtig, dass sich auch stalinistische Bremer Gruppen wie die „Kämpfende Jugend“ nicht nur symbolisch mit der Hamas, sondern bis in die konkreten politischen Standpunkte hinein mit der linken „Volksfront zur Befreiung Palästinas“ solidarisieren, die am 7. Oktober neben der Hamas, dem islamischen Dschihad und vielen Zivilisten fleißig mitgemordet hat. Nahezu wöchentlich kommt es zu Demonstrationen und Kundgebungen, bei denen sich linke Antiimperialisten und Postkoloniale, Islamisten, nationalistische Türken, Flüchtlingsaktivisten und Anhänger der Queerszene in ihrem Hass auf den Judenstaat versammeln. Dass es ihnen um die Vernichtung Israels geht, daraus machen sie angesichts ihrer Aufrufe und der skandierten Parolen keinen Hehl.</p>
<h2 id="kritik-des-antisemitismus">Kritik des Antisemitismus</h2>
<p>Um solchen Irrationalismus einordnen und kritisieren oder gar Antisemiten überzeugen zu können, eignen sich die Aneinanderreihung von bloßen historischen Fakten und sozialpädagogische Antisemitismuspräventionsprogramme allerdings nur bedingt. Beides kann eine adäquate Kritik des Antisemitismus als ein in sich geschlossenes Wahngebilde, als mörderisches Krisenlösungsmoment einer falsch eingerichteten Welt, nicht ersetzen: Der Antisemitismus speist sich aus historischen, polit-ökonomischen und religiös-antijudaistischen Komponenten, die bei den Antisemiten zu einer falsch verarbeiteten psychischen Bündelung von irrationalen Gesellschaftsmomenten führen. Wahnhaft projizieren sie auf die Juden das Abstrakte, Übermächtige, Widersprüchliche, Fortschrittliche und Rückständige der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft. Nicht selten drückt sich in der antisemitischen Imagination des verschwörerischen Juden zudem der eigene Wunsch nach Macht, Kontrolle und gewaltsamer Aneignung von Reichtum der Völkischen selbst aus. Auch Israel wird immer wieder dessen beschuldigt, was Teile der Weltgemeinschaft selber gerne am jüdischen Staat vollziehen wollen.</p>
<p>Im Gegensatz zum Rassismus stilisiert der Antisemitismus die Juden zu einer mächtigen, dritten Figur. Für den Antisemiten gibt es viele gleich- oder minderwertige Völker aber nur ein Antivolk. Im Gegensatz zu den minderwertigen Völkern, die als klein, ausnutzbar, schwach und partiell anpassungsfähig gekennzeichnet werden, stellen die Juden für den Antisemiten die Personifikation des größtmöglichen Übels dar und werden als die Urheber jeder Krise, jedes &lsquo;Flächenbrandes&rsquo; und jeder noch so kleinen Ungerechtigkeit ausgemacht. Im Gegensatz zum Rassismus stilisiert der Antisemitismus die Juden und Israel also – wenn auch nicht widerspruchsfrei – zu etwas Höherem: verschwörerisch das Weltgeschehen ins Unheil lenkend. Unabhängig von der Frage also, wie viele hunderttausende Schiiten und Sunniten gegenseitig diversen konfessionellen und geostrategischen Konflikten seit jeher in der Region zum Opfer gefallen sind, wie viele Araber durch Assads Fassbomben gestorben sind, wie viele Palästinenser der syrischen Luftwaffe zum Opfer gefallen sind, dass sämtliche Minderheiten im Nahen Osten und in islamischen Staaten seit jeher Deklassierung, Vertreibung und Pogromen ausgesetzt sind, dass es im Jahre 2006 sogar eine Art palästinensischen Bürgerkrieg gegeben hat, dass sich der eigentliche Nahost-Konflikt zwischen dem Iran und Saudi-Arabien abspielt: Für die antisemitische Internationale kann erst Frieden in der Region garantiert werden, wenn entweder alle Juden zwangsumgesiedelt und vertrieben werden oder, in etwas moderaterer Erscheinungsform, wenn Israel große Teile seiner territorialen Integrität aufgeben würde, sich mit den Mördern an einen Tisch setzen und sich somit selbstmörderisch auf seine allmähliche Erosion einlassen würde.</p>
<p>Historisch hat der moderne Antisemitismus einen seiner Ursprünge zweifelsohne in dem seit zweitausend Jahren grassierenden (religiösen) Antijudaismus, auch wenn er vergeblich versuchte diesen Umstand abzuschütteln und sich pseudowissenschaftlich, also biologistisch und anthropologisch legitimierte. Neben diversen direkt aus dem vormodernen in den modernen Antisemitismus übertragenen Figuren und Mythen, wie beispielsweise die Ritualmordlegende, ist das Attraktionspotenzial des Antisemitismus vor allem in spät säkularisierten Gesellschaften nicht zu unterschätzen. Liefert er doch ein in sich geschlossenes Dogma, das sein Erlösungsmoment von der wahnhaften Tilgung des Übermächtigen abhängig macht und für jegliche Gesellschaftsbereiche und Probleme eine einfache Antwort in Form eines mörderischen Aufhebungsversuchs parat hat. Die religiös-antijudaistische Stigmatisierung samt weitreichender Berufsverbote sorgte in Europa dafür, dass Juden schon vor bzw. in der Zeit des Frühkapitalismus in gewisse Arbeitsbereiche gedrängt worden sind, die auch im Kapitalismus die Zirkulationssphäre, also den Bereich des Handels, der Banken und Verteilung des Geldes darstellten. Nicht nur die Gleichsetzung des Gesamtprozesses der Zirkulation mit den Juden ist dabei Ideologie. Auch bei der Bestimmung der Zirkulationssphäre als die Quelle der Ausbeutung handelt es sich um falsches Bewusstsein, das zum Antisemitismus tendiert. Statt die Ausbeutung in der Produktion begrifflich dingfest zu machen, wird stattdessen die angeblich aufrichtige ‚schaffende‘ Arbeit in der Produktion gegen das ‚raffende’ Kapital in der Zirkulation in Stellung gebracht. Letztere wird mit den Juden assoziiert.
In Israel, dem jüdischen Staat, sehen die Antisemiten einen ökonomisch erfolgreichen, nach den Prinzipien westlicher Demokratien gestalteten und funktionierenden Staat, der die Vorzüge des westlichen liberalen Kapitalismus und seiner nicht zuletzt auch sexuellen Freiheiten einer in diesem Sinne rückschrittlichen Welt entgegenhält. Der Neid gegenüber einem ökonomisch und gesellschaftlich prosperierenden Israel, das gesamtgesellschaftlich nicht auf Großfamilienstrukturen und konfessioneller Diktatur basiert, nicht nahezu ausschließlich von Öl-Renten oder Renten aus Entwicklungshilfe abhängig ist, wo Reichtum, d. h. Privateigentum – trotz aller Widersprüchlichkeit und Nichteinlösbarkeit des liberalen Glücksversprechens – durch ein differenziertes Rechtssystem, staatliche Institutionen und politische Gewaltenteilung garantiert wird, schlägt bei den Antisemiten in eine Abscheu um, die immer auch die westliche Welt und die bürgerlichen Freiheiten mitmeint.
In der Akribie, mit der Israels angebliche Verbrechen, die zumeist von dessen eigenen Institutionen geahndet werden, aufgezählt werden, schwingt immer etwas von der Ahnung mit, dass die westlichen Demokratien sich selber nicht zutrauen würden, in einem kleinen Landstrich, umgeben von Feinden, das Leben trotz aller antisemitischer Schrecknisse zu genießen und gerade nicht dem nachzueifern, was Israel allenthalben vorgeworfen wird: ein angeblicher Massenmord an unschuldigen Zivilisten, gar der Versuch des Genozids, der begrifflich dadurch entwertet wird.</p>
<p>Das hasserfüllte Unterfangen der Antisemiten und großer Teile der Weltgemeinschaft, die sich für Leid, Leben und eben auch den Antisemitismus der Palästinenser nicht interessieren, hat sich „[g]egen das Argument mangelnder Rentabilität […] immun gezeigt“ (Adorno/Horkheimer), der eigene Untergang wird auch im Angesicht der Kriegsniederlage in Kauf genommen. Die Vernichtung der europäischen Juden intensivierte sich im Zweiten Weltkrieg; und so haben auch die Hamas und ihre Unterstützer in den Ländern des schiitischen Halbmonds einen zerstörerischen Krieg mit Israel in Kauf genommen. Statt sich am Vorbilder der Abraham-Abkommen zu orientieren, die Milliarden von Hilfsgeldern für humanitäre Infrastruktur aufzuwenden und von einem Frieden mit Israel auch ökonomisch zu profitieren, wird die eigene Zerstörung und der eigene Untergang nicht nur billigend in Kauf genommen, um weltweit die Bilder zu produzieren, die Israel delegitimieren sollen, sondern auch, um näher an das antisemitische Endziel selbst zu gelangen: die Vernichtung der Juden notfalls um den Preis der Selbstvernichtung.
Hieraus ergibt sich die Schwierigkeit, mit Antisemiten Frieden zu schließen und ihnen Zugeständnisse zu machen, die es ihnen letztlich erleichtern, ihrem Wahn praktisch nachzueifern.</p>
<p>Es treffen in der Ideologie des palästinensischen Volkskollektivs nicht nur 70 Jahre realsozialistische, sondern auch nationalsozialistische und islamistische Propaganda zusammen, die älter sind als die israelische Staatsgründung. Dazu kommt ein lange vor den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts existierender islamischer Antijudaismus, der dem christlichen ähnelt. Denjenigen, die jetzt ein freies Palästina proklamieren, ist deswegen entgegenzuhalten, die Menschen in den palästinensischen Autonomiegebieten erst einmal als mündige Subjekte wahrzunehmen, statt als kollektive Schwungmasse zu instrumentalisieren, die gar nicht anders könnte, als sich ihren Führern, Blutsurenge der Familie und Bandenherrschaft, Korruption und apokalyptischem Volksbefreiungskampf hinzugeben. Ihnen wäre Emanzipation zuzumuten. Das wäre die Minimalvoraussetzung, um über das Für und Wider einer etwaigen Zweistaatenlösung auch nur nachzudenken. Statt sich also den gegenwärtigen Versuchen hinzugeben, zwei Seiten der Konfliktmedaille zu sehen, das linke gegen das rechte Israel auszuspielen, in Letzterem mindestens das Hauptproblem des Konflikts zu sehen und sich trotz mantraartigen Lippenbekenntnissen zu Israels Existenzrecht dabei das Recht auf Israelkritik nicht nehmen zu lassen, heißt es für uns:</p>
<p>Unsere Solidarität ist unabhängig von der regierenden Administration und zielt auf den jüdischen Staat als solchen und deswegen halten wir als linkes Bündnis an der verstaubten Parole fest: <strong>Solidarität ist bedingungs- oder wertlos</strong>.</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Pressemitteilung über die Zustände im Bremer Rat für Integration (BRI)</title>
      <link>https://bgabremen.de/posts/pressemitteilung-bri/</link>
      <pubDate>Sat, 28 Sep 2024 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/posts/pressemitteilung-bri/</guid>
      <description>Verharmlosung des Antisemitismus am BRI</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrte Damen und Herren,</p>
<p>letzte Woche Freitag, den 20.09.24 ist das letzte aktive jüdische Mittglied Mircea Ionescu aus dem Bremer Rat für Integration (BRI) zurückgetreten, da sich die Zustände für ihn zunehmend als unhaltbar erwiesen haben.
