Beispiele der Schmierereien:

In Bremen tauchte am 23.08. “FCKZIONZS” in unmittelbarer Nähe zum Ansgarikirchhof auf. Zudem wurde dort in einer weiteren Schmiererei “FUCK HAMAS” zu “FUCK ISRAEL – HAMAS IS SELF DEFENSE” abgeändert. Damit wird eine offene Solidarisierung mit der antisemitischen Terrororganisation propagiert und das tausendfache Ermorden von Jüdinnen und Juden am 7. Oktober als “Selbstverteidigung” gerechtfertigt. Auch in der Bremer Innenstadt tauchten ähnliche Schmierereien auf. Beim Aufkleber “VfB Oldenburg Fans gegen jeden Antisemitismus” wurde zudem der Davidstern übermalt.

In Oldenburg wurde u. a. in der Kaiserstraße eine Hauswand sowie an der Ammerländer Heerstraße in unmittelbarer Nähe zur Uni eine Litfaßsäule mit den Worten “FCK ZIO NZS” und “ISRAEL = NAZITERROR” beschmiert. Das Wort Israel wurde mit zwei Sig-Runen, dem Kennzeichen der SS, geschrieben. Des Weiteren wurde im Stadtgebiet mehrfach “FCK ZIO NZS” (FUCK ZIO NAZIS) geschmiert. In der Oldenburger Innenstadt befinden sich diese Schmierereien auch in der Abraham Straße. Diese wurde 1942 von den Nationalsozialist*innen wegen des jüdisch klingenden Namens in “Winkelgang” umbenannt. Erst 2001 erfolgte die Rückbenennung.

Antisemitische Täter-Opfer-Umkehr und NS-Symbolik

Mit diesen Aussagen werden der Staat Israel sowie zionistische Jüdinnen und Juden und alle, die mit ihnen solidarisch sind, als Nazis diffamiert und damit eine antisemitische Täter-Opfer-Umkehr betrieben.

  • Knapp zwei Jahre nach dem 7. Oktober 2023 werden die Opfer des Hamas-Terrors zu Täter*innen erklärt und öffentlich mit denen gleich gesetzt, die im Nationalsozialismus ihre Familien verfolgten und ermordeten.

  • Auf besonders widerwärtige Art kommt dies in der verwendeten NS-Symbolik zum Ausdruck. Die Schutzstaffel (kurz SS) war eine Organisation der NSDAP, die als Terror- und Unterdrückungsorgan fungierte und maßgeblich verantwortlich war für die Planung und Durchführung der Shoah. Die Verwendung der Symbolik der Schutzstaffel ist in Deutschland strafbar und ein gern genutztes Symbol von Rechtsextremen.

  • Die Gleichsetzung Israels bzw. des Zionismus mit dem Nationalsozialismus ist eine perfide Verdrehung historischer Tatsachen und offenbart ein antisemitisches Bedürfnis. Indem die zahlreich in Israel lebenden Nachfahren der jüdischen NS-Opfer als Täter*innen dargestellt werden, wird die Schuld der Deutschen und all jener, die die nationalsozialistische Vernichtungsmission unterstützen, relativiert und diese somit entlastet.

  • Der Zionismus als Idee der staatlichen Selbstbestimmung von Jüdinnen und Juden entstand als Reaktion auf den Antisemitismus in den bürgerlichen Nationalstaaten. Da der Holocaust offenbarte, dass kein anderer Staat der Welt Jüdinnen und Juden vor der Vernichtung schützt, ist die Existenz Israels als jüdischer Staat eine unmittelbare Konsequenz daraus.

Raumnahme radikalisierter Israelfeinde

Im Zeitraum des Auftauchens der Schmierereien fand am Ansgarikirchhof ein israelfeindliches Camp der links-islamischen Gruppe “Seeds of Palestine” statt.

  • Bei früheren Demonstrationen der Gruppe wurde bereits in Parolen und Reden Terror gegen Jüdinnen und Juden verherrlicht und die Vernichtung Israels propagiert.

  • Ebenso störte die Gruppe 2024 am Jahrestag des 7. Oktobers lautstark das Gebet des Rabbiners und die Trauerreden für ermordete israelische Geiseln.

  • Die Schmierereien zeugen von einer weiteren Raumnahme eines radikalisierten israelfeindlichen Milieus in Oldenburg und Bremen. Die antisemitischen Inhalte werden immer offener kommuniziert und sind durchaus als Drohung an vermeintliche Feinde zu verstehen: In erster Linie sind das Jüdinnen und Juden, israelsolidarische Menschen und nicht zuletzt alle, die nicht in das menschenverachtende Weltbild der Täterin bzw. des Täters passen.