Es wurde uns von andauernder Relativierung des gegen Israel gerichteten Terrors, klar antisemitischer Manifestationen und antizionistischen Protesten berichtet. Die Bemühungen, den gegenwärtigen Antisemitismus im Rat zu thematisieren, stießen dabei immer wieder auf Ablehnung und Abwehr. So wollte man sich nach seinem Bericht nicht gegen einen öffentlichen Mordaufruf „Tod Israel, Tod den Juden“ aussprechen, da man Rücksicht auf die eigenen Mitglieder nehmen wolle.</p>
<p>Ganz im Gegenteil hierzu, hat der BRI seine institutionelle Stellung dazu genutzt, um antizionistischen Protest zu unterstützen. So veröffentlichte der Rat am 10.05.2024 eine Stellungnahme zur Räumung des Protestcamps in der Glashalle der Universität Bremen, in dem das Camp als friedlich bezeichnet und die Universitätsleitung dazu aufgerufen wurde, sich den Forderungen des Protestcamps anzuschließen. Zwar distanziere man sich von Antisemitismus und der Unterstützung der Terrororganisation Hamas, doch wird kein Wort darüber verloren, dass Antisemitismus und die Unterstützung des Terrors Kernbestandteile des Camps waren. So waren nicht nur die aufrufenden Organisationen bekannt für ihre klar antizionistische Position, hinzukommt, dass im Zentrum des Camps ein großes Banner hing, der ein Rote Dreieck zeigte, also das Symbol, das die Hamas genutzt hat, um Ziele bei ihrem Massaker am 07.10.2023 zu markieren. Die Spitze dieses Dreiecks war auf das Wort Israel gerichtet, wodurch auf symbolischer Ebene die Unterstützung des Terrors eindeutig gemacht wurde. Als Bündnis gegen Antisemitismus haben wir einen bislang <a href="/posts/offener-brief-universitaet-bremen-antisemitismus-protestcamp/">unbeantworteten Brief</a> an das Rektorat der Universität Bremen geschrieben, in dem wir den antisemitischen Charakter des Camps kritisieren.</p>
<p>Angesichts der Berichte und der Stellungnahme, halten wir die Distanzierung des BRI für nicht glaubwürdig und sehen in dem Agieren nicht nur eine Verharmlosung des Antisemitismus, sondern ein aktives Mitwirken an dessen Verbreitung und Legitimierung.</p>
<p>Der Anlass des Austritts von Mircea Ionescu ist nun eine angestrebte Änderung der Satzung, die vorsieht, dass Vertreter von Religionsgemeinden nicht mehr berücksichtigt werden sollen. Er sagte uns, dass ein Ausschluss aller jüdischen Gemeinden einen Ausschluss einer jüdischen Vertretung überhaupt gleichkäme. Er hat uns als BgA darum gebeten, ihn zu unterstützen, diese Vorfälle mehr in die Öffentlichkeit zu tragen. Er wäre auch bereit, über dem Vorfälle und die Situation im BRI zu sprechen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Das Bündnis gegen Antisemitismus Bremen</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Stellungnahme zu den Vorwürfen des Shufa-Duos</title>
      <link>https://bgabremen.de/posts/stellungnahme-shufaduo-breminale/</link>
      <pubDate>Fri, 19 Jul 2024 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/posts/stellungnahme-shufaduo-breminale/</guid>
      <description>Antwort auf das Statement vom 16.07.24</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Auch wenn grundsätzlich zwischen Autor:in und Kunst zu unterscheiden ist und einzelne Instagram-Beiträge mitunter kein Urteil über Einstellungen und Motivationen einer Person zulassen mögen, ist es im vorliegenden Fall eindeutig. Die in Rede stehenden und uns zugeschickten Beiträge wurden allesamt von ihren damals öffentlichen Künstleraccounts gepostet und geben teils drastische antisemitische Inhalte wieder.</p>
<p>In der von uns nur teilweise abgebildeten Serie an antisemitischen Injurien teilten die beiden unter anderem einen Beitrag, der als Lösung des Nahostkonflikts vorschlägt, alle Israelis in einen fiktiven 51. Bundesstaat der USA zu deportieren: Dann würden die Ölpreise wieder fallen, die Inflation könne gesenkt werden und es würde zu dauerhaftem Frieden im Nahen Osten kommen. Unabhängig von der Tatsache also, wie viele hunderttausende Schiit:innen und Sunnit:innen gegenseitig diversen konfessionellen und geostrategischen Konflikten seit jeher in der Region zum Opfer gefallen sind, wie viele Araber:innen durch Assads Fassbomben gestorben sind, wie viele Palästinenser:innen der Bombardierung ihrer Flüchtlingslager durch die syrische Luftwaffe zum Opfer gefallen sind, dass sämtliche Minderheiten im Nahen Osten und islamischen Staaten seit jeher Deklassierung, Vertreibung und Pogromen ausgesetzt sind, dass es im Jahre 2006 sogar eine Art palästinensischen Bürgerkrieg gegeben hat: Für Shorouk und Farah kann anscheinend erst nachhaltiger Frieden in der Region garantiert werden, wenn alle Jüdinnen:Juden zwangsumgesiedelt und vertrieben werden.</p>
<p>Das übersteigt sogar noch das gängige antizionistische Phantasma einer palästinensischen Einstaatenlösung, die dann zu einer angeblich friedlichen Koexistenz zwischen Jüdinnen:Juden, Araber:innen, Christ:innen, Drus:innen und anderen führen würde und spricht ganz unverblümt aus, worum es den beiden geht: der schlichten Anwesenheit von Jüdinnen:Juden in der Region, die aus nahezu allen arabischen Staaten bereits vertrieben wurden. In einer weiteren Story wird in Täter-Opfer-Umkehr dem jüdischen Staat unterstellt, einen „Holocaust&quot; an den Palästinenser:innen begangen zu haben und ein Zitat geteilt, indem Israel als „tausend Mal schlimmer als die Hamas&quot; verunglimpft wird.</p>
<p>Uns geht es neben der kurzen Einordnung der in den Raum gestellten Rechtsaspekte abermals darum, etwaigen Bookern, der dem Duo in der Vergangenheit wohlgesonnenen Veranstaltungsorte wie dem Kukoon aber auch anderen Sympathisant:innen aufzuzeigen, was für Ideologen man sich somit auf die Bühne holt.</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Antwort auf die Reaktion der Breminale-Leitung</title>
      <link>https://bgabremen.de/posts/antwort-breminale-leitung-antisemitismus/</link>
      <pubDate>Wed, 17 Jul 2024 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/posts/antwort-breminale-leitung-antisemitismus/</guid>
      <description>zu den Antisemitismusvorwürfen auf der Breminale</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Breminale Leitung,</p>
<p>Wir wissen es sehr zu schätzen, dass Ihr bemüht seid, euch mit der von uns veröffentlichten Dokumentation auseinanderzusetzen und dass ihr uns ein Gesprächsangebot macht. Euer Versprechen, dass auf der Breminale kein Platz für Antisemitismus sei, nehmen wir sehr ernst und hoffen, dass Maßnahmen ergriffen werden, dieses Versprechen zu realisieren.</p>
<p>Doch möchten wir euch auch in aller Ernsthaftigkeit auf euer Statement antworten, das auf uns nicht den Eindruck macht, dass unsere Vorwürfe und die Dimension des Antisemitismus wirklich ernstgenommen werden beziehungsweise überhaupt verstanden wurden. Anzeichen hierfür bietet schon der Titel des Statements „Nein Zu Antisemitismus, Rassismus und Krieg&quot;. Angesichts dessen, dass wir ausschließlich von antisemitischen Vorfällen berichtet haben, von Aktivisten, die den jüdischen Staat abschaffen wollen oder krasse antisemitische Verschwörungstheorien verbreitet haben, ist dies ein plumper Relativismus, der die Spezifik des Antisemitismus nicht ernst nimmt oder verdeutlicht, dass Ihr euch mit dieser nicht weiter auseinandergesetzt habt. Der Text unterstreicht diesen Eindruck.</p>
<p>Dass Ihr keine Nah-Ost-Experten seid, habt Ihr verdeutlicht, wenn ihr aber im Brustton der Überzeugung „Mächtigen&quot; auffordert, Geiseln freizulassen, einer Waffenruhe zuzustimmen und ganz abstrakt einen Raum für ein Leben in Frieden zu schaffen, dann zeigt sich, wie fatal die Unkenntnis in Ignoranz umschlagen kann. Zum einen verwundert, warum ihr überhaupt diesen Exkurs macht, wenn es doch um Vorfälle hier in Bremen geht, zum anderen verleugnet ihr hiermit die Realität der antisemitischen Bedrohung des jüdischen Staates. Die Hamas hat mit ihrer Gründungscharta ihre klare antisemitische Vernichtungsabsicht mehr als verdeutlicht, ebenso die die Hamas unterstützende Islamische Republik Iran, deren Führer regelmäßig zur Vernichtung Israels aufrufen. Der Krieg geht auf das antisemitische und barbarische Massaker vom siebten Oktober zurück, das maßgeblich von der Hamas durchgeführt wurde, an dem sich aber auch der Islamische Dschihad und Teile der Zivilbevölkerung beteiligten.</p>
<p>Die Bedrohung geht von Gruppen und Regimen aus, die von ihrem Ziel nicht abrücken werden, solange sie die Möglichkeit haben, dieses weiter zu verfolgen. Insofern ist die Hamas, dessen Propagandisten sich auch auf den Bühnen der Breminale gefunden haben, in dieser Konstellation keine Partei der Verhandlung, denn lieber setzt sie weiterhin das Leben der Zivilbevölkerung in Gaza aufs Spiel, was sie auch selbst mit Stolz verkündet. Wenn Israel weiter seine Kriegsziele verfolgt, dann haben wir es nicht mit der Laune von Mächtigen zu tun, sondern mit der Verteidigung des jüdischen Staates gegen alle die, die antisemitische Vernichtungsabsicht umsetzen.</p>
<p>Über die Vorfälle auf der Breminale ist in eurem Statement wenig zu vernehmen und es sollte nicht überraschen, dass die Antworten „Vielleicht nicht&quot;, „Womöglich&quot; und „Vielleicht&quot; nicht zufriedenstellend sind. Dass ihr zudem eure Entscheidung, den Aktivisten eine Bühne gegeben zu haben, rechtfertigt und meint, diese aus vorherigen Prämissen abgeleitet zu haben, zeigt die rhetorische Funktion der inszenierten Uneindeutigkeit. Denn sie geht in die Antwort über, dass die Fragen alle nicht leicht zu lösen seien, um damit ein Einverständnis für eure Entscheidung beim gemeinen Leser zu erzeugen. Dabei sollte die Frage geklärt werden, die an euch gestellt wird: Sollte Antisemiten eine Bühne gegeben werden? Vielleicht, vielleicht nicht?</p>
<p>Die von euch vorgetragenen Punkte berühren nicht einmal den Gegenstand der Kritik und ignorieren dabei die konkreten Vorfälle, wodurch der Antisemitismus verdrängt wird. Dabei wäre gerade in dieser Zeit, in der sich eine neue antisemitische Massenbewegung konstituiert, die nicht selten in der Kultursphäre einen Raum findet, ihre wahnhaften Positionen vorzutragen, eine genaue Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus notwendig, um auch der Verantwortung eines Veranstalters gerecht zu werden. Um gegen Antisemitismus anzugehen, gilt es, diesen zu erkennen und ihn nicht hinter rhetorischen Tricks zu verstecken. Zur ersten Annäherung an den Gegenstand wollen wir hier deshalb die „Working Papers vom Centrum für Antisemitismus- und Rassismusstudien&quot; empfehlen. Möglicherweise können sie als Grundlage dienen, die bis jetzt vorgetragene Haltung zu korrigieren.</p>
<p>Wir sind bereit, euer Gesprächsangebot anzunehmen und mit euch über die Frage zu sprechen, wie Vorfälle auf einer kommenden Breminale verhindert werden können, können euer Statement aber nicht unkommentiert stehen lassen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen
Das Bündnis gegen Antisemitismus Bremen</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Antisemitische Vorfälle auf der Breminale 2024</title>
      <link>https://bgabremen.de/posts/breminale-antisemitismus-dokumentation/</link>
      <pubDate>Fri, 12 Jul 2024 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/posts/breminale-antisemitismus-dokumentation/</guid>
      <description>Dokumentation und Kritik</description>
      <content:encoded><![CDATA[<h2 id="breminale-2024">Breminale 2024</h2>
<p>Im Folgenden möchten wir auf einzelne Vorfälle verweisen, die einmal mehr verdeutlichen, dass der Antisemitismus auch in der Bremer Kulturszene fröhliche Urständ feiert.</p>
<p>Während des Konzerts der dänischen Musikerin Julie Pavon betrat eine Person mit einem Fußballtrikot die Bühne, das die Aufschrift „Palästina“ mit den Umrissen des israelischen Staates und der palästinensischen Autonomiegebiete, vollständig eingehüllt in den palästinensischen Nationalfarben, illustrierte.
Damit wird die Ursache des Konflikts, der von der Aktivistin wie ein profanes Sportereignis behandelt wird, bei dem man für die ‚eine‘ oder ‚andere‘ Seite fiebert, auf die alleinige Existenz des jüdischen Staates heruntergebrochen. Dieser ist im Gegensatz zu dem in Aussicht gestellten palästinensischen Großreich multiethnisch und multikonfessionell und stellt keinen gewöhnlichen Nationalstaat, sondern bis heute den Schutzraum für die weltweit von Antisemitismus verfolgten Juden dar. Nach entsprechenden Hinweisen musste das Trikot zwar ausgezogen werden, das Konzert wurde aber ungehindert dessen fortgesetzt.</p>
<p>Am Freitagnachmittag wurde der Frankfurter Rapperin OG Lu die Bühne geboten. Das auf der Radio Bremen Bühne stattgefundene Konzert war vor allem für die antiimperialistische Szene ein großes Spektakel. Mit Kufiya bekleidet, ein Symbol, das erstmalig durch das SS-Mitglied und den glühenden Vernichtungsantisemiten Mohammed Amin al-Husseini im Kampf gegen die Juden politisiert wurde, heizte sie der Menge ein und rief dieser die Parole „Free Palestine“ entgegen. Es nimmt dementsprechend nicht wunder, dass der Einsatz für eine arabo-muslimische Einstaatenlösung selbstverständlich auch in ihren Songs eine thematische Rolle spielt, in denen sie von brennenden Barrikaden träumt und davon singt, dass sie „Free Palestine“ mit ihren Brüdern schreit.</p>
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    <a href="/images/breminale-24/breminale-24-3.jpg" data-caption="Mehrere Gäste der Breminale fielen durch das Tragen und Posieren mit einer Kufiya auf.">
      <img src="/images/breminale-24/breminale-24-3.jpg" alt="Mehrere Gäste der Breminale fielen durch das Tragen und Posieren mit einer Kufiya auf.">
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    <figcaption>Mehrere Gäste der Breminale fielen durch das Tragen und Posieren mit einer Kufiya auf.</figcaption>
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    <a href="/images/breminale-24/breminale-24-1.jpg" data-caption="Konzert der dänischen Musikerin Julie Pavon. Auf dem Trikot wird Israel offensichtlich von der Karte gestrichen.">
      <img src="/images/breminale-24/breminale-24-1.jpg" alt="Konzert der dänischen Musikerin Julie Pavon. Auf dem Trikot wird Israel offensichtlich von der Karte gestrichen.">
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    <figcaption>Konzert der dänischen Musikerin Julie Pavon. Auf dem Trikot wird Israel offensichtlich von der Karte gestrichen.</figcaption>
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    <a href="/images/breminale-24/breminale-24-2.jpg" data-caption='Konzert der Frankfurter Rapperin OG LU, die das Publik – mit Kufiya bekleidet – zu antizionistischen Sprechchören anstimmte.'>
      <img src="/images/breminale-24/breminale-24-2.jpg" alt="Konzert der Frankfurter Rapperin OG LU, die das Publik – mit Kufiya bekleidet – zu antizionistischen Sprechchören anstimmte.">
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    <figcaption>Konzert der Frankfurter Rapperin OG LU, die das Publik – mit Kufiya bekleidet – zu antizionistischen Sprechchören anstimmte.</figcaption>
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<p>Nur ein paar Stunden später waren dann die Lambrini Girls auf der Flut Bühne im Lichtluftbad an der Reihe. Schon ein kurzer Blick auf das Instagram-Profil, das die Veranstalter auf der Homepage selbst verlinkt haben, hätte die politische Ausrichtung deutlich gemacht. Die BDS-Unterstützerinnen nutzen ihre Bühnenauftritte regelmäßig, um antizionistische Parolen zu skandieren und das Publikum auf den Kampf für den palästinensischen Widerstand einzuschwören. Bei ihrem Konzert im Molotow Hamburg gingen die Lambrini Girls sogar so weit, dass von allen Besuchern ein kollektives Einverständnis für diese Position eingefordert wurde: Wer diese Ansicht nicht teile, solle sich „schnellstens verpissen“.</p>
<p>Als letzter Act am Freitagabend durfte dann das DJ-Duo Shufa auf der Bretterbühne auflegen. Auf den jeweiligen Instagram-Profilen der DJs – aber auch auf dem des Duos – wurden wiederholt die Verbrechen der Hamas vom 07.10 verharmlost, der Holocaust relativiert und klassische antisemitische Verschwörungserzählungen von einer einprozentigen grauen Eminenz verbreitet, die für 99 % der Bevölkerung im Hintergrund die Strippen ziehen und einen Teil der Menschheit als Puppen halten würde. Die manichäische Fantasie von der Weltherrschaft durch eine kleine Elite ist in diesem Kontext nicht schwer zu entschlüsseln und knüpft unmittelbar an die klassische antisemitische Erzählung vom Weltjudentum an.</p>
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    <a href="/images/stellungnahme-shufaduo-breminale/shufa-breminale-4.jpg" data-caption="Onlineaktivitäten des Shufo-Duos (Screenshot 1).">
      <img src="/images/stellungnahme-shufaduo-breminale/shufa-breminale-4.jpg" alt="Onlineaktivitäten des Shufo-Duos (Screenshot 1).">
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    <figcaption>Onlineaktivitäten des Shufo-Duos (Screenshot 1).</figcaption>
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    <a href="/images/stellungnahme-shufaduo-breminale/shufa-breminale-3.jpg" data-caption="Onlineaktivitäten des Shufo-Duos (Screenshot 2).">
      <img src="/images/stellungnahme-shufaduo-breminale/shufa-breminale-3.jpg" alt="Onlineaktivitäten des Shufo-Duos (Screenshot 2).">
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    <figcaption>Onlineaktivitäten des Shufo-Duos (Screenshot 2).</figcaption>
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    <a href="/images/stellungnahme-shufaduo-breminale/shufa-breminale-1.jpg" data-caption='Onlineaktivitäten des Shufo-Duos (Screenshot 3).'>
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    <figcaption>Onlineaktivitäten des Shufo-Duos (Screenshot 3).</figcaption>
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    <a href="/images/stellungnahme-shufaduo-breminale/shufa-breminale-2.jpg" data-caption='Onlineaktivitäten des Shufo-Duos (Screenshot 4).'>
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    <figcaption>Onlineaktivitäten des Shufo-Duos (Screenshot 4).</figcaption>
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    <a href="/images/stellungnahme-shufaduo-breminale/shufa-breminale-5.jpg" data-caption='Onlineaktivitäten des Shufo-Duos (Screenshot 5).'>
      <img src="/images/stellungnahme-shufaduo-breminale/shufa-breminale-5.jpg" alt="Onlineaktivitäten des Shufo-Duos (Screenshot 5).">
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    <figcaption>Onlineaktivitäten des Shufo-Duos (Screenshot 5).</figcaption>
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    <a href="/images/stellungnahme-shufaduo-breminale/shufa-breminale-6.jpg" data-caption='Onlineaktivitäten des Shufo-Duos (Screenshot 6).'>
      <img src="/images/stellungnahme-shufaduo-breminale/shufa-breminale-6.jpg" alt="Onlineaktivitäten des Shufo-Duos (Screenshot 6).">
    </a>
    <figcaption>Onlineaktivitäten des Shufo-Duos (Screenshot 6).</figcaption>
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<p>Als Bündnis gegen Antisemitismus haben wir im Vorfeld versucht, durch einen direkten Kontakt zur Flut- und Bretterbühne auf die politische Ausrichtung der jeweiligen Acts hinzuweisen. Leider folgenlos: Die Lambrini Girls durften auf der Flutbühne spielen und die Verantwortlichen der Bretterbühne starteten zwar einen Interventionsversuch. – dieser wurde aber von der Breminale-Leitung wieder einkassiert, da die Verlautbarungen nur von privaten Accounts veröffentlicht wurden. Nicht beachtet, dass dies nicht stimmt, stellt sich uns hier die Frage, ob dieses Argument denn auch bei Rechten hervorgebracht werden würde. Wir fordern daher die Breminale auf, die Ereignisse in einer Nachbetrachtung zu analysieren und ein Konzept zu entwickeln, wie derlei auf der Breminale 2025 verhindert werden kann.</p>
<p>Falls ihr Zeuge von weiteren Vorfällen wart, meldet euch gerne über: <a href="mailto:bga_bremen@outlook.de">bga_bremen@outlook.de</a></p>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Offener Brief an die Universität Bremen</title>
      <link>https://bgabremen.de/posts/offener-brief-universitaet-bremen-antisemitismus-protestcamp/</link>
      <pubDate>Wed, 19 Jun 2024 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/posts/offener-brief-universitaet-bremen-antisemitismus-protestcamp/</guid>
      <description>Antisemitische Vorfälle rund um die Campusbesetzung</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrte Prof. Dr. Günther, Fr. Meyer, Prof. Dr. Kucera, Prof. Dr.-Ing. Petersen und Dr. Boehnke,</p>
<p>wie Sie wissen, kam es am 08. Mai auf dem Gelände der Bremer Universität zu einer Campus-Besetzung durch pro-palästinensische Protestierende. In der Glashalle errichteten dutzende Menschen aus linken, religiösen und hochschulpolitischen Zusammenhängen ein Protestcamp vor dem Hintergrund des sich damals abzeichnenden israelischen Militäreinsatzes in Rafah. Dabei wurden in Wort und Symbolik antisemitische Positionen propagiert und Israel das Existenzrecht abgesprochen.</p>
<p>Sie ließen das Protestcamp räumen, verlautbarten danach in mehreren Statements, dass die Proteste „friedlich“<sup id="fnref:1"><a href="#fn:1" class="footnote-ref" role="doc-noteref">1</a></sup> verlaufen seien und dass die Solidarität mit den Opfern des Massakers der Hamas nicht als „Billigung“ zu verstehen sei, „nun ebenfalls die Menschenrechte anderer zu bedrohen oder zu verletzen“<sup id="fnref:2"><a href="#fn:2" class="footnote-ref" role="doc-noteref">2</a></sup>. Die Äquidistanz, die daraus spricht, kann im Sinne einer Kritik des Antisemitismus und der größten Bedrohung des jüdischen Staates seit vielen Jahren, nicht unkommentiert bleiben.</p>
<p>In Ihrem Statement wird suggeriert, ohne konkret zu werden, dass Israel intentional die Menschenrechte von Palästinensern verletze. Damit kommen Sie sprachlich dem im Aufruf des Protestcamps verbreiten Mythos vom Genozid an den Palästinensern<sup id="fnref:3"><a href="#fn:3" class="footnote-ref" role="doc-noteref">3</a></sup> entgegen. Sie relativieren mit dieser Äußerung die am 7. Oktober von einer offen antisemitischen und klerikalfaschistischen Terrororganisation geplanten und durchgeführten Foltermorde, Massenvergewaltigungen und Entführungen, an denen sich im Übrigen nicht wenige ‚zivile‘ Bewohner des Gaza-Streifens beteiligt haben,<sup id="fnref:4"><a href="#fn:4" class="footnote-ref" role="doc-noteref">4</a></sup> und die letztlich nur durch die israelische Armee gestoppt werden konnten. Dem Krieg gegen die Hamas geht das größte Massaker an Juden seit der Shoa voraus. Festzuhalten ist, dass es sich bei den barbarischen Taten der Hamas um einen Rückfall hinter zivilisatorische Mindeststandards handelt, deren Vernichtungsintention durch die – leider im akademischen Diskurs nicht unübliche – Euphemisierung als „Bedrohung“ oder „Verletzung“ von Menschenrechten zum Verschwinden gebracht wird. Im Gegensatz zu den Terroristen der Hamas, die am 7. Oktober gezielt ganze Familien in israelischen Kibbuzim gefoltert, vergewaltigt, ermordet und dabei ihre Verbrechen öffentlich zelebriert haben, tötet das israelische Militär nicht gezielt Zivilisten, sondern verfolgt seine Kriegsziele, die darin bestehen, die Geiseln zu befreien und ein solches Verbrechen nachhaltig zu verhindern.</p>
<p>Weiter im Statement zitieren Sie aus einer Rede der Rektorin, in der gleichermaßen vor Antisemitismus und antimuslimischem Rassismus gewarnt wird. Hierbei ist allerdings zu erwähnen, dass ausschließlich Israel das Existenzrecht abgesprochen wird und es proisraelische Organisationen und nicht zuletzt jüdische Menschen sind, die bundesweit an Universitäten bedroht werden. Dass sich an deutschen Universitäten ein vergleichbarer organisierter Hass gegen muslimische Staaten oder Menschen richten würde, entspricht demgegenüber nicht der Realität – dies gilt unabhängig davon, dass sich (neu-)rechte Zusammenhänge oder Einzelpersonen migrationsfeindlich und rassistisch äußern oder Menschen bedrohen. Es ist das erklärte Ziel des islamischen Antisemitismus, Israel von der Landkarte zu tilgen. Entsprechend wurden etwa im Rahmen der Berliner Universitätsbesetzung mit Hamas-Symbolik potenzielle Ziele markiert, während in Europa schon seit Jahren die größte jüdische Auswanderungswelle seit dem Zweiten Weltkrieg zu verzeichnen ist.<sup id="fnref:5"><a href="#fn:5" class="footnote-ref" role="doc-noteref">5</a></sup></p>
<p>Schließlich gelangen Sie zu dem Schluss, dass in der durch „Polarisierungen und Spannungen“ gekennzeichneten Lage an alle „Akteur:innen, die sich aktuell zu Wort gemeldet haben“ appelliert werden müsse, im gemeinsamen Dialog zu bleiben. Gänzlich unerwähnt bleibt hier der offene Antisemitismus des Protestes und der beteiligten Gruppen, den wir deshalb im Folgenden dokumentieren wollen.</p>
<ol>
<li>
<p>Initiiert wurde das Protestcamp von dem neugegründeten Studenten-Komitee Uni(te) for Palestine und der schon länger bestehenden links-islamischen Gruppe Seeds of Palestine. Unterstützung fanden sie bei dem trotzkistischen Bündnis Klasse gegen Klasse, die ihrerseits ein paar Tage nach dem 7. Oktober die arabischen Freudentänze über das Massaker als nachvollziehbare emotionale Ausbrüche rechtfertigten und in einem antisemitischen Pamphlet vom 24. Oktober 2023 zu dem Schluss gelangten: „Wir sind in der Tat der Ansicht, dass die Hamas im Zusammenhang mit dem permanenten Krieg in Palästina als Kriegspartei und nicht als ‚terroristische Organisation’ betrachtet werden sollte“<sup id="fnref:6"><a href="#fn:6" class="footnote-ref" role="doc-noteref">6</a></sup>. Auch der islamistische Influencer Huseyin Özoguz, der als Propagandist des iranischen Terror-Regimes gilt und sich als muslimischer AFD-Sympathisant inszenierte, um kulturelle Brücken gegen den in Deutschland vorherrschenden „Homo-Kult“ und „zerstörerischen Feminismus“<sup id="fnref:7"><a href="#fn:7" class="footnote-ref" role="doc-noteref">7</a></sup> zu schlagen, unterstützte das Bremer Protestcamp und veröffentlichte auf seinem YouTube-Kanal ein Interview mit einem am Protestcamp beteiligten Studenten<sup id="fnref:8"><a href="#fn:8" class="footnote-ref" role="doc-noteref">8</a></sup>. Ebenfalls beteiligt war die Bremer Ortsgruppe von Palästina spricht, die mit dem an Björn Höckes ‚Schuldkult‘-Parole erinnernden Slogan „Free Palestine from German Guilt“<sup id="fnref:9"><a href="#fn:9" class="footnote-ref" role="doc-noteref">9</a></sup> den sogenannten ‚Nakba-Aktionstag‘ bewarb, der eine antisemitische Demonstration in Bremen vorsah, die behördlich verhindert wurde. Der AStA der Universität Bremen, der sich mit den Anliegen des Protestcamps bereits im Vorfeld solidarisierte, reproduzierte im Nachgang der Protestauflösung ein Statement des Muslimischen Hochschulbundes, der der islamistischen Muslimbruderschaft nahesteht<sup id="fnref:10"><a href="#fn:10" class="footnote-ref" role="doc-noteref">10</a></sup>.</p>
</li>
<li>
<p>Mitten im Camp hing ein Banner mit der Aufschrift „Stop arming Israel“, untermalt von einem roten Dreieck, das in den letzten Wochen immer wieder für Schlagzeilen sorgte, da es ein Zeichen der Hamas darstellt, das zur antisemitischen Feindmarkierung genutzt wird. So wurde beispielsweise dem Berliner Studenten Lahav Shapira das rote Dreieck gesendet, bevor er von einem muslimischen Mitstudenten krankenhausreif geschlagen wurde<sup id="fnref:11"><a href="#fn:11" class="footnote-ref" role="doc-noteref">11</a></sup>. Die auf dem Banner in der Glashalle implizit erhobene Forderung, den jüdischen Staat dem Terror der Hamas und anderen antisemitischen Organisationen ohne weitere Unterstützung auszusetzen, wird hier also auf der symbolischen Ebene ganz explizit gemacht, wenn die Spitze des Dreiecks direkt auf das Wort Israel zeigt und somit die Vernichtungsdrohung bekräftigt. Es ist eine Drohung an alle jüdischen und Israel nahestehenden Menschen: Sie sollen weder in Israel noch in Westeuropa sicher sein.</p>
</li>
<li>
<p>Dass der von Ihnen als „friedlich“ bezeichnete Protest alles andere als harmlos ist, war bereits im Vorfeld klar, da sich die daran beteiligten Parteien ausdrücklich als Teil der global bzw. bundesweit stattfindenden palästinensischen Protestcamps begriffen, die dafür sorgen, dass Juden zum Teil den Campus gar nicht mehr betreten können. Wie man sämtlichen Medienberichten entnehmen konnte, wurden dort ganz selbstverständlich die Parolen „From the River to the Sea“ und „Yallah Intifada“<sup id="fnref:12"><a href="#fn:12" class="footnote-ref" role="doc-noteref">12</a></sup> gerufen, was nur als Aufruf zur Vernichtung Israels und seiner im Übrigen nicht nur jüdischen Einwohner, die ebenfalls Opfer der antisemitischen Massaker vom 7. Oktober und vergangener Terroranschläge wurden, verstanden werden kann. Der positive Bezug auf die Intifada-Terrorwelle, die über 1100 Menschen das Leben kostete, geht dabei immer wieder Hand in Hand mit physischer Gewalt gegen jüdische und antisemitismuskritische Personen<sup id="fnref:13"><a href="#fn:13" class="footnote-ref" role="doc-noteref">13</a></sup>. Auch in Bremen wurden im Zuge der Uni-Besetzung, in Form von skandierten Parolen, Stickern, Patches oder Flyern antisemitische Inhalte propagiert.</p>
</li>
</ol>
<p>Erklärungsbedürftig bleibt deshalb, weshalb Sie mit den „Akteur:innen, die sich aktuell zu Wort gemeldet haben“ und die Sie als „friedlich“ bezeichnen, im Gespräch bleiben wollen. Die an dem Protest beteiligten Gruppen müssen anhand der durch den Bundestag ratifizierten Antisemitismusdefinition eindeutig als antisemitisch eingestuft werden, ihre Propaganda ist leicht durchschaubar. Die Bedrohungslage für Juden und israelische Einrichtungen hat sich auch in Westeuropa erneut zugespitzt. Die Proteste erfüllen dabei eine Doppelfunktion: Einerseits schüren sie das gesellschaftliche Bedrohungsklima. Andererseits schwingt die Drohung mit, dass selbst der erfolgreiche Exodus nach Israel vor dem Vernichtungsantisemitismus nicht schützen würde.</p>
<p>Ihr Bemühen um Vermittlung und Gespräch halten wir daher für ein fatales Signal an alle Betroffenen. Wir fordern Sie dazu auf, diesen Kurs zu ändern und konsequent gegen Antisemitismus an der Universität Bremen vorzugehen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Das Bündnis gegen Antisemitismus Bremen</p>
<h2 id="verweise">Verweise</h2>
<div class="footnotes" role="doc-endnotes">
<hr>
<ol>
<li id="fn:1">
<p>N. N., „Universitätsleitung löst Protestcamp auf, bleibt aber im Dialog mit den Studierenden“. <a href="https://uni-bremen.de/universitaet/hochschulkommunikation-und-marketing/aktuelle-meldungen/detailansicht/universitaetsleitung-loest-protestcamp-auf-bleibt-aber-im-dialog-mit-den-studierenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://uni-bremen.de/universitaet/hochschulkommunikation-und-marketing/aktuelle-meldungen/detailansicht/universitaetsleitung-loest-protestcamp-auf-bleibt-aber-im-dialog-mit-den-studierenden</a>
&#160;<a href="#fnref:1" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:2">
<p>N. N., „Universitätsleitung zu den Forderungen des Protestcamps“. <a href="https://uni-bremen.de/universitaet/hochschulkommunikation-und-marketing/aktuelle-meldungen/detailansicht/universitaetsleitung-zu-den-forderungen-des-protestcamps" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://uni-bremen.de/universitaet/hochschulkommunikation-und-marketing/aktuelle-meldungen/detailansicht/universitaetsleitung-zu-den-forderungen-des-protestcamps</a>
&#160;<a href="#fnref:2" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:3">
<p>Uni(te) for Palestine, Instagram-Post vom 08.05.2024. <a href="https://instagram.com/p/C6tDdqToZ_5/?img_index=3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://instagram.com/p/C6tDdqToZ_5/?img_index=3</a>
&#160;<a href="#fnref:3" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:4">
<p>Deborah Danan, „They Are All Hamas“, in: Tablet Mag, 25.01.2024. <a href="https://tabletmag.com/sections/israel-middle-east/articles/hamas-palestinians-pogrom-israel" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://tabletmag.com/sections/israel-middle-east/articles/hamas-palestinians-pogrom-israel</a>
&#160;<a href="#fnref:4" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:5">
<p>Verschiedene Studien in Deutschland und Europa zeigen ein hohes Auswanderungspotential jüdischer Menschen aus Sicherheitsgründen. Die Zahlen des israelischen Zentralbüros für Statistik belegen, dass davon zunehmend Gebrauch gemacht wird. Vgl. Israel Central Bureau of Statistics, „Table 1 – Immigrants, by period of immigration (1948-2019)“. <a href="https://cbs.gov.il/he/mediarelease/doclib/2020/223/21_20_223t1.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://cbs.gov.il/he/mediarelease/doclib/2020/223/21_20_223t1.pdf</a>
&#160;<a href="#fnref:5" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:6">
<p>Philippe Alcoy, „Bedeutet die Unterstützung des palästinensischen Widerstands die Unterstützung der Strategie und der Methoden der Hamas?“, in: Klasse gegen Klasse, 24.10.2023. <a href="https://klassegegenklasse.org/bedeutet-die-unterstuetzung-des-palaestinensischen-widerstands-die-unterstuetzung-der-strategie-und-der-methoden-der-hamas/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://klassegegenklasse.org/bedeutet-die-unterstuetzung-des-palaestinensischen-widerstands-die-unterstuetzung-der-strategie-und-der-methoden-der-hamas/</a>
&#160;<a href="#fnref:6" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:7">
<p>Sebastian Leber, „Dreiste Charmeoffensive: Wie die AfD jetzt Migranten umwirbt“, in: Tagesspiegel, 05.02.2024. <a href="https://tagesspiegel.de/gesellschaft/dreiste-charmeoffensive-wie-die-afd-offensiv-migranten-umwirbt-11144638.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://tagesspiegel.de/gesellschaft/dreiste-charmeoffensive-wie-die-afd-offensiv-migranten-umwirbt-11144638.html</a>
&#160;<a href="#fnref:7" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:8">
<p>Huseyin Özoguz, „Palästina-Camp an Uni Bremen: Student berichtet exklusiv (nach seiner Festnahme)“, in: Youtube, 08.05.2024. <a href="https://youtube.com/watch?v=OQxeRvN9dqA" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://youtube.com/watch?v=OQxeRvN9dqA</a>
&#160;<a href="#fnref:8" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:9">
<p>Palästina Spricht Bremen, Instagram-Post vom 13.05.2023. <a href="https://instagram.com/p/CsMPegIsbVT/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://instagram.com/p/CsMPegIsbVT/</a>
&#160;<a href="#fnref:9" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:10">
<p>N. N., „Muslimische Hochschulgruppen“, in: Religionsfrei in Bremen, 23.01.2024. <a href="https://religionsfreiinbremen.de/2024/01/23/muslimische-hochschulgruppen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://religionsfreiinbremen.de/2024/01/23/muslimische-hochschulgruppen/</a>
&#160;<a href="#fnref:10" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:11">
<p>Mascha Malburg, „Ein Dreieck ist keine Wassermelone“, in: Jüdische Allgemeine, 29.05.2024. <a href="https://juedische-allgemeine.de/meinung/ein-dreieck-ist-keine-wassermelone/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://juedische-allgemeine.de/meinung/ein-dreieck-ist-keine-wassermelone/</a>
&#160;<a href="#fnref:11" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:12">
<p>Frederik EIkmanns, „Gaza-Protest erreicht Humboldt-Uni“, in: Taz, 23.05.2024. <a href="https://taz.de/Pro-Palaestina-Besetzung-in-Berlin/!6012397/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://taz.de/Pro-Palaestina-Besetzung-in-Berlin/!6012397/</a>
&#160;<a href="#fnref:12" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:13">
<p>N. N., „Pro-Palestinians disrupt professor’s lecture. Brawl at anti-Semitism lecture at Bonn University“, in: General-Anzeiger, 05.06.2024. <a href="https://ga.de/ga-english/news/university-of-bonn-brawl-at-anti-semitism-lecture-by-lars-rensmann_aid-113998389" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://ga.de/ga-english/news/university-of-bonn-brawl-at-anti-semitism-lecture-by-lars-rensmann_aid-113998389</a>
&#160;<a href="#fnref:13" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
</ol>
</div>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Über das Bremer Bündnis gegen Antisemitismus</title>
      <link>https://bgabremen.de/posts/ueber-uns-about-bga-bremen-buendnis-gegen-antisemitismus/</link>
      <pubDate>Wed, 01 May 2024 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/posts/ueber-uns-about-bga-bremen-buendnis-gegen-antisemitismus/</guid>
      <description>Selbstdarstellung</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Der mörderische Angriff der Hamas auf Israel am 07.10.2023, aber auch die darauf folgenden Reaktionen, die von Empathielosigkeit bis zu offen antisemitischen Ausschreitungen reichen, zeigen auf ein Neues, wie wirkmächtig der Antisemitismus bis heute ist. Zwar dürfte diese Erkenntnis niemanden, der sich schon länger mit dem Thema beschäftigt, ernstlich überraschen, doch die inzwischen auch in Bremen erreichten Ausmaße und neuen Qualitäten des Judenhasses sind zutiefst erschreckend. Das Bremer Bündnis gegen Antisemitismus ist ein Zusammenschluss aus Initiativen und Einzelpersonen, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, diesem Trend entgegenzutreten.</p>
<p>Der Kampf gegen Antisemitismus setzt einen Begriff von seinem Gegenstand voraus. Erst durch das Verständnis der Funktion und der wesentlichen Motive des Antisemitismus kann wirkmächtig gehandelt und ein naiver Umgang mit Antisemiten vermieden werden. Wir können hier zentrale Motive nur in Grundzügen nennen.</p>
<h3 id="antisemitismus-ist-keine-unterform-des-rassismus">Antisemitismus ist keine Unterform des Rassismus.</h3>
<p>Entgegen einer viel verbreiteten Meinung ist Antisemitismus nicht als Rassismus gegen Juden zu verstehen, auch wenn er bisweilen rassistische Komponenten in sich aufnimmt. Der Rassismus macht die Menschen klein: unterentwickelt, unzivilisiert, weniger intelligent, kriminell, barbarisch. Der Antisemitismus hingen stilisiert die Juden zu etwas Höherem: Juden werden als mächtig, verschwörerisch, das Weltgeschehen lenkend und die Welt ins Unheil stürzend imaginiert. Für den Antisemiten gibt es daher viele Völker, gleich- oder minderwertig, aber nur ein Anti-Volk, von dessen Tilgung das Glück der Welt abhängt. Daher läuft der Antisemitismus in letzter Konsequenz auf Erlösung durch Vernichtung hinaus: „Für die Faschisten sind die Juden nicht eine Minorität, sondern die Gegenrasse, das negative Prinzip als solches; von ihrer Ausrottung soll das Glück der Welt abhängen.“<sup id="fnref:1"><a href="#fn:1" class="footnote-ref" role="doc-noteref">1</a></sup></p>
<h3 id="antisemitismus-hat-seine-wurzel-in-der-kapitalistischen-form-der-vergesellschaftung">Antisemitismus hat seine Wurzel in der kapitalistischen Form der Vergesellschaftung.</h3>
<p>Der moderne Judenhass dient nicht nur als universales Erklärungssystem, er ist nicht nur „Weltanschauung“, sondern auch „Leidenschaft“<sup id="fnref:2"><a href="#fn:2" class="footnote-ref" role="doc-noteref">2</a></sup> des Antisemiten, die allerdings nicht aus einem einfachen Denkfehler oder liebloser Erziehung entspringt. Die Ursachen für die Persistenz des Antisemitismus liegen in der antagonistischen Gesellschaft, gegenüber deren Bewegungsgesetzen der Einzelne ohnmächtig ist und die er nicht unmittelbar zu durchschauen vermag. Setzen sich mit dem Untergang des Feudalismus apersonale Herrschaftsverhältnisse durch, die im Bewusstsein des Einzelnen notwendig in verkehrter (z.B. personalisierter) Form erscheinen, so ist der Antisemitismus als „regressive Revolte“<sup id="fnref:3"><a href="#fn:3" class="footnote-ref" role="doc-noteref">3</a></sup> gegen diese apersonale Herrschaft zu verstehen: Abstrakte Vermittlungsformen wie der Markt und das bürgerliche Recht werden von der produktiven Sphäre – Handwerk, Industrie, Technik etc. – abgespalten und auf den Juden projiziert. In ihm sind die Vermittlung, das Abstrakte, Künstliche und Zersetzende gegenüber dem vermeintlich Konkreten verkörpert. Dem entspricht die nazistische Unterscheidung von „raffendem“ und „schaffendem“ Kapital. In diesem Sinne ist der Antisemitismus „negative Leitidee“<sup id="fnref:4"><a href="#fn:4" class="footnote-ref" role="doc-noteref">4</a></sup> einer Moderne, die ihre Versprechen einzulösen bisher nicht in der Lage war.</p>
<h3 id="antisemitismus-ist-ein-ideologisches-mischwesen">Antisemitismus ist ein ideologisches Mischwesen.</h3>
<p>Den christlichen Antijudaismus und den zeitgenössischen Antisemitismus verbinden starke Kontinuitäten. Allerdings hat sich der Antisemitismus immer wieder erfolgreich an die herrschenden gesellschaftlichen Selbstverständnisse angepasst und dementsprechend seine Erscheinungsweise verändert. Zu einer Zeit, da selbst die extreme Rechte vorwiegend kulturalisisch und nicht biologistisch argumentiert, hat der „Rassen“-Antisemitismus weitestgehend ausgedient, nicht aber der Antisemitismus an sich. Er erfüllt für die ohnmächtigen Vereinzelten eine notwendige psychische Funktion, verspricht Ersatzbefriedigung im kollektiven Narzissmus und ist als „Schiefheilung“ die Alternative zur Individualpathologie. Die heute vorherrschende Form des Antisemitismus ist der Antizionismus. Hing die apokalyptische Sehnsucht zuvor an der Elimination der Juden, ist es heute die Auslöschung des Judenstaates, von der die Zukunft der Menschheit abhängen soll.<sup id="fnref:5"><a href="#fn:5" class="footnote-ref" role="doc-noteref">5</a></sup></p>
<h3 id="antizionismus-ist-antisemitismus">Antizionismus ist Antisemitismus.</h3>
<p>Es ließe sich durchaus auf die Geschichte der innerjüdischen Debatte um das Für und Wider eines jüdischen Staates hinweisen, insofern hat die Verknüpfung von Antizionismus und Antisemitismus einen historischen Index. Allerdings hat sich angesichts des Holocaust und des darin in Erscheinung tretenden Motivs der totalen Vernichtung die Notwendigkeit eines jüdischen Schutzraumes bewiesen. Mit der Gründung des Staates Israel 1948 geht das Versprechen einher, dass die vom umgreifenden Antisemitismus Verfolgten der wahnhaften Verfolgung nicht mehr schutzlos ausgeliefert sein sollen. Der jüdische Staat ist deshalb ein Skandalon für jeden Antisemiten, denn er steht für die Bereitschaft, sich seinem projektiven Wahn – und dies im Zweifel auch militärisch – entgegenzustellen, eine Bereitschaft, die Israel traurigerweise seit seiner Staatsgründung immer wieder zeigen musste und heute noch muss. Der Antizionismus, also die Ablehnung des jüdischen Emanzipationsbestrebens und damit die Forderung zur Auflösung des jüdischen Staates, verweigert sich nicht nur dieser historischen Einsicht, er fordert, dass Juden dem Antisemiten gegenüber wieder schutzlos sein sollen. Ausnahmslos alle antijüdischen/antisemitischen Stereotype und Tropen finden sich auch in Bezug auf Israel, sei es die Legende vom Kindermord oder das Phantasma der Zersetzung der autochthonen Gemeinschaften im Nahen Osten.</p>
<p>Der Hass auf den jüdischen Staat begleitet Israel seit seiner Gründung, welche die umliegenden arabischen Staaten veranlasste, dem neu ausgerufenen Staat den Krieg zu erklären und in israelisches Gebiet vorzurücken. Infolge des Krieges, den Israel für sich gewinnen konnte, wurde deutlich, dass sich der in den arabischen Ländern kultivierte Antisemitismus<sup id="fnref:6"><a href="#fn:6" class="footnote-ref" role="doc-noteref">6</a></sup> in der Ablehnung Israels fortsetzte: Ein Pariavolk, wie es die Juden im Islam darstellen, dürfe um keinen Preis einen eigenen Staat im Nahen Osten erlangen.<sup id="fnref:7"><a href="#fn:7" class="footnote-ref" role="doc-noteref">7</a></sup> In Deutschland, aber auch anderen westlichen Ländern, weste währenddessen noch der klassische Antisemitismus fort. Es war die Linke, die Anschluss schaffte, indem sie sich infolge des Sechs-Tage-Kriegs 1967 auf die neue Gestalt des Antisemitismus – den Antizionismus – einschwor und Israel als imperialistischen Brückenkopf und Inbegriff des Kapitalismus bekämpfte. „Die Allianz des antisemitischen Spießer-Stammtisches mit den Barrikaden“<sup id="fnref:8"><a href="#fn:8" class="footnote-ref" role="doc-noteref">8</a></sup>, die Jean Améry 1969 kritisierte, hat heute einen mächtigen Verbündeten im politischen Islam gefunden. Umgekehrt darf sich der politische Islam über Beifall von Seiten der Linken freuen, insbesondere nachdem mit dem Untergang der Sowjetunion ihr zentraler Orientierungspunkt weggebrochen war. „Der Kalte Krieg [schien] die Tatsache aus dem Gedächtnis getilgt zu haben, daß der Widerstand gegen eine imperiale Macht nicht notwendigerweise fortschrittlich sein muß, daß es auch faschistische ‚Antiimperialisten‘ gegeben hat.“<sup id="fnref:9"><a href="#fn:9" class="footnote-ref" role="doc-noteref">9</a></sup> Nirgends zeigte sich diese Affirmation alles Anti-Westlichen deutlicher als in den Reaktionen bedeutender Teile der Linken auf 9/11, das als antiimperialistischer Widerstand gefeiert wurde. Der Islamismus als Speerspitze der Antimoderne ist seither immer wieder Referenzpunkt von zivilisationsmüden Linken, die in der vermeintlich ursprünglichen und authentischen islamischen Kultur eine Negativfolie zum Westen zu finden glauben. Seit Beginn der 2010er-Jahre war es zunächst ruhig geworden um das links-islamistische Bündnis<sup id="fnref:10"><a href="#fn:10" class="footnote-ref" role="doc-noteref">10</a></sup>, infolge des 07.10. ist es jedoch wieder global auf dem Vormarsch, diesmal im Verbund mit einem „gebildeten Feuilleton-Antisemitismus“ (M. Schwarz-Friesel). In Gestalt von islamistischen Gruppen, einer Melange aus klassisch-antiimperialistischen und durch postkoloniale Theorie inspirierten Aktivisten sowie einer breiten Trägerschicht in Universitäten und Kulturinstitutionen zeichnet dieses Bündnis erneut nicht nur für eine Vielzahl antisemitischer Übergriffe bzw. deren Relativierung verantwortlich, sondern arbeitet aggressiver denn je einer Normalisierung des Antizionismus zu: Ihre zentralen Anliegen sind die Entspezifizierung des Holocaust, die Delegitimierung des jüdischen Staates und die Apologie islamischen Terrors.</p>
<p>Angesichts des grassierenden Antisemitismus in Bremen – in der sogenannten Mitte der Gesellschaft, in rechten wie migrantischen Milieus, in linken Politgruppen, Kulturvereinen, an Kunsthochschule und Universität – fordern wir:</p>
<p><strong>Gegen jeden Antisemitismus! Am Yisrael Chai!</strong></p>
<p><em>Bündnis gegen Antisemitismus Bremen</em></p>
<div class="footnotes" role="doc-endnotes">
<hr>
<ol>
<li id="fn:1">
<p>Horkheimer, Max/Adorno, Theodor W.: <em>Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente</em>, Frankfurt am Main 2010, S. 177.&#160;<a href="#fnref:1" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:2">
<p>Sartre, Jean-Paul: <em>Überlegungen zur Judenfrage</em>, in: ders.: Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Bd. 2, hg. v. Vincent von Wroblewski, Reinbek bei Hamburg 2017, S. 14.&#160;<a href="#fnref:2" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:3">
<p>Grigat, Stephan: <em>Kritik des Antisemitismus heute. Zur kritischen Theorie antijüdischer Projektionen, der Persistenz des Antizionismus und der aktuellen Gefahr des islamischen Antisemitismus</em>, Working Papers #001, Centrum für Antisemitismus- und Rassismusstudien, Köln 2022. Online abrufbar unter: <a href="https://katho-nrw.de/fileadmin/media/foschung_transfer/forschungsinstitute/CARS/CARS_Workingpaper_2022_001_Grigat.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://katho-nrw.de/fileadmin/media/foschung_transfer/forschungsinstitute/CARS/CARS_Workingpaper_2022_001_Grigat.pdf</a>
&#160;<a href="#fnref:3" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:4">
<p>Salzborn, Samuel: <em>Antisemitismus als negative Leitidee der Moderne</em>, Frankfurt am Main/New York 2010.&#160;<a href="#fnref:4" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:5">
<p>Grosfoguel, Ramón: „We find ourselves in a deeply spiritual and messianic moment: either we organize and stop this injustice [gemeint ist der israelische Krieg gegen die Hamas], or we move unfailingly towards the destruction of life on Planet Earth.“ Grosfoguel, Ramón: “Gaza: The Warsaw Ghetto of the 21st Century”, in: Islamic Human Rights Commission, 01.02.2024. Online abrufbar unter: <a href="http://www.ihrc.org.uk/gaza-the-warsaw-ghetto-of-the-21st-century" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.ihrc.org.uk/gaza-the-warsaw-ghetto-of-the-21st-century</a>
&#160;<a href="#fnref:5" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:6">
<p>Ourghi, Abdel-Hakim: <em>Die Juden im Koran: Ein Zerrbild mit fatalen Folgen</em>, München 2024; Cüppers, Martin: <em>Halbmond und Hakenkreuz. Das „Dritte Reich“, die Araber und Palästina</em>, Darmstadt 2007.&#160;<a href="#fnref:6" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:7">
<p>Schwartz, Adi/Wilf, Einat: <em>The War of Return. How Western Indulgence of the Palestinian Dream Has Obscured the Path to Peace</em>, New York 2020, S. 29, 91.&#160;<a href="#fnref:7" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:8">
<p>Améry, Jean: <em>Der ehrbare Antisemitismus</em>, in: ders.: Werke, Bd. 7, hg. v. Irene Heidelberger-Leonard, Stuttgart 2005, S. 140.&#160;<a href="#fnref:8" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:9">
<p>Postone, Moishe: „Geschichte und Ohnmacht. Massenmobilisierung und aktuelle Formen des Antisemitismus“, in: ders.: <em>Deutschland, die Linke und der Holocaust</em>, Freiburg i. Br. 2020, S. 205.&#160;<a href="#fnref:9" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
<li id="fn:10">
<p>Rickenbacher, Daniel: „Grundlagen und Formen der Annäherung zwischen dem Islamismus und der radikalen ‚globalen Linken‘ nach 9/11“, in: Hagen, Nikolaus/Neuburger, Tobias (Hg.), <em>Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft. Theoretische Überlegungen, Empirische Fallbeispiele, Pädagogische Praxis</em>, Innsbruck 2020, S. 87–107.&#160;<a href="#fnref:10" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&#x21a9;&#xfe0e;</a></p>
</li>
</ol>
</div>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Zur anachronistischen Wiederkehr des Antiimperialismus? Manichäismus, Autoritarismus und Antisemitismus in roten Gruppen</title>
      <link>https://bgabremen.de/events/anachronistische-wiederkehr-antiimperialismus/</link>
      <pubDate>Mon, 09 Nov 2026 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/events/anachronistische-wiederkehr-antiimperialismus/</guid>
      <description>Vortrag mit Luise Henckel</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Gegenwärtig wird viel über die Wiederkehr linksautoritärer Gruppen spekuliert, deren Vokabular und Auftreten dem antiautoritären antifaschistischen Konsens des 21. Jahrhunderts diametral gegenübersteht. Angesichts der Jahrzehnte, die die aus jenen Reihen dröhnenden Slogans schon auf dem Buckel haben, mag einerseits die Hartnäckigkeit, aber auch die scheinbare Attraktivität der antiimperialistischen Logik für eine junge Generation auf den ersten Blick vielleicht verwundern.</p>
<p>Allerdings gehört der Anachronismus zur Rhetorik des Antiimperialismus immer schon dazu: Bereits in der begriffsgeschichtlichen Hochphase der frühen 1970er Jahre hatte die bewegungslogische Selbstbezeichnung wenig mit der marxistischen Kritik am historischen Imperialismus zu tun, sondern war vielmehr bereits ein um seinen Analyseanspruch gebrachter Interpretationsbegriff für die zeitgenössische geopolitische Lage. Ironischerweise erscheint die heutige Verwendung noch einmal geschichtsvergessener, wenn gegenwärtige Kritik am Neo-Imperialismus durch bspw. China oder Russland in diesen Reihen völlig ausbleibt und stattdessen ein Manichäismus zwischen guten und schlechten Völkern wieder aufleben darf. Nicht fehlen darf außerdem eine Romantisierung der Arbeiterklasse und die Verkürzung von Staats- und Kapitalkritik auf personifizierte Welterklärungsansätze.</p>
<p>Dass sich damit antisemitische Tropen und Erlösungsvorstellungen tradieren, die bereits die Hinwendung der antiimperialistischen Linken zur Glorifizierung von Ethnizität begleitet hatten, bedarf keiner großen theoretischen Reflexionsleistung. Allerdings bleibt dabei häufig unterbeleuchtet, dass der Antisemitismus im gegenwärtigen Antiimperialismus eben nicht nur mitgeschleppter Anachronismus ist, sondern auch – durch die Übernahme postmoderner Theorieversatzstücke und gegenwärtiger „Sloganisierung“ – Verarbeitung der aktuellen spätmodernen Verhältnisse, wenn auch in verkürzter Form.</p>
<p>Es ließe sich wohl diskutieren, ob wir es aktuell mit einer tatsächlichen Wiederkehr solcher Neo-Guerillas zu tun haben oder die mitgeschleppten Ideologeme und Organisationsformen die Linke eigentlich nie ganz verlassen haben. Wäre die gegenwärtige Konjunktur damit nun Ausdruck linker Orientierungslosigkeit, Krisensymptom, tatsächliche – aber verkürzte – Verarbeitung gegenwärtiger geopolitischer Verschiebungen oder vielmehr Erfolgskonzept eines sich auf Kommodifizierbarkeit verstehenden Polit-Aktivismus, der sich nur noch in der Rhetorik als (links-)radikal und im Antisemitismus als real erweist?</p>
<p>Der Vortrag versucht die aktuellen Artikulationen des Linksautoritarismus – in seiner martialisch-männlichen sowie seiner kollektiv-kulturalistischen Ausdrucksform – historisch und gesellschaftlich nachzuvollziehen. Dabei soll die Erklärung für seine Beharrsamkeit genauso im Vordergrund stehen, wie die Frage, was dieser für eine gegenwärtige antifaschistische Theorie und Praxis bedeutet.</p>
<p>Luise Henckel hat Politikwissenschaft, Kulturwissenschaften und Politische Theorie studiert, arbeitet gegenwärtig am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main und promoviert an der Universität Halle zur jüdischen Emanzipation im 19. Jahrhundert. Sie publiziert und hält Vorträge zur frühen kritischen Theorie, materialistischen Staatstheorie und zum (linken) Antisemitismus.</p>
<hr>
<p>📅 <strong>9. November 2026</strong><br>
🕕 <strong>18 Uhr</strong><br>
📍 <strong>Universität Bremen (Raum GW2 B2900)</strong></p>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Antisemitismus definieren. Anleitung zur Abgrenzung</title>
      <link>https://bgabremen.de/events/antisemitismus-definieren-anleitung-zur-abgrenzung/</link>
      <pubDate>Tue, 27 Oct 2026 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/events/antisemitismus-definieren-anleitung-zur-abgrenzung/</guid>
      <description>Buchvorstellung mit Nikolas Lelle</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Während die Diskussionen um Antisemitismusdefinitionen immer unzugänglicher werden, hat die Ideologie in ihrer öffentlichen Wahrnehmung nichts von ihrem Rätselcharakter verloren. Die Bestimmung und damit die Bekämpfung von Antisemitismus wird durch zahlreiche alltagspraktische wie akademische Mythen erschwert: Antisemitismus wird unter Rassismus subsumiert, zum Vorurteil gemacht, extremismustheoretisch gelesen oder zum Wahn erklärt. Obwohl diese Deutungsversuche etwas treffen, reduzieren sie Antisemitismus doch immer nur auf einen Teilaspekt.</p>
<p>In »Antisemitismus definieren« machen der Sozialphilosoph Nikolas Lelle und der Sozialpsychologe Tom Uhlig diese Mythen produktiv. Sie fragen nach ihrer subjektiven und gesellschaftlichen Attraktivität und arbeiten ihren wahren Kern heraus, um einen Antisemitismusbegriff zu gewinnen, der dem Gegenstand gerecht wird.</p>
<p>Nikolas Lelle arbeitet seit 2020 bei der Amadeu Antonio Stiftung und beschäftigt sich vornehmlich mit Antisemitismuskritik, Erinnerungskultur und Gesellschaftstheorie. Er hat in Frankfurt am Main und Mainz Philosophie und Soziologie studiert und an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert. Zuletzt erschien von Lelle »Arbeit macht frei. Annäherungen an eine NS-Devise«. 2026 erscheint auch der mit Lisa Geffken gemeinsam herausgegebene Band »Warum man Israel nicht hassen muss, um zu den Guten zu gehören«.</p>
<hr>
<p>📅 <strong>27. Oktober 2026</strong><br>
🕕 <strong>18 Uhr</strong><br>
📍 <strong>Universität Bremen (Raum GW2 B2890)</strong></p>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Ausnahmezustand. Hochschulen im deutschsprachigen Raum seit dem 7. Oktober – Zeugnisse von Betroffenen</title>
      <link>https://bgabremen.de/events/buchvorstellung-ausnahmezustand-hochschulen-im-deutschsprachigen-raum/</link>
      <pubDate>Mon, 12 Oct 2026 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/events/buchvorstellung-ausnahmezustand-hochschulen-im-deutschsprachigen-raum/</guid>
      <description>Buchvorstellung u.a. mit Prof. Julia Bernstein</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Deutschsprachige Hochschulen sind seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 kein sicherer Hort mehr für jüdisches Leben. Antisemitismus prägt seither auch den akademischen Raum: in hasserfüllten Demonstrationen, Besetzungen und Boykottaufrufen – und jenseits der sichtbaren Fälle in einer nachhaltig vergifteten Atmosphäre. Was macht diese Entwicklung mit jüdischen Menschen, die an den Hochschulen tätig sind? In über sechzig Selbstzeugnissen von Mitgliedern des Netzwerks jüdischer Hochschullehrender in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie ihres Unterstützungskreises schildern Betroffene Zurückweisung, Ausgrenzung und Vereinsamung in jener Lebenswelt, die einst ihre geistige Heimat war – und zugleich ihre Handlungsfähigkeit unter erschwerten Bedingungen. Ein ebenso bestürzender wie aufschlussreicher Blick auf die prekäre Lage jüdischer Hochschulangehöriger.</p>
<p>Prof. Dr. Julia Bernstein ist Antisemitismusforscherin, Frankfurt University of Applied Sciences, sowie Vorsitzende des Netzwerks Jüdischer Hochschullehrender e.V.</p>
<p>Wo? Universität Bremen (Raum GW2 B2900)</p>
<p>Wann? 12.10. // 18 Uhr</p>
<p>Eine Veranstaltung des Bündnis gegen Antisemitismus Bremen in Kooperation mit der Gesellschaft für kritische Bildung e.V. und der Antonio Amadeu Stiftung.</p>
<p>Julia Bernstein, Alfred Bodenheimer, Elisabeth Schilling (Hg.): <em>Ausnahmezustand. Hochschulen im deutschsprachigen Raum seit dem 7. Oktober. Zeugnisse von Betroffenen.</em> Wallstein Verlag, Göttingen 2026 · 552 Seiten · ISBN 978-3-8353-6192-8 · 34,00 €</p>
<hr>
<p>📅 <strong>12. Oktober 2026</strong><br>
🕖 <strong>18 Uhr</strong><br>
📍 <strong>Universität Bremen (Raum GW2 B2900)</strong></p>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Vom Antisemitismus, der keiner sein will</title>
      <link>https://bgabremen.de/events/buchvorstellung-vom-antisemitismus-der-keiner-sein-will/</link>
      <pubDate>Mon, 05 Oct 2026 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/events/buchvorstellung-vom-antisemitismus-der-keiner-sein-will/</guid>
      <description>Buchvorstellung mit Richard Schuberth</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Richard Schuberths im März erschienener Essayband – nominiert für den „Tractatus-Essaypreis“ des Philosophicums Lech und nunmehr in der vierten Auflage – sprach sich vor allem in den Sozialen Medien schnell als besonders scharfsinniges und zeitgemäßes Buch zu den jüngsten Auswüchsen des Antisemitismus herum. Der Wiener Autor beleuchtet bekannte und unbekannte Facetten eines kollektiven Wahns, der sich selbst nicht erkennen kann, weil er unter dem Banner der Global Justice agiert. Mit seiner ihm eigenen Fusion aus Essay, Satire und wissenschaftlicher Analyse ergründet der Autor auch die Mindsets der neuen Antisemiten und die verschiedenen Schichten der Projektion, die wie ein Peilsender stets ihr Israel finden. Schuberth sieht sein Buch als eine Bringschuld und als Herausforderung, die neuesten Metamorphosen des Antisemitismus anhand seiner Kontinuitäten und Brüche zu verstehen.</p>
<p>Richard Schuberth, 1968 in Ybbs an der Donau (Niederösterreich) geboren, schreibt in zahlreichen literarischen Gattungen, darunter Roman, Essay, Kurzgeschichte, Aphorismus, Lyrik und Drama. Zudem verfasst er wissenschaftliche Texte, Songs und gesellschaftskritische Satiren. Sein Werk ist geprägt von sprachlicher Präzision, geistigem Witz und scharfer Analyse.</p>
<hr>
<p>📅 <strong>5. Oktober 2026</strong><br>
🕖 <strong>19 Uhr</strong><br>
📍 <strong>Galerie K&rsquo; (Alexanderstraße 9b // Viertel)</strong></p>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Buchvorstellung: Jüdische Identitäten und Antisemitismus im Punk</title>
      <link>https://bgabremen.de/events/buchvorstellung-juedische-identitaeten-antisemitismus-im-punk/</link>
      <pubDate>Fri, 10 Jul 2026 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/events/buchvorstellung-juedische-identitaeten-antisemitismus-im-punk/</guid>
      <description>Buchvorstellung mit Tobias Johann und Andreas Borsch</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Antisemitismus nimmt derzeit in vielen gesellschaftlichen Bereichen zu – auch in Milieus, die sich selbst als progressiv und diskriminierungskritisch verstehen. Der Sammelband Jüdische Identitäten und Anti-semitismus im Punk geht der Frage nach, wie antisemitische Dynamiken in einer Subkultur entstehen konnten, die historisch und gegenwärtig maßgeblich von jüdischen Akteur:innen geprägt ist. Die Beiträge beleuchten die Erfahrungen jüdischer Punks, Formen des Widerspruchs gegen Anti-semitismus sowie die Entwicklungen seit dem 7. Oktober. Zugleich fragen sie danach, was Punk für Jüdinnen und Juden weiterhin attraktiv macht und welches Potenzial die Szene für eine zeitgemäße Kritik und Bekämpfung von Antisemitismus bereithält.</p>
<p>Andreas Borsch ist Historiker und Gründungsmitglied der Initiative Interdisziplinäre Antisemitismusforschung an der Universität Trier. Er arbeitet als politischer Bildner und promoviert daneben zur »Organisationsgeschichte der Gestapo Trier«.</p>
<p>Tobias Johann ist Soziologe und wissenschaftlicher Referent im Projekt »Antisemitismus in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit«. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind Antisemitismus, Rechtsterrorismus, Radikalisierungsprävention sowie Jugend- und Subkulturen.</p>
<blockquote>
<p>Das Buch <a href="https://www.verbrecherverlag.de/shop/juedische-identitaeten-und-antisemitismus-im-punk/" target="_blank">Jüdische Identitäten und Antisemitismus im Punk</a> ist 2026 im Verbrecher Verlag erschienen.</p>
<p>Am 10. Juli stellen die Herausgeber Tobias Johann und Andreas Borsch das Buch &ldquo;Jüdische Identitäten und Antisemitismus im Punk&rdquo; vor.</p>
<p>Die Veranstaltung findet im Infoladen in der St.Pauli-Straße 12 statt. Es wird einen Büchertisch vom goldenshop geben.</p>
<p>Mit den Herausgebern und einem Büchertisch vom goldenshop.</p>
</blockquote>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Vortrag: Psychoanalyse der linken Palästina-Solidarität</title>
      <link>https://bgabremen.de/events/psychoanalyse-linken-palaestina-solidaritaet/</link>
      <pubDate>Wed, 13 May 2026 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/events/psychoanalyse-linken-palaestina-solidaritaet/</guid>
      <description>Vortrag: Psychoanalyse der linken Palästina-Solidarität</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Das Bündnis gegen Antisemitismus Bremen und der Verband Jüdischer Studierender Nord organisieren im Jahr 2026 eine Veranstaltungsreihe an der Universität Bremen zum Thema „Antisemitismus im Spiegel zeitgenössischer Diskurse&quot;.</p>
<p>In drei spannenden Vorträgen werfen Expert*innen einen kritischen Blick auf <a href="/events/antisemitismus-im-hochschulkontext/">Antisemitismus an Hochschulen</a>, <a href="/events/postkoloniale-theorie-querfrontdiskurs-antisemitismus/">postkoloniale Theorie</a> und Narrative der Palästina-Solidarität.</p>
<p>Prof. Dr. Christine Kirchhoff, Professorin für Theoretische Psychoanalyse, Subjekt- und Kulturtheorie an der IPU Berlin, präsentiert eine psychoanalytische Perspektive auf linke Palästina-Solidarität.</p>
<blockquote>
<p><strong>Organisation:</strong>
Prof. Dr. Anne Levin, Bündnis gegen Antisemitismus Bremen, <a href="https://vjsnord.de" target="_blank">Verband Jüdischer Studierender Nord</a></p>
</blockquote>
<div class="gallery single-image">
  <figure>
    <a href="\images\veranstaltungsreihe-antisemitismus-spiegel-diskurse\veranstaltungsreihe-uni-bremen-2026-vjsnord.jpg" data-caption="Poster zur Veranstaltungsreihe">
      <img src="\images\veranstaltungsreihe-antisemitismus-spiegel-diskurse\veranstaltungsreihe-uni-bremen-2026-vjsnord.jpg" 
           alt="Poster zur Veranstaltungsreihe" 
           title="Poster zur Veranstaltungsreihe">
    </a>
    <figcaption>Poster zur Veranstaltungsreihe</figcaption>
  </figure>
</div>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Vortrag: Postkoloniale Theorie als Querfrontdiskurs: Antisemitismus und epistemischer Ethnorelativismus</title>
      <link>https://bgabremen.de/events/postkoloniale-theorie-querfrontdiskurs-antisemitismus/</link>
      <pubDate>Tue, 21 Apr 2026 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/events/postkoloniale-theorie-querfrontdiskurs-antisemitismus/</guid>
      <description>Vortrag: Postkoloniale Theorie als Querfrontdiskurs</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Das Bündnis gegen Antisemitismus Bremen und der Verband Jüdischer Studierender Nord organisieren im Jahr 2026 eine Veranstaltungsreihe an der Universität Bremen zum Thema „Antisemitismus im Spiegel zeitgenössischer Diskurse&quot;.</p>
<p>In drei spannenden Vorträgen werfen Expert*innen einen kritischen Blick auf <a href="/events/antisemitismus-im-hochschulkontext/">Antisemitismus an Hochschulen</a>, postkoloniale Theorie und <a href="/events/psychoanalyse-linken-palaestina-solidaritaet/">Narrative der Palästina-Solidarität</a>.</p>
<p>Ingo Elbe, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Privatdozent am Institut für Philosophie der Universität Oldenburg, spricht zur Verbindung postkolonialer Theorie mit antisemitischen Diskursen und epistemischem Ethnorelativismus.</p>
<blockquote>
<p><strong>Organisation:</strong>
Prof. Dr. Anne Levin, Bündnis gegen Antisemitismus Bremen, <a href="https://vjsnord.de" target="_blank">Verband Jüdischer Studierender Nord</a></p>
</blockquote>
<div class="gallery single-image">
  <figure>
    <a href="\images\veranstaltungsreihe-antisemitismus-spiegel-diskurse\veranstaltungsreihe-uni-bremen-2026-vjsnord.jpg" data-caption="Poster zur Veranstaltungsreihe">
      <img src="\images\veranstaltungsreihe-antisemitismus-spiegel-diskurse\veranstaltungsreihe-uni-bremen-2026-vjsnord.jpg" 
           alt="Poster zur Veranstaltungsreihe" 
           title="Poster zur Veranstaltungsreihe">
    </a>
    <figcaption>Poster zur Veranstaltungsreihe</figcaption>
  </figure>
</div>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Veranstaltung: Antisemitismus – ein Konstrukt im Wandel?</title>
      <link>https://bgabremen.de/events/antisemitismus-ein-konstrukt-im-wandel/</link>
      <pubDate>Tue, 27 Jan 2026 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/events/antisemitismus-ein-konstrukt-im-wandel/</guid>
      <description>Eine Veranstaltung im Rahmen des Dies Academicus zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Eine Veranstaltung im Rahmen des <strong>Dies Academicus</strong> zum <strong>Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus</strong>.</p>
<h3 id="mit-beiträgen-von">Mit Beiträgen von</h3>
<ul>
<li><strong>Andreas Stahl</strong> (Beratungsstelle gegen Antisemitismus, NRW)</li>
<li><strong>Dr. Carina Brankovic</strong> (Universität Oldenburg)</li>
<li><strong>Prof. Dr. Riem Spielhaus</strong> (Universität Göttingen)</li>
<li><strong>Markus Weiß</strong> (TU Berlin)</li>
</ul>
<p>und <strong>PD Dr. Ingo Elbe</strong> (Universität Oldenburg) als Diskutant</p>
<hr>
<p>📅 <strong>27. Januar 2026</strong><br>
🕓 <strong>16–18 Uhr</strong><br>
📍 <strong>GW2, Raum B 1405</strong></p>
<blockquote>
<p><strong>Verantwortliche:</strong><br>
Prof. Dr. Anne Levin, Prof. Dr. Meike Wulfmeyer, Malte Jelschen</p>
</blockquote>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Vortrag: Antisemitismus im Hochschulkontext</title>
      <link>https://bgabremen.de/events/antisemitismus-im-hochschulkontext/</link>
      <pubDate>Tue, 13 Jan 2026 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/events/antisemitismus-im-hochschulkontext/</guid>
      <description>Vortrag: Antisemitismus im Hochschulkontext</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Das Bündnis gegen Antisemitismus Bremen und der Verband Jüdischer Studierender Nord organisieren im Jahr 2026 eine Veranstaltungsreihe an der Universität Bremen zum Thema „Antisemitismus im Spiegel zeitgenössischer Diskurse&quot;.</p>
<p>In drei spannenden Vorträgen werfen Expert*innen einen kritischen Blick auf Antisemitismus an Hochschulen, <a href="/events/postkoloniale-theorie-querfrontdiskurs-antisemitismus/">postkoloniale Theorie</a> und <a href="/events/psychoanalyse-linken-palaestina-solidaritaet/">Narrative der Palästina-Solidarität</a>.</p>
<p>Andreas Stahl, Leiter der Beratungsstelle gegen Antisemitismus an deutschen Hochschulen in NRW, spricht zum Umgang mit antisemitischen Vorfällen und Unterstützungsangeboten an Hochschulen.</p>
<blockquote>
<p><strong>Organisation:</strong>
Prof. Dr. Anne Levin, Bündnis gegen Antisemitismus Bremen, <a href="https://vjsnord.de" target="_blank">Verband Jüdischer Studierender Nord</a></p>
</blockquote>
<div class="gallery single-image">
  <figure>
    <a href="\images\veranstaltungsreihe-antisemitismus-spiegel-diskurse\veranstaltungsreihe-uni-bremen-2026-vjsnord.jpg" data-caption="Poster zur Veranstaltungsreihe">
      <img src="\images\veranstaltungsreihe-antisemitismus-spiegel-diskurse\veranstaltungsreihe-uni-bremen-2026-vjsnord.jpg" 
           alt="Poster zur Veranstaltungsreihe" 
           title="Poster zur Veranstaltungsreihe">
    </a>
    <figcaption>Poster zur Veranstaltungsreihe</figcaption>
  </figure>
</div>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Kneipenabend: Das Jahr ausklingen lassen mit dem BGA</title>
      <link>https://bgabremen.de/events/bga-weihnachtsfeier-barabend-2025/</link>
      <pubDate>Thu, 11 Dec 2025 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/events/bga-weihnachtsfeier-barabend-2025/</guid>
      <description>Soli-Cocktail – Getränke – Musik</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Im Anschluss an die <a href="/events/buchvorstellung-siedlerkolonialismus-stosberg-hesse/">Buchvorstellung</a> veranstalten wir am 11.12. um 21 Uhr einen Kneipenabend im <a href="https://zakk.klubraum.org" target="_blank">zakk</a> zum gemeinsamen Jahresausklang mit Soli-Cocktail.</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Siedlerkolonialismus: Ideologie, Gewalt, Gerechtigkeit</title>
      <link>https://bgabremen.de/events/buchvorstellung-siedlerkolonialismus-stosberg-hesse/</link>
      <pubDate>Thu, 11 Dec 2025 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/events/buchvorstellung-siedlerkolonialismus-stosberg-hesse/</guid>
      <description>Buchvorstellung mit Tim Stosberg und Christoph Hesse</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Adam Kirsch beschreibt die wundersame Karriere eines Begriffs, der sich seinen Weg aus den Settler Colonial Studies, einem Sprössling der Postcolonial Studies, in die politische Publizistik gebahnt hat. Geprägt wurde er in Australien und Nordamerika: »Siedler« seien dort auch Nachfahren von Immigranten in der x-ten Generation. Diese radikal progressiv daherkommende Idee hat mit fortschrittlichem Denken allerdings wenig, dafür umso mehr mit deutscher Romantik und englischem Puritanismus zu tun, wie Kirsch zeigt. Die Absicht, historisches Unrecht wiedergutzumachen, mündet in den Vorsatz, neues Unrecht in der Gegenwart zu legitimieren. Während die Rede von »Siedlerkolonialismus« in Amerika noch plausibel ist, ist sie in Bezug auf Palästina absurd. Das ohnehin fragwürdige Hoheitszeichen der Indigenität können Juden und Araber gleichermaßen reklamieren. Dass der Vorwurf aber gegen Israel umso lauter erhoben wird, hat einen einfachen Grund: Anders als bei den USA gibt es eine realistische Aussicht, Israel von der Landkarte zu streichen und Geschichte rückgängig zu machen.</p>
<blockquote>
<p>Tim Stosberg ist Doktorand am Lehrstuhl für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Vergleichende Regierungslehre an der Universität Passau und Autor des Nachworts zur deutschen Übersetzung von Kirschs Essay.</p>
<p>Christoph Hesse ist promovierter und habilitierter Filmwissenschaftler sowie Übersetzer von Adam Kirschs Essay ins Deutsche.</p>
<p>Zur Leseprobe und Buchbestellung: <a href="https://edition-tiamat.de/books/siedlerkolonialismus" target="_blank">Edition Tiamat</a></p>
</blockquote>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Von Tōkyō nach Tel Aviv: Der Antisemitismus der Japanischen Roten Armee</title>
      <link>https://bgabremen.de/events/vortrag-von-tokio-nach-tel-aviv/</link>
      <pubDate>Tue, 04 Nov 2025 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/events/vortrag-von-tokio-nach-tel-aviv/</guid>
      <description>Ein Vortrag von Kerim Mallée</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Die Japanische Rote Armee (JRA) gilt als eines der bizarrsten Phänomene des linken Terrorismus der 1970er Jahre. Entstanden aus der studentischen Protestbewegung, schrieb sie sich ein emanzipatorisches Bestreben auf die Fahnen, war jedoch geprägt von Nationalismus, patriarchalen Strukturen und einem Antisemitismus, der sich als „Antizionismus&quot; ausgab.</p>
<p>Die JRA suchte die Revolution außerhalb Japans und verlagerte damit auch die Verantwortung für die eigene Geschichte nach außen. Anstatt die historische Schuld Japans zu reflektieren, machte sie Israel zum Symbol eines imaginierten „westlichen Bösen&quot;. Diese Schuldprojektion verband antiimperialistische Parolen mit antisemitischen Denkmustern – ein ideologischer Kurzschluss, der Gewalt legitimierte und 26 Menschen das Leben kostete, die am 30. Mai 1972 von der Gruppe am Flughafen Lod (heute Ben Gurion) ermordet wurden.</p>
<p>Gleichzeitig zeigte die JRA, wie tief die traditionellen Hierarchien und Geschlechterbilder Japans selbst in radikalen Bewegungen fortwirkten: Soldatische Männlichkeit, Märtyrer-Romantik und akademische Rangordnungen blieben intakt trotz revolutionärem Gestus.</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Aktionswochen gegen Antisemitismus</title>
      <link>https://bgabremen.de/events/aktionswochen-gegen-antisemitismus-2025/</link>
      <pubDate>Wed, 15 Oct 2025 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/events/aktionswochen-gegen-antisemitismus-2025/</guid>
      <description>Bremen 2025</description>
      <content:encoded><![CDATA[<h2 id="-oktober-2025">🗓️ Oktober 2025</h2>
<ul>
<li>
<p><strong>15. Oktober | 19:00 Uhr</strong></p>
<ul>
<li><strong>Thema:</strong> Alain Finkielkraut und der &ldquo;Revisionismus von links&rdquo;</li>
<li><strong>Art:</strong> Buchvorstellung und Diskussion mit Niklas Machunsky</li>
<li><strong>Ort:</strong> Galerie K&rsquo;, Alexanderstrasse 9b</li>
</ul>
</li>
<li>
<p><strong>15. Oktober | 19:30 Uhr</strong></p>
<ul>
<li><strong>Thema:</strong> Das Judenbild im Comic</li>
<li><strong>Art:</strong> Vortrag und Diskussion mit Prof. Dietrich Grünewald</li>
<li><strong>Ort:</strong> Raum 404, Nicolaistraße 34, 28195 Bremen</li>
</ul>
</li>
<li>
<p><strong>23. Oktober | 19:00 Uhr</strong></p>
<ul>
<li><strong>Thema:</strong> Musikalische Gewalt in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern</li>
<li><strong>Art:</strong> Lesung und Konzert mit Elisa Lapan, Paul Schuberth und Thomas Ebermann</li>
<li><strong>Ort:</strong> Kulturzentrum Kukoon</li>
</ul>
</li>
<li>
<p><strong>24. Oktober | 15:30 Uhr</strong></p>
<ul>
<li><strong>Thema:</strong> Comickultur von Rechts</li>
<li><strong>Art:</strong> Infoveranstaltung</li>
<li><strong>Ort:</strong> Städtische Galerie Bremen</li>
</ul>
</li>
<li>
<p><strong>26. Oktober | 15:30 Uhr</strong></p>
<ul>
<li><strong>Thema:</strong> Zukunft braucht Erinnerung: Judenhass, Shoah und Israel im Comic (Von Rosenthal Calvo; Bernard Krigstein über Michel Kichka; Delisle; Sarah Glidden; Joann Sfar bis &ldquo;Jerusalem&rdquo; und &ldquo;Tel Israel&rdquo;)</li>
<li><strong>Art:</strong> Infoveranstaltung</li>
<li><strong>Ort:</strong> Städtische Galerie Bremen</li>
</ul>
</li>
</ul>
<hr>
<h2 id="-november-2025">🗓️ November 2025</h2>
<ul>
<li>
<p><strong>04. November | 18:30 Uhr</strong></p>
<ul>
<li><strong>Thema:</strong> Von Tokyo nach Tel Aviv: Der Antisemitismus der Japanischen Roten Armee</li>
<li><strong>Art:</strong> Vortrag von Kerim Mallee</li>
<li><strong>Ort:</strong> BDP-Haus, Am Hulsberg 136, 28205 Bremen</li>
</ul>
</li>
<li>
<p><strong>09. November | 14:00 Uhr</strong></p>
<ul>
<li><strong>Thema:</strong> Stadtspaziergang zum Gedenken an die Novemberpogrome 1938</li>
<li><strong>Art:</strong> Stadtspaziergang</li>
<li><strong>Ort:</strong> Startpunkt nach Anmeldung unter: <a href="mailto:koeftekosher@gmail.com">koeftekosher@gmail.com</a></li>
</ul>
</li>
<li>
<p><strong>16. November | 14:00 Uhr</strong></p>
<ul>
<li><strong>Thema:</strong> Zur Geschichte des 09.11.1938 in Bremen</li>
<li><strong>Art:</strong> Stadtrundgang mit Wanda Wybornia</li>
<li><strong>Ort:</strong> Startpunkt Ecke Obernstraße / Sögestraße in der Bremer Innenstadt</li>
</ul>
</li>
<li>
<p><strong>20. November | 19:00 Uhr</strong></p>
<ul>
<li><strong>Thema:</strong> Kritik des Rassismus</li>
<li><strong>Art:</strong> Vortrag und Diskussion mit Ulrike Marz</li>
<li><strong>Ort:</strong> Kulturzentrum Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen</li>
</ul>
</li>
<li>
<p><strong>22. November | 11:00 Uhr</strong></p>
<ul>
<li><strong>Thema:</strong> Gerd Albartus ist tot. Eine alte Debatte neu lesen</li>
<li><strong>Art:</strong> Lektüreworkshop</li>
<li><strong>Ort:</strong> Infoladen Bremen, St. Pauli-Str 10-12, 28203 Bremen</li>
<li><strong>Hinweis:</strong> Anmeldung unter: <a href="mailto:kontakt@basisgruppe-antifa.org">kontakt@basisgruppe-antifa.org</a></li>
</ul>
</li>
<li>
<p><strong>22. November | 19:30 Uhr</strong></p>
<ul>
<li><strong>Thema:</strong> Holocaust revisited. Karikaturen und Comics nach dem 7. Oktober 2023</li>
<li><strong>Art:</strong> Infoveranstaltung</li>
<li><strong>Ort:</strong> Raum 404, Nicolaistraße 34, 28195 Bremen</li>
</ul>
</li>
<li>
<p><strong>27. November</strong></p>
<ul>
<li><strong>Thema:</strong> Das jüdische Odessa in der Literatur: Isaac Babel und andere</li>
<li><strong>Art:</strong> Eine literarische Begegnung mit Hermann Kuhn, Cornelius Kopf-Finke und Lothar Spielhoff</li>
<li><strong>Ort:</strong> Uhrzeit und Ort werden auf der Webseite der DIG Bremen angegeben</li>
</ul>
</li>
</ul>
<hr>
<h2 id="-dezember-2025">🗓️ Dezember 2025</h2>
<ul>
<li>
<p><strong>04. Dezember | 19:00 Uhr</strong></p>
<ul>
<li><strong>Thema:</strong> Georges Bensoussan: Die Ursprünge des arabisch-israelischen Konflikts (1870-1950)</li>
<li><strong>Art:</strong> Buchvorstellung und Diskussion mit Alex Carstiuc</li>
<li><strong>Ort:</strong> Kulturzentrum Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen</li>
</ul>
</li>
<li>
<p><strong>11. Dezember | 19:00 Uhr</strong></p>
<ul>
<li><strong>Thema:</strong> Siedlerkolonialismus: Ideologie, Gewalt, Gerechtigkeit</li>
<li><strong>Art:</strong> Buchvorstellung mit Tim Stosberg und Christoph Hesse</li>
<li><strong>Ort:</strong> Galerie K&rsquo;, Alexanderstrasse 9b, 28203 Bremen</li>
</ul>
</li>
<li>
<p><strong>13. Dezember</strong></p>
<ul>
<li><strong>Thema:</strong> Moishe Postone: Antisemitismus und Nationalsozialismus</li>
<li><strong>Art:</strong> Wochenendseminar mit Moritz Zeiler</li>
<li><strong>Hinweis:</strong> Anmeldung bitte unter: <a href="mail@talpe.org">mail@talpe.org</a></li>
</ul>
</li>
</ul>
<hr>
<blockquote>
<p><strong>Eine Reihe von:</strong>
associazione delle talpe, Basisgruppe Antifaschismus, Falken Bremen; Junges Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft; Bündnis gegen Antisemitismus Bremen; Köfte Kosher und Kulturnetz e.V.</p>
<p><strong>Mit Unterstützung durch:</strong>
Kulturzentrum Kukoon; Partnerschaft für Demokratie Bremen, der Landeszentrale für politische Bildung; der Monom Stiftung, der Sebastian Cobler Stiftung; Senator für Kultur Bremen; der Städtischen Galerie Bremen; des Literaturkontor e.V., der Menorah Gemeinde Bremen/ Bremerhaven; Rosa-Luxemburg-Initiative Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen und der Arbeitnehmerkammer Bremen</p>
<p>Weitere Informationen: <a href="https://aktionswochen.online" target="_blank">aktionswochen.online</a></p>
</blockquote>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Kundgebungen am 7. Oktober</title>
      <link>https://bgabremen.de/events/kundgebung-2-jahre-nach-7-oktober/</link>
      <pubDate>Tue, 07 Oct 2025 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/events/kundgebung-2-jahre-nach-7-oktober/</guid>
      <description>2 Jahre nach dem Hamas Massaker und der noch andauernden Geiselnahme in Israel</description>
      <content:encoded><![CDATA[<h2 id="kundgebungen">Kundgebungen</h2>
<ul>
<li><strong>Oldenburg</strong>: 17:30 Uhr, Julius-Mosen-Platz, Veranstalter: Deutsch-Israelische Gesellschaft Oldenburg</li>
<li><strong>Bremen</strong>: 17:00 Uhr, Bremer Marktplatz, Veranstalter: Deutsch-Israelische Gesellschaft Bremen/Unterweser</li>
<li><strong>Osnabrück</strong>: 17:00 Uhr, Marktplatz, Veranstalter: Assoziation gegen Antisemitismus Osnabrück</li>
</ul>
<div class="gallery">
  <figure>
    <a href="/images/7-oktober-2025/7-oktober-25-1.jpg" data-caption="Sharepic zu den Kundgebungen am 7. Oktober 2025">
      <img src="/images/7-oktober-2025/7-oktober-25-1.jpg" alt="Sharepic zu den Kundgebungen am 7. Oktober 2025">
    </a>
    <figcaption>Sharepic zu den Kundgebungen am 7. Oktober 2025</figcaption>
  </figure>
  <figure>
    <a href="/images/7-oktober-2025/7-oktober-25-2.jpg" data-caption="Sharepic zu den Kundgebungen am 7. Oktober 2025">
      <img src="/images/7-oktober-2025/7-oktober-25-2.jpg" alt="Sharepic zu den Kundgebungen am 7. Oktober 2025">
    </a>
    <figcaption>Sharepic zu den Kundgebungen am 7. Oktober 2025</figcaption>
  </figure>
  <figure class="placeholder"></figure>
</div>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Soli-Party im Ostkurvensaal des Weserstadions</title>
      <link>https://bgabremen.de/events/bga-soliparty-ostkurvensall-weserstadion/</link>
      <pubDate>Fri, 05 Sep 2025 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/events/bga-soliparty-ostkurvensall-weserstadion/</guid>
      <description>Soli-Party des Bündnis gegen Antisemitismus Bremen</description>
      <content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Lesesreise mit Bruno Chaouat &amp; Christoph Hesse: Ist Theorie gut für die Juden?</title>
      <link>https://bgabremen.de/events/gfkb-lesetour-ist-theorie-gut-fuer-die-juden/</link>
      <pubDate>Thu, 29 May 2025 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/events/gfkb-lesetour-ist-theorie-gut-fuer-die-juden/</guid>
      <description>GfkB-Lesetour mit Bruno Chaouat &amp;amp; Christoph Hesse</description>
      <content:encoded><![CDATA[<div class="gallery">
  <figure>
    <a href="\images\lesereise-hesse-chaouat-theorie-gut-fuer-die-juden.jpg" data-caption="Poster für die Veranstaltung der GfkB in Bremen">
      <img src="\images\lesereise-hesse-chaouat-theorie-gut-fuer-die-juden.jpg" alt="Poster für die Veranstaltung der GfkB in Bremen">
    </a>
    <figcaption>Poster für die Veranstaltung der GfkB in Bremen</figcaption>
  </figure>
  <figure>
    <a href="/images/lesereise-hesse-chaouat-theorie-gut-fuer-die-juden-termine.jpg" data-caption="weitere Termine der Lesereise">
      <img src="/images/lesereise-hesse-chaouat-theorie-gut-fuer-die-juden-termine.jpg" alt="weitere Termine der Lesereise">
    </a>
    <figcaption>weitere Termine der Lesereise</figcaption>
  </figure>
</div>
<p>In der Galerie K&rsquo; (Alexanderstr. 9b, 28203 Bremen).</p>
<p>Weitere Informationen: <a href="https://kritischebildung.de/veranstaltungen/ist-theorie-gut-fuer-die-juden-5" target="_blank">kritischebildung.de</a>.</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Kundgebung: standing united against the islamic regime</title>
      <link>https://bgabremen.de/events/kundgebung-standing-united-against-the-islamic-regime/</link>
      <pubDate>Fri, 23 May 2025 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/events/kundgebung-standing-united-against-the-islamic-regime/</guid>
      <description>Gemeinsame Kundgebung</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Hier findet Ihr unseren Redebeitrag: <a href="/posts/standing-united-against-the-islamic-regime/">Redebeitrag lesen</a></p>
<style>
.gallery.single-image figcaption {
  background: rgba(251, 20, 24, 0.65) !important;
  border-size:
}
</style>
<div class="gallery single-image">
  <figure>
    <a href="\images\poster-standing-united-against-islamic-regime.jpg" data-caption="Poster zur Veranstaltung: standing united against the islamic regime">
      <img src="\images\poster-standing-united-against-islamic-regime.jpg" 
           alt="Poster zur Veranstaltung: standing united against the islamic regime" 
           title="Poster zur Veranstaltung: standing united against the islamic regime">
    </a>
    <figcaption>Poster zur Veranstaltung: standing united against the islamic regime</figcaption>
  </figure>
</div>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Einladung zum offenen Treffen</title>
      <link>https://bgabremen.de/events/bga-offenes-plenum/</link>
      <pubDate>Tue, 22 Apr 2025 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/events/bga-offenes-plenum/</guid>
      <description>Wir – das Bündnis gegen Antisemitismus Bremen – laden herzlich zu einem offenen Treffen ein</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Wie das Wort „Bündnis“ schon sagt, sind wir keine klassische Polit-Gruppe. Wir kommen aus unterschiedlichen Zusammenhängen, haben unterschiedliche politische Backgrounds. Uns verbindet der Wunsch dem allgegenwärtigen Antisemitismus etwas entgegenzusetzen, aber auch einige inhaltliche Festlegungen, die wir in unserem <a href="/posts/ueber-uns-about-bga-bremen-buendnis-gegen-antisemitismus/">Selbstverständnis</a> zusammengefasst haben.</p>
<p>Wir diskutieren natürlich auch inhaltlich miteinander, auch in Bezug auf unser Verständnis von Antisemitismus. Unserem Selbstverständnis solltest du allerdings zustimmen können, wenn du Lust hast bei uns mitzumachen.</p>
<p>Ansonsten hast du die Möglichkeit eigene Ideen für (z. B.) Veranstaltungen, Texte oder politische Interventionen einzubringen. Wir unterstützen uns gegenseitig bei verschiedenen Vorhaben, insofern wir uns inhaltlich einigen können.</p>
<p>Komm vorbei, trink eine Tasse Tee/Kaffee und iss ein Stück Kuchen mit uns (hinterher geht es wahrscheinlich noch in die Kneipe). Wir freuen uns auf ein gegenseitiges Kennenlernen und Anmeldungen via <a href="mailto:bga_bremen@outlook.de">Mail</a> oder <a href="https://www.instagram.com/bga_bremen/">Instagram</a>.</p>
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    </item>
    
    <item>
      <title>Shalom Libertad - Linke zwischen Solidarität und Antisemitismus</title>
      <link>https://bgabremen.de/events/shalom-libertad-linke-zwischen-solidaritaet-und-antisemitismus/</link>
      <pubDate>Thu, 17 Apr 2025 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/events/shalom-libertad-linke-zwischen-solidaritaet-und-antisemitismus/</guid>
      <description>Versuch einer überfälligen Umorientierung</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Unsere Veranstaltung möchte dazu beitragen, dem gesamtgesellschaftlichen antisemitischen Trend entgegenzuwirken, der sich insbesondere auch bei vielen Linken seit dem 7. Oktober 2023 sprunghaft verstärkt hat. Hierzu wollen wir einen Blick auf verschiedene Beispiele – auch aus Bremen – werfen, die dies veranschaulichen.</p>
<p>Wir müssen uns fragen: Warum stört sich die Palästina-Solidarität nicht an anti-emanzipatorischen Inhalten, an Misogynie und Antisemitismus? Warum wird Israel mit einseitig-verzerrenden Propagandabegriffen wie „Genozid“, „Apartheid“ und „‚weißem‘ Siedlerkolonialismus“ charakterisiert, der Zionismus mit Faschismus gleichgesetzt und die BDS-Bewegung unterstützt? Warum wird Israel dermaßen dämonisiert und delegitimiert und sein Existenzrecht infrage gestellt?</p>
<h2 id="podiumsdiskussion-mit">Podiumsdiskussion mit:</h2>
<ul>
<li>Dietrich Schulze-Marmeling, Autor des Buches <em>„Antisemitismus Reloaded – Die Linke, der Staat und der 7. Oktober“</em></li>
<li>Henriette Quade, <em>ehem. DIE LINKE und unabhängige MdL von Halle</em></li>
<li>Nihat Atmaca, <em>Bündnisgründer des Bündnisses Halle gegen Rechts</em></li>
<li>Vertreter:innen des <em>BgA (Bündnis gegen Antisemitismus) Bremen</em></li>
</ul>
<p>Veranstaltet von Autonome Gruppe Neustadt und BGA Bremen</p>
<p><em>unterstützt von Kulturnetz e.V.</em></p>
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    <a href="\images\1-jahr-bga\1-jahr-bga-10.jpg" data-caption="Poster zur Veranstaltung: Shalom Libertad – Linke zwischen Solidarität und Antisemitismus">
      <img src="\images\1-jahr-bga\1-jahr-bga-10.jpg" 
           alt="Poster zur Veranstaltung: Shalom Libertad – Linke zwischen Solidarität und Antisemitismus" 
           title="Poster zur Veranstaltung: Shalom Libertad – Linke zwischen Solidarität und Antisemitismus">
    </a>
    <figcaption>Poster zur Veranstaltung: Shalom Libertad</figcaption>
  </figure>
</div>
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    </item>
    
    <item>
      <title>Kundgebung: Im Eingedenken an die Opfer des Nationalsozialismus</title>
      <link>https://bgabremen.de/events/kundgebung-eingedenken-opfer-des-nationalsozialismus-25-01-27/</link>
      <pubDate>Mon, 27 Jan 2025 00:00:00 +0000</pubDate>
      
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      <description>Gegen jeden Antisemitismus!</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Am 27. Januar jährt sich zum 80. Mal die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die Truppen der Roten Armee.<br>
Der Name Auschwitz steht heute synonym für den industriellen Massenmord der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft an den europäischen Jüdinnen:Juden. In der deutschen Mordgemeinschaft manifestierte sich das fürchterliche Potential einer Weltgesellschaft, die auf den brutalen Prinzipien von Staat und Kapital basiert und seitdem wie ein Damoklesschwert über der in Herrschende und Beherrschte geteilten menschlichen Gattung schwebt. Mit dem modernen Antisemitismus, dieser jede Hoffnung auf Freiheit negierenden ideologischen Wahn, lebt die Ideologie des Massenmordes in diversen Variationen abseits einer nationalsozialistischen Weltanschauung fort.</p>
<p>Wir freuen uns, wenn ihr <strong>Antifa- und Israel- sowie die Alliierten-Fahnen</strong> mitbringt, von Partei- oder Organisationsfahnen bitten wir abzusehen.</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Das Jahr ausklingen lassen mit dem BGA</title>
      <link>https://bgabremen.de/events/bga-weihnachtsfeier-barabend/</link>
      <pubDate>Tue, 17 Dec 2024 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/events/bga-weihnachtsfeier-barabend/</guid>
      <description>Snacks – Getränke – Musik</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Zum Jahresausklang veranstalten wir am 17.12.2024 unseren Weihnachtsbar- und Glühweinabend im zakk. Das Motto lautet: &ldquo;Das Jahr ausklingen lassen. Shai mit dem BGA&rdquo;. Es gab Snacks, Getränke und Musik. Musik gibt es von: Kukc a.m. [Punk/New Wave] und Friend Fyna [Elektronisch].</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Podiumsgespräch: Ehrbarer Antisemitismus heute</title>
      <link>https://bgabremen.de/events/ehrbarer-antisemitismus-heute-theater-bremen/</link>
      <pubDate>Wed, 16 Oct 2024 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/events/ehrbarer-antisemitismus-heute-theater-bremen/</guid>
      <description>Die Hochschulen nach dem 7. Oktober: Podiumsgespräch am Theater Bremen über den Anstieg antisemitischer Ressentiments</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Nach dem 07. Oktober 2023 ließ sich global ein rasanter Anstieg antisemitischer Ressentiments beobachten. Diese artikulieren sich heute verstärkt auf eine Art und Weise, für die Jean Améry den Ausdruck „ehrbarer Antisemitismus“ prägte. Ehrbar deshalb, weil er nicht als blinder Hass gegen Juden, sondern unter dem Deckmantel progressiver moralischer Werte als Sorge um den ‚Anderen‘ auftritt, eine Sorge, von der Jüdinnen und Juden allerdings ausgeschlossen sind. Anstelle von Fassungslosigkeit und Solidarität angesichts der schrecklichen Ereignisse folgten unmittelbar darauf der Ruf nach ‚Kontextualisierung‘ und unbeirrbare Ja-aber-Rhetorik. Hochschulen avancierten ausgehend von den Vereinigten Staaten bald zum Hotspot dieses Phänomens. Ob von Seiten des Lehrkörpers – erinnert sei an Judith Butlers Bezeichnung des Pogroms als „Akt des Widerstands“ – oder der sich in propalästinensischen Protestcamps versammelnden Studierendenschaft: Das so geschaffene politische Klima an Hochschulen wird von vielen Jüdinnen und Juden zusehends als bedrohlich und gegenüber ihren Ängsten indifferent wahrgenommen. Über diese Zustände in Bremen und weltweit muss dringend gesprochen werden.</p>
<p>Die Veranstaltung findet im Rahmen der Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus 2024 in Kooperation mit der Amadeu Antonio Stiftung und der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft Bremen statt.</p>
<p>Kostenlose Zählkarten an der Theaterkasse. Zu dieser Veranstaltung ist das Mitbringen und Zeigen von politischen Symbolen untersagt.</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Kundgebung in Oldenburg: Ein Jahr nach dem 7. Oktober</title>
      <link>https://bgabremen.de/events/kundgebung-gegen-antisemitismus-oldenburg-24/</link>
      <pubDate>Sun, 06 Oct 2024 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/events/kundgebung-gegen-antisemitismus-oldenburg-24/</guid>
      <description>Gemeinsam gegen Antisemitismus in Oldenburg und weltweit!</description>
      <content:encoded><![CDATA[<h2 id="aufruf-gemeinsam-gegen-antisemitismus-in-oldenburg-und-weltweit">Aufruf: Gemeinsam gegen Antisemitismus in Oldenburg und weltweit</h2>
<p>Ein Jahr ist vergangen seit dem 7. Oktober 2023. Das mit diesem Datum verbundene Leid, der Schmerz und die Trauer sind unermesslich: An diesem Tag verübte die schwer bewaffnete islamistische Regierungsorganisation des Gazastreifens, die Hamas, einen groß angelegten Terroranschlag auf israelischem Staatsgebiet. Mit unvorstellbarer Brutalität überfiel sie grenznahe Kibbuzim und das Trance-Festival „Supernova“. Viele ihrer Gräueltaten, darunter Folter, Vergewaltigungen und Hinrichtungen, dokumentierten die Hamas-Terroristen selbst und verbreiteten das filmische Material im Internet. Am 7. Oktober wurden über 1.200 Menschen durch die Terrororganisation ermordet und mehr als 240 Menschen als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Über 100 von ihnen befinden sich noch immer in Gefangenschaft.</p>
<p>In der Folge des 7. Oktobers stieg die Anzahl antisemitischer Vorfälle weltweit massiv an: Die Meldestelle RIAS erfasste für Deutschland einen vierfachen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Seit einem Jahr hat Antisemitismus Hochkonjunktur – auch in Oldenburg: Regelmäßige antisemitische Demonstrationen in der Stadt oder Anfeindungen gegen jüdische Studierende auf dem Campus der Universität Oldenburg sind Ausdruck eines immer offener auftretenden Hasses gegen Jüdinnen*Juden. Ein trauriger Höhepunkt dieser antisemitischen Agitation war der Anschlag auf die Oldenburger Synagoge am 5. April 2024, bei dem die Eingangstür mit einem Brandsatz beworfen wurde.</p>
<p>Um den Jahrestag des 7. Oktobers gedenken wir des größten Massakers an Jüdinnen*Juden seit der Shoa und erinnern an die über 100 Geiseln, die sich noch immer im Gazastreifen befinden. Seit dem 7. Oktober kämpft der Staat Israel nicht nur gegen die Hamas, deren vollständige Zerschlagung Voraussetzung für die Sicherheit Israels sowie der Zivilbevölkerung Gazas ist, sondern auch gegen die Angriffe der Hisbollah und anderer islamistischer Terrororganisationen, die unter dem Schutz des Mullah-Regimes in Teheran stehen, wie beispielsweise die Huthi-Terroristen im Jemen. Der jüdische Staat kämpft seit seiner Gründung darum, die antisemitischen Vernichtungsdrohungen seiner Feinde nicht wahr werden zu lassen. Gegen jeden Antisemitismus muss daher auch Solidarität mit Israel bedeuten!</p>
<p>Kommt am Sonntag, den 6. Oktober 2024 um 15 Uhr zum Julius-Mosen-Platz: Wir stellen uns dem erstarkenden Antisemitismus entgegen und stehen solidarisch an der Seite der Jüdinnen*Juden in Oldenburg und weltweit.</p>
<div class="gallery single-image">
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    <a href="/images/kundgebung_24-10-06_ol.jpg"" data-caption="Flyer zur Kundgebung in Oldenburg">
      <img src="/images/kundgebung_24-10-06_ol.jpg"" 
           alt="Flyer zur Kundgebung in Oldenburg" 
           title="Flyer zur Kundgebung in Oldenburg">
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    <figcaption>Flyer zur Kundgebung in Oldenburg</figcaption>
  </figure>
</div>
<details>
 <summary><span style="font-size: 1.5em; font-weight: bold;">English Version</span></summary>
<h2 id="one-year-after-october-7">One year after October 7</h2>
<h3 id="call-to-action-together-against-antisemitism-in-oldenburg-and-worldwide">Call to action: Together against antisemitism in Oldenburg and worldwide</h3>
<p>One year has passed since October 7, 2023, and the suffering, pain and grief associated with this date are immense: on this day, Hamas, the heavily armed Islamist government organization of the Gaza Strip, carried out a large-scale terrorist attack on Israeli territory. With unimaginable brutality, it attacked kibbutzim and the “Supernova” trance music festival close to the border. The Hamas terrorists documented many of their own atrocities themselves, including torture, rape and executions, and disseminated the footage on the internet. On October 7, over 1,200 people were murdered by this terrorist organization and more than 240 people were taken hostage in the Gaza Strip. Over 100 of them are still in captivity.</p>
<p>In the aftermath of October 7, the number of antisemitic incidents rose massively worldwide: the reporting center “RIAS” recorded a four-fold increase in Germany compared to the previous year. In the past year there has been a rising trend of antisemitic incidents in Oldenburg as well. Regular antisemitic demonstrations in the city and hostility towards Jewish students on the university campus are expressions of the increasingly open hatred towards Jews. A sad highlight of this antisemitic agitation was the attack on the Oldenburg synagogue on April 5, 2024, with an attempt to set the front door on fire.</p>
<p>On the anniversary of October 7, we will commemorate the largest massacre of Jews since the Shoah and remind people about the hostages who are still being kept in the Gaza Strip. Since October 7, the State of Israel has been fighting not only against Hamas, whose complete destruction is a prerequisite for the security of the State of Israel and the civilian population of Gaza, but also against attacks by Hezbollah and other Islamist terrorist organizations under the protection of the Mullah’s regime in Tehran, such as the Houthi terrorists in Yemen. Since its foundation, the Jewish state has been fighting to prevent the antisemitic threats of annihilation posed by its enemies from becoming reality. Opposing antisemitism in each of its forms must therefore also mean – solidarity with Israel!</p>
<p>Join us at Julius-Mosen-Platz on Sunday, October 6, 2024, at 3 p.m.! Let us oppose growing antisemitism together and stand in solidarity with Jews in Oldenburg and worldwide.</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    
    <item>
      <title>Das Bündnis gegen Antisemitismus Bremen stellt sich vor</title>
      <link>https://bgabremen.de/events/infoveranstaltung-bga-bremen/</link>
      <pubDate>Sat, 14 Sep 2024 00:00:00 +0000</pubDate>
      
      <guid>https://bgabremen.de/events/infoveranstaltung-bga-bremen/</guid>
      <description>Infoveranstaltung vom Bremer Bündnis gegen Antisemitismus</description>
      <content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded>
    </item>
    
